Bild Information: Bernhard Langer zieht Schläger aus der Golftasche (Photo by Jared C. Tilton/Getty Images)

Was Sie von den Profis lernen können

In the Bag
 

Die besten Spieler der Welt wissen, worauf es bei der Ausrüstung ankommt.

Worauf vertrauen die Besten der Besten? Was macht die Erfolge der Top-Spieler aus, wenn es um das Thema Ausrüstung geht? Über 52 Wochen haben wir jede Woche einen Blick in die Taschen der Sieger der PGA und European Tour geworfen. Und auch wenn wir uns nicht viel von den besten Spielern der Welt abschauen sollten - immerhin hat schon Arnold Palmer gesagt, dass man sich nur auf seinen eigenen Schwung konzentrieren soll - können wir doch einiges von ihnen lernen. Denn beim bewussten Blick in die Taschen der besten Spielerinnen und Spieler der Welt fällt auf: Die moderne Technologie ist der Freund des Golfers. Sie will uns helfen, bessere Ergebnisse zu erzielen und mehr Spaß auf dem Platz zu haben.

2018 gewannen sowohl Patrick Reed (Masters Tournament) als auch Francesco Molinari (British Open) und Brooks Koepka (US Open und PGA Championship) ohne festen Ausrüstervertrag, auch wenn unter vorgehaltener Hand um den ein oder anderen Mini-Deal getuschelt wird. Es ist interessant zu sehen, dass sich viele der Free Agents - zu denen auch Tommy Fleetwood gehört, der die Abu Dhabi HSBC Championship gewinnen konnte - gegen eine Bindung an einen einzigen Hersteller entschieden haben und lieber zu den Schlägern greifen, die für sie persönlich funktionieren.

Fünf Dinge, die Sie von den Profis lernen können

  1. Jedes Setup ist verschieden

Es gibt keine zwei identischen Bags auf den internationalen Touren. Natürlich gibt es jede Menge Überschneidungen, aber zwei Spiegelbilder suchen Sie vergebens. Warum ist das wohl so? Die Antwort ist ganz einfach: Jeder Schwung ist unterschiedlich und jeder Spieler hat andere Ansprüche an seine Ausrüstung. Und so verschieden sind auch die Zusammenstellungen ihrer Bags.

Fehlende Längenkontrolle unterhalb des Pitching Wedges kann etwa durch ein zusätzliches Wedge ausgeglichen werden, eine zu große Längendifferenz zwischen dem längsten Eisen und dem ersten Fairwayholz oder Hybrid (Gapping) kann dagegen durch einen weiteren Schläger überbrückt werden. Was das beste Setup für Ihr Spiel ist, finden Sie am schnellsten und einfachsten in der Beratung mit dem Pro Ihres Vertrauens oder bei einem professionellen Fitting heraus.

  1. Hybriden haben sich etabliert

Dustin Johnson und Franceco Molinari tun es genauso wie Bryson DeChambeau und Brooks Koepka: Sie alle ersetzen die schwer zu spielenden langen Eisen durch sogenannte Utility-Eisen, die einen hohlen Schlägerkopf mit spielerleichternden Technologien vereinen. Egal ob ein, zwei oder mehr - Utility-Eisen erfreuen sich auf den internationalen Touren immer größerer Beliebtheit. Und Sie sollten die Vorteile auch für sich nutzen.

Während Utility-Eisen allerdings vor allem für sportliche Spieler geeignet sind, eignen sich klassische Hybriden für Golfer jeden Alters und jeder Spielstärke. Gerade Damen und Senioren, aber auch nicht ganz so sportliche Golfer, profitieren von dem etwas größeren Schlägerkopf beim Hybrid. So sieht man gerade bei den Top-Proetten wie Lydia Ko oder Inbee Park stets zwei bis drei der kleinen Köpfe aus dem Bag ragen.

  1. Mut zur bunten Mischung

Die Zeiten sind vorbei, in denen Hersteller Eisensätze nur noch vom Eisen 4 bis PW ausgegeben haben. Natürlich gibt es diese Angebote noch; der Einfachheit halber. Aber der Verkauf von Einzeleisen ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Dennoch nutzen viele Amateure diese Möglichkeit noch zu selten aus.

Dabei hat sich das Phänomen auf der Tour längst durchgesetzt. Mischsätze mit mindestens einem fremden Eisen finden sich beispielsweise in den Taschen von Sergio Garcia, Justin Thomas sowie dem dreifachen European-Tour-Champion 2018 Matt Wallace. Der Grund für diese uneinheitliche Linie ist ganz einfach: Bei den langen Eisen kommt es selbst den Profis in erster Linie nicht auf metergenaue Längenkontrolle an, sondern auf eine möglichst geringe Streuung und eine hohe Wiederholbarkeit. Dass Letzteres vor allem von der Qualität der Schläge abhängt, haben Garcia und Co. begriffen und nehmen jede Spielunterstützung an.

  1. Wedges sind eine Welt für sich

Die Vielfalt bei den Wedge-Setups auf den internationalen Touren ist so groß wie die Auswahl an unterschiedlichen Lofts, Grinds und Bounces der großen Hersteller. Ob nun das Pitching Wedge aus dem Eisensatz stammt oder aus dem Angebot der Spezialisten von Callaway, Cleveland, TaylorMade und Titleist. Teilweise werden drei oder vier Wedges gespielt und auch die genauen Loft-Zahlen unterscheiden sich teils so drastisch von Spieler zu Spieler, dass man sich fragen könnte, warum das so ist.

Die einfache Antwort: Weil das Setup am besten zu ihrem Spiel passt. Das Zauberwort heißt erneut - wie bei den Hybriden und Utility-Eisen - Gapping, also die gleichmäßige Längenabstufung von einem zum nächsten Schläger. Was Sie daraus lernen können? Nur weil sich neben dem Pitching Wedge drei weitere Wedges in gleichen Loft-Abständen auf den ersten Blick anzubieten scheinen, heißt das noch lange nicht, dass dieses Setup für Sie dann auch tatsächlich funktioniert. Das volle Potenzial beim Anspiel der Grüns reizen Sie nur aus, wenn Sie Ihre Wedges in einem professionellen Fitting auf Ihr Spiel zuschneiden lassen.

  1. Klassische Blade Putter sind ein Fossil der Urzeit

Die Beliebtheit der klassischen Blade-Putter im Stile eines Ping Anser oder Scotty Cameron Newport 2 hat in den vergangenen Jahren einen herben Dämpfer erfahren. Spätestens seit der Dominanz eines Jason Days in den entscheidenden Putt-Statistiken und dem damit verbundenen Erfolg bei den Majors und auf der PGA Tour greifen immer mehr Spieler zu sogenannten Mallet-Puttern mit einem größeren Schlägerkopf und etwas mehr Fehlertoleranz bei nicht mittig getroffenen Putts.

Der Erfolg des Modells Spider Tour ist dafür sinnbildlich. Egal ob Jason Day, Dustin Johnson, Rory McIlroy oder Jon Rahm, alle Top-Spieler haben zumindest einmal mit dem roten Erfolgsmodell von TaylorMade experimentiert oder sind direkt bei ihm geblieben; auch Martin Kaymer trat bei einigen Turnierstarts mit dem Spider Tour an. Wenn schon die besten Spieler der Welt auf den Grüns zu etwas mehr Fehlertoleranz greifen, sollte sich der Durchschnittsgolfer nicht vor der modernen Technologie verschließen, nur weil er "schon immer" mit dem Blade-Putter seines ehemaligen Pros puttet.

Das übergeordnete Fazit aus diesen fünf Punkten lautet: Seien Sie ehrlich zu sich und gegenüber Ihrem Spiel. Es bringt nichts, auf alteingesessenen Zusammenstellungen zu beharren. Die moderne Schlägertechnologie hat in den vergangenen Jahren zwar keine Quantensprünge hingelegt, aber gerade wenn Ihre Schläger sechs oder mehr Jahre auf dem Buckel haben, sollten Sie den Weg zu einem professionellen Fitter suchen und sich beraten lassen. Es könnte sein, dass schon kleine Veränderungen im Setup zu großen Veränderungen auf dem Platz und bei Ihrem Score führen.

Erfahrungen zum Putter-Fitting mit dem Sam PuttLab Besser Scoren: So funktioniert das Titleist Wedge-Fitting

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