Bild Information: TaylorMade Twist Face revolutioniert die Schlagfläche beim Driver (Photo by TaylorMade Golf)

Twist Face revolutioniert Driver

Ausrüstung
 

TaylorMade will mit einer verdrehten Schlagfläche den Markt revolutionieren.


Man kann TaylorMade nicht vorwerfen, dass sie nicht versuchen würden, beim Driver neue Wege zu beschreiten. Sie waren die ersten mit einem Schlägerkopf aus Stahl (1980),  revolutionierten 2002 mit der "Inverted Cone Technologie" das Schlägerblatt, begannen den Trend der verstellbaren Gewichte mit dem r7 Quad (2004) und stellten 2013 den ersten Driver mit SpeedPocket vor.

Für 2018 hat sich das Unternehmen mit Hauptsitz in Carlsbad, Kalifornien, einer Institution in der Driver-Entwicklung angenommen, die seit mehr als 130 Jahren existiert und seither von allen Herstellern übernommen wurde: Bulge and Roll.

In den 1880er Jahren wurde mit dem "The Bulger" der erste Driver mit Bulge (engl. Wölbung) vorgestellt. Die Krümmung der Schlagfläche von Ferse zu Spitze sollte dafür sorgen, dass Bälle, die außerhalb der Mitte getroffen wurden, nicht ganz so weit aus der Richtung flogen. Der Grund dafür ist der sogenannte Gear Effekt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Schlagflächen schließlich auch in der vertikalen Ebene gebogen (Roll), um den Effekt von hohen und tiefen Treffern entgegenzuwirken.

Weitere Informationen zur Wirkung des Gear Effekts sowie Bulge and Roll finden Sie hier.

"Die Idee hinter Bulge and Roll ist genial, aber die Wirklichkeit sieht leider etwas anders aus", sagt Brian Bazzel, Senior Director der Produktentwicklung (Hölzer) bei TaylorMade. Nach mehreren hunderttausend analysierten Schwüngen von Profis und Amateuren kam TaylorMade zu einem erstaunlichen Ergebnis. "Bulge and Roll schadet der Mehrheit an Golfern mehr als dass es ihnen hilft."

Das Problem: Die Krümmung bei einem Treffer in der Nähe von Ferse und Spitze tue durchaus, was sie soll - nämlich die Bälle zurück ins eigentliche Ziel bringen. Allerdings nur, wenn der Schläger gerade zum Ziel an den Ball gebracht wird. "Die Realität sieht bei den meisten Golfern allerdings anders aus", erklärt Bazzel.

"Treffer an der Spitze kommen meist bei einer geschlossenen Schlagfläche zustande, während Hackentreffer zusammen mit einem geöffneten Schlägerblatt auftreten." Das gelte zumindest für das Gros aller von TaylorMade analysierten Golfer.

TaylorMade TwistFace: Theorie und Realität von Bulge and Roll

So funktioniert das Twist Face von TaylorMade

Aufgrund der Analyse kam man bei TaylorMade zu dem Schluss, dass die Idee von Bulge and Roll zwar gut sei, man aber noch einen Schritt weiter gehen müsse, um den Golfern wirklich zu helfen.

"Das Problem beim hohen Spitzentreffer ist vor allem, dass der Backspin deutlich reduziert wird und der Ball in einer extremen Linkskurve geradezu abstürzt", beschreibt Bazzel die Ergebnisse. Beim tiefen Hackentreffer ist das genaue Gegenteil der Fall. Der erhöhte Backspin sorgt dafür, dass sich der Ball zu sehr in die Luft schraubt und dadurch an Länge verliert; von der verhassten Slice-Kurve einmal ganz zu schweigen.

Da laut TaylorMade 90 Prozent aller Golfer genau dieses Trefferbild (hoch an der Spitze oder tief an der Ferse) aufweisen, ließ man sich im Hauptquartier in Carlsbad etwas einfallen: das Twist Face.

TaylorMade TwistFace: Verwundene Schlagfläche wie beim Korkenzieher

"Mit dem Twist Face haben wir die Idee von Bulge and Roll auf die nächste Ebene gehoben", sagt Bazzel voller Stolz. Die Schlagfläche wurde wie ein Korkenzieher verdreht, allerdings nur geringfügig (siehe überzeichnetes Bild).

Durch die Verdrehung (engl. Twist) wirke man den negativen Effekten des Bulge and Roll in Kombination mit der geschlossenen / offenen Schlagfläche entgegen. "Beim hohen Spitzentreffer erzeugen wir durch den effektiv höheren Loft und die geöffnete Schlagfläche, dass der Ball mehr Spin hat und von Anfang an besser auf der Linie ist", erklärt Bazzel im Gespräch mit Golf.de.

Genau das Gegenteil sei beim tiefen Hackentreffer der Fall. Durch den effektiv geringeren Loft und die geschlossene Schlagfläche reduziere sich der Backspin, wodurch der Ball sich nicht ganz so in die Luft schrauben und durch die geschlossene Schlagfläche näher beim gewünschten Ziel landen soll. "Mit dem Twist Face ist es uns gelungen die seitliche Abweichung bei Hacken und Fersentreffern um bis zu zwei Drittel zu reduzieren", behauptet Bazzel.

Golf.de empfiehlt:
Bei der Vorstellung der neuen Driver M3 und M4 von TaylorMade in Carlsbad hatte Golf.de die Möglichkeit, die neue Technologie hautnah zu erleben und schon einmal vorab in einer halbstündigen Range-Session zu testen.

Unser Fazit: In der Theorie macht das Twist Face Sinn, in der Praxis ist die Wirkung allerdings schwer auf Anhieb zu sehen. Im Treffmoment haben einfach zu viele Faktoren (Attack Angle, Club Path, Face Path, etc.) einen Effekt auf den Ballflug. Gerade bei gewöhnlichen Amateuren, die keine zwei Mal identisch an den Ball kommen, ist schwer auszumachen, ob der Ball nun aufgrund des Twist Faces oder eines anderen Parameters im Ziel gelandet ist.

Man müsste schon mehrere hundert Schläge machen und die Ergebnisse analysieren, um die Wirkung einwandfrei nachweisen zu können. Das hat TaylorMade getan und weiß, dass das Twist Face funktioniert. Wir dürfen also gespannt sein, ob Spieler wie Dustin Johnson, Rory McIlroy, Justin Rose, Jon Rahm, Tiger Woods und Co. in Zukunft noch mehr Fairways treffen, immerhin haben alle bereits die ersten Tests mit den neuen Drivern hinter sich und sollen versichert haben, entweder M3 oder M4 in ihr Setup zu integrieren.

TaylorMade M3: Was Sie über den neuen Driver wissen müssen TaylorMade M4 im Golf.de Test: Hält der Driver, was der Hersteller verspricht? Weitere Informationen zu den Serien M3 und M4 finden Sie unter TaylorMade.com

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