In the Bag: Lernen Sie von den Besten
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Von den Profis lernen

In the Bag
 

Wir schauen in die Taschen der erfolgreichsten Spieler des Jahres und stellen fest: Die haben einiges begriffen, vor dem die meisten Amateure noch die Augen verschließen.

Ein weiteres Jahr ist vorbei. 54 Wochen, in denen uns Amateuren von Donnerstag bis Sonntag stets vor Augen geführt wurde, wie weit wir doch davon entfernt sind, Golf wirklich zu beherrschen. Den kürzesten Golfwitz der Welt kennen Sie ja vermutlich: "Ich kann's."

Natürlich werden wir niemals so gut werden wie ein Jason Day, Dustin Johnson oder Martin Kaymer, die mit den niedrigen Runden auf den schönsten und anspruchsvollsten Plätzen der Welt ihr Geld verdienen. Dafür müssten wir täglich mehrere Stunden gezielt auf Putting- und Pitching-Grün sowie der Driving Range trainieren. Ganz zu schweigen von dem disziplinierten Streben nach körperlicher Bestform.

Und doch können wir einiges von ihnen lernen. Nicht so sehr bei Schwunggedanken, Schwungebenen, Handpositionen und Ähnlichem. Sondern viel mehr beim bewussten Blick in die Taschen der besten Spielerinnen und Spieler.

Denn was sie längst begriffen haben, wollen viele Amateure nicht wahrhaben. Die moderne Technologie ist der Freund des Golfers. Sie will uns helfen, bessere Ergebnisse zu erzielen und mehr Spaß auf dem Platz zu haben.

Ein weiteres Jahr "In the Bag" hat wieder einmal gezeigt, dass wir uns auf dem Platz nicht mit geschmiedeten Blades und kleinen Schlägerköpfen abquälen müssen, um uns Kaymer, McIlroy und Co. etwas näher zu fühlen.

  1. Mehr Loft auf dem Driver

TaylorMade löste 2014 mit der Loft-Up-Kampagne eine Bewegung aus, die inzwischen auch Spieler anderer Hersteller aufgreifen. So sind es nicht mehr nur Longhitter wie Dustin Johnson oder Jason Day, die mit einer Schlagflächenneigung von zehn Grad und mehr am Tee stehen. Auch Rickie Fowler (10,5 Grad), Zach Johnson (10,5 Grad) und Co. greifen immer öfter zu einem Driver mit mehr Loft.

Den höchsten Wert bei einem Sieger auf European und US PGA Tour sahen wir erst kürzlich bei Charl Schwartzel im Leopard Creek Country Club. Sein Vapor Pro von Nike hatte 11,5 Grad Loft. Und trotzdem - oder gerade deshalb - schaffte es der Südafrikaner auf eine stattliche Weite von 274 Meter. Im Schnitt.

Natürlich werden wir auch weiterhin Spieler mit neun Grad und weniger im Driver sehen. Das hängt dann aber vor allem damit zusammen, dass die Profis den Ball in der Aufwärtsbewegung treffen.

Scheuen Sie sich nicht vor hohen Loft-Zahlen. "Meine Freunde lachen nur so lange, bis ich meinen Ball 30 Yards an ihnen vorbei schlage", sagte Stewart Cink über seine Entscheidung, auf zwölf Grad zu wechseln.

  1. Mehr Hybriden = mehr Spaß

Bernhard Langer und Bernd Wiesberger tun es, auch Ryder-Cup-Spieler Graeme McDowell und Victor Dubuisson haben es begriffen. Und Sie sollten es auch lernen: Hybriden sind erfunden worden, um uns Golfern zu helfen. Sie ersetzen die schwer zu spielenden langen Eisen und führen mühelos zu einem höheren Ballflug und einem bessern Kontakt aus allen Lagen - egal ob Fairway, Rough oder Bunker.

Gerade Damen und Senioren, aber auch nicht ganz so sportliche Golfer, denen einfach die Power fehlt, um den Ball mit den langen Eisen in die Luft zu bekommen, profitieren von dem etwas größeren Schlägerkopf mit dem tiefen Schwerpunkt. So sieht man gerade bei den Top-Proetten wie Lydia Ko oder Inbee Park stets zwei bis drei der kleinen Köpfe aus dem Bag schauen.

Hybriden haben allerdings nicht nur etwas mit der Schwunggeschwindigkeit zu tun. Selbst einer der Längsten der European Tour, Thomas Pieters, greift auf ein klassisches Hybrid zurück, um die langen Par 4s und kurzen Par 5s anzugreifen.

  1. Mut zur bunten Mischung

Die Zeiten sind vorbei, in denen Hersteller Eisensätze nur noch vom Eisen 4 bis PW ausgegeben haben. Natürlich gibt es diese Angebote noch; der Einfachheit halber. Aber der Verkauf von Einzeleisen ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Dennoch nutzen viele Amateure diese Möglichkeit noch zu selten aus.

Dabei hat sich das Phänomen auf der Tour längst durchgesetzt. Mischsätze mit mindestens einem fremden Eisen finden sich beispielsweise in den Taschen von Matthew Fitzpatrick, Justin Rose und Chris Wood.

Der Grund für diese uneinheitliche Linie ist ganz einfach: Bei den langen Eisen kommt es selbst den Profis in erster Linie nicht auf metergenaue Längenkontrolle an, sondern auf eine möglichst geringe Streuung und eine hohe Wiederholbarkeit. Dass Letzteres vor allem von der Qualität der Schläge abhängt, haben Rose und Co. begriffen und nehmen jede Spielunterstützung an.

Mischsätze aus fehlerverzeihenden, langen Eisen mit einem tiefen Schwerpunkt und längeren Schlägerköpfen sowie kurzen Eisen für das präzise Anspiel der Grüns haben sich in den vergangenen Jahren immer steigender Beliebtheit erfreut. Laut einer Studie von GolfDigest traten 2009 bei der Honda Classic gerade einmal zwölf Teilnehmer mit gemischten Sätzen an. Vier Jahre später waren es dagegen bereits 68, Tendenz steigend.

In the Bag: Alle Taschen der Sieger auf PGA und European Tour Jeder Schläger hat seine Geschichte: Eine Tasche voller toller Schläge

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