Bild Information: In the Bag: Lernen Sie von den Besten (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Von den Profis lernen

In the Bag
 

Wir schauen in die Taschen der erfolgreichsten Spieler des Jahres und stellen fest: Die haben einiges begriffen, vor dem die meisten Amateure noch die Augen verschließen.

Ein weiteres Jahr ist vorbei. 52 Wochen, in denen uns Amateuren von Donnerstag bis Sonntag stets vor Augen geführt wurde, wie weit wir doch davon entfernt sind, Golf wirklich zu beherrschen. Den kürzesten Golfwitz der Welt kennen Sie ja vermutlich: "Ich kann's."

Natürlich werden wir niemals so gut werden wie ein Jason Day, Dustin Johnson oder Martin Kaymer, die mit den niedrigen Runden auf den schönsten und anspruchsvollsten Plätzen der Welt ihr Geld verdienen. Dafür müssten wir täglich mehrere Stunden gezielt auf Putting- und Pitching-Grün sowie der Driving Range trainieren. Ganz zu schweigen von dem disziplinierten Streben nach körperlicher Bestform.

Und doch können wir einiges von ihnen lernen. Nicht so sehr bei Schwunggedanken, Schwungebenen, Handpositionen und Ähnlichem. Sondern viel mehr beim bewussten Blick in die Taschen der besten Spielerinnen und Spieler.

Denn was sie längst begriffen haben, wollen viele Amateure nicht wahrhaben: Die moderne Technologie ist der Freund des Golfers. Sie will uns helfen, bessere Ergebnisse zu erzielen und mehr Spaß auf dem Platz zu haben.

Ein weiteres Jahr "In the Bag" hat wieder einmal gezeigt, dass wir uns auf dem Platz nicht mit geschmiedeten Blades und kleinen Schlägerköpfen abquälen müssen, um uns Kaymer, McIlroy und Co. etwas näher zu fühlen.

  1. Mehr Loft auf dem Driver

TaylorMade löste 2014 mit der Loft-Up-Kampagne eine Bewegung aus, die inzwischen auch Spieler anderer Hersteller aufgreifen. So sind es nicht mehr nur Longhitter wie Dustin Johnson oder Jason Day, die mit einer Schlagflächenneigung von zehn Grad und mehr am Tee stehen. Auch Brooks Koepka (10,5 Grad), Lee Westwood (10,5 Grad) und Co. greifen immer öfter zu einem Driver mit mehr Loft.

Natürlich werden wir auch weiterhin Spieler mit neun Grad und weniger im Driver sehen. Das hängt dann aber vor allem damit zusammen, dass die Profis den Ball in der Aufwärtsbewegung treffen; mit einem positiven Attack Angle, wie der Fachmann sagen würde.

Scheuen Sie sich nicht vor hohen Loft-Zahlen. "Meine Freunde lachen nur so lange, bis ich meinen Ball 30 Yards an ihnen vorbei schlage", sagte Stewart Cink über seine Entscheidung, auf zwölf Grad zu wechseln.

  1. Mehr Hybriden = mehr Spaß

Bernhard Langer und Bernd Wiesberger tun es, auch Ryder-Cup-Spieler Lee Westwood, Ryan Moore und Matt Kuchar haben es begriffen. Und Sie sollten es auch lernen: Hybriden sind erfunden worden, um uns Golfern zu helfen. Sie ersetzen die schwer zu spielenden langen Eisen und führen mühelos zu einem höheren Ballflug und einem bessern Kontakt aus allen Lagen - egal ob Fairway, Rough oder Bunker.

Gerade Damen und Senioren, aber auch nicht ganz so sportliche Golfer, denen einfach die Power fehlt, um den Ball mit den langen Eisen in die Luft zu bekommen, profitieren von dem etwas größeren Schlägerkopf mit dem tiefen Schwerpunkt. So sieht man gerade bei den Top-Proetten wie Lydia Ko oder Inbee Park stets zwei bis drei der kleinen Köpfe aus dem Bag ragen.

Hybriden haben allerdings nicht nur etwas mit der Schwunggeschwindigkeit zu tun. Selbst einer der Längsten der PGA Tour, J.B. Holmes, greift auf ein klassisches Hybrid zurück, um die langen Par 4s und kurzen Par 5s anzugreifen.

  1. Mut zur bunten Mischung

Die Zeiten sind vorbei, in denen Hersteller Eisensätze nur noch vom Eisen 4 bis PW ausgegeben haben. Natürlich gibt es diese Angebote noch; der Einfachheit halber. Aber der Verkauf von Einzeleisen ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Dennoch nutzen viele Amateure diese Möglichkeit noch zu selten aus.

Dabei hat sich das Phänomen auf der Tour längst durchgesetzt. Mischsätze mit mindestens einem fremden Eisen finden sich beispielsweise in den Taschen von Masters-Champion Danny Willett, Matthew Fitzpatrick, und Chris Wood.

Der Grund für diese uneinheitliche Linie ist ganz einfach: Bei den langen Eisen kommt es selbst den Profis in erster Linie nicht auf metergenaue Längenkontrolle an, sondern auf eine möglichst geringe Streuung und eine hohe Wiederholbarkeit. Dass Letzteres vor allem von der Qualität der Schläge abhängt, haben Rose und Co. begriffen und nehmen jede Spielunterstützung an.

Mischsätze aus fehlerverzeihenden, langen Eisen mit einem tiefen Schwerpunkt und längeren Schlägerköpfen sowie kurzen Eisen für das präzise Anspiel der Grüns haben sich in den vergangenen Jahren immer steigender Beliebtheit erfreut. Laut einer Studie von GolfDigest traten 2009 bei der Honda Classic gerade einmal zwölf Teilnehmer mit gemischten Sätzen an. Vier Jahre später waren es dagegen bereits 68. Tendenz weiter steigend.

Ryder-Cup-Taschen 2016: die 24 Besten zeigen, was sie im Bag haben Fairwayholz, Hybrid oder Utility-Eisen? Marco Burger von HIO Fitting hat die Antwort

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Bernhard Langer mit langem Putter (Photo by Rob Carr/Getty Images) Bernhard Langer mit langem Putter (Photo by Rob Carr/Getty Images)

In the Bag

Langer mit langem Putter unschla...

Bernhard Langer gewinnt mit der KitchenAid Senior PGA Championship sein neunt...

weiterlesen
Stephan Jäger mit dem Ping G Driver (Photo by Andy Lyons/Getty Images) Stephan Jäger mit dem Ping G Driver (Photo by Andy Lyons/Getty Images)

In the Bag

Deutscher Doppelsieg in den USA

Stephan Jäger gewinnt auf der Web.com Tour seinen zweiten Titel, und Bernhard...

weiterlesen
In the Bag Sergio Garcia 2017 (Photo by Andrew Redington/Getty Images) In the Bag Sergio Garcia 2017 (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

In the Bag

Sergio Garcia: Mit neuem Putter ...

Sergio Garcia hat einen eigenwilligen Schwung. Noch eigenwilliger ist aber di...

weiterlesen
Rory McIlroy Callaway Driver (Photo by Andrew Redington/Getty Images) Rory McIlroy Callaway Driver (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Ausrüstung

McIlroy tauscht zum Masters eini...

Rory McIlroy macht kein Geheimnis daraus, dass er die Entscheidungsfreiheit b...

weiterlesen

Kommentare

Kommentar schreiben

Verhaltensregeln

Etikette | Richtiges Verhalten auch abseits des Golfplatzes

Sie können Beiträge auf golf.de kommentieren und somit Ihre Meinung äußern. Im Interesse aller User behält sich die Redaktion allerdings vor, Beiträge vor der Veröffentlichung zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen.

Bitte beachten Sie die Rechtschreibung und Interpunktion.

Kommentare werden gelöscht, wenn sie andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren.

Demagogische, sexistische oder rassistische Äußerungen führen zur sofortigen Löschung des Kommentars und zur umgehenden Sperrung des Accounts.

Zitate müssen als solche gekennzeichnet und der Urheber genannt werden. Unzulässig sind Kontaktadressen, Telefonnummern, Weblinks und gewerbliche oder werbende Hinweise. golf.de haftet nicht für den Inhalt von Nutzerbeiträgen und verweist auf die Eigenverantwortung der Leser für ihre Beiträge. Hinweise zu Kommentaren, die gegen unsere Nutzungsbestimmungen verstoßen, nehmen wir unter info@golf.de entgegen.