Bild Information: Kaufberatung Golfgriffe: Beim Griff geht es ums Wohlfühlen (Photo by HoleInOne Fitting)

Beim Griff geht es ums Wohlfühlen

Expertentipp
 

Dem Griff wird oft eine untergeordnete Rolle im Spiel beigemessen. Dabei hängt von ihm sehr viel ab. Marco Burger von HoleInOne Fitting weiß, worauf es ankommt.

Der Griff ist die einzige Verbindung zwischen Spieler und Schläger. Dadurch kommt ihm eine besondere Rolle in der Kontrolle über den Schlägerkopf zu. Dennoch sieht man immer wieder Spieler mit abgenutzen Griffen; teilweise bis auf den Schaft durchgeschrubbt. An einen Griffwechsel denken die Wenigstens. So müssen viele Griffe genauso lange aushalten wie ein kompletter Schlägersatz. Dass dies nicht gut gehen kann, weiß Marco Burger, der in seiner Werkstatt von HoleInOne Fitting täglich mit Schlägern und Griffen zu tun hat.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Grifftypen: Gummi und Cord. Trennt man das ein wenig genauer auf, gibt es verschiedene Gummiarten (härter, weicher, klebrig, rau uvm.). Vor allem gibt es aber verschiedene Strukturen auf dem Griff. Ein "Wrap"-Griff erinnert beispielsweise durch seine Wicklungen an ein Tennisgriffband. Die meisten Gummigriffe haben dagegen Vertiefungen - seien es nun Rillen, Rechtecke, Dreiecke oder sonstige Formen -, um dem Spieler mehr Halt zu geben.

Bei sogenannten Cord-Griffen ist die Basis aus Gummi in den unterschiedlichsten Anordnungen von Fasern durchzogen. Griffe, die noch einen reinen Gummianteil haben, nennen sich Half-Cord-Griffe; wenn der Griff komplett von Fasern überzogen wird, ist es ein Full-Cord-Griff.

Beim Griff geht es ums Wohlfühlen

Dabei hat das Material an sich keinen direkten Einfluss auf das Schlagergebnis. Es geht eher ums Wohlfühlen. Hat der Spieler einen ordentlich Halt, stimmt die Griffgröße und gefällt ihm die Haptik, hat man alles Notwendige für einen guten Schlag getan. Sehr oft sieht man allerdings Spieler mit zu dünnen oder alten und rutschigen Griffen. Das kann das Schlagergebnis durchaus beeinflussen.

Stimmt die Griffgröße nicht, greift man zu fest oder locker zu und die Kontrolle über die Schlagfläche nimmt ab. Die Folge sind unkonstante Ergebnisse. Kunden berichten nach einem Regripping sehr häufig, dass sich ein Schläger mit neuem Griff wie komplett neu anfühlt. Das motiviert und wirkt sich bei dem ein oder anderen positiv auf das Ergebnis aus. Daher ist es empfehlenswert, die Griffe mehrmals im Jahr mit Fettlöser zu reinigen. So kommt nicht nur die Farbe wieder krätiger zur Geltung, die Griffe erhalten auch ihren ursprünglichen Halt wieder.

Vor- und Nachteile von Cord- und Gummigriffen

Ein klarer Gewinner zwischen Cord- und Gummi-Griff lässt sich nicht einfach so küren. Der "perfekte" Griff hängt sehr stark vom subjektiven Empfindungen des jeweiligen Spielers ab. Die große Auswahl an unterschiedlichen Gummiarten, Strukturen und Kombinationen mit Cord (Full- oder Half-Cord) bringen zudem sehr unterschiedliche Spieleigenschaften mit sich. Dennoch gibt es Spieler, die von einem Griff aus Cord oder Gummi profitieren können.

Wann Sie einen Cord- oder Gummigriff spielen sollten
(Half- und Full)-Cord-Griffe Gummigriffe
Spieler, die einen Handschuh verwenden oder resistent gegen Blasen an den Fingern sind Spieler, die in trocknen Verhältnissen auch ohne Handschuh spielen
..., die an der Handinnenseite schnell schwitzen ..., die bei Nässe an beiden Händen Regenhandschuhe tragen
..., deren Hände rutschen, sobald es feucht wird ..., die gerne einen farbigen Griff spielen
..., die im Regen nicht mit einem Regenhandschuh spielen möchten ..., die mit Blasen an den Fingern kämpfen
..., die kein Problem haben, ihre Griffe regelmäßig wechseln zu lassen ..., die ein weicheres und klebriges Feedback bevorzugen
  ..., die ihre Griffe nicht so oft wechseln lassen möchten

Pure Grips: der Favorit von HIO Fitting

Bei HoleInOne Fitting sind wir große Fans des Wrap-Modells von Pure Grips. Er hat in trockenen Verhältnissen eine gute Griffigkeit und gibt ein sehr weiches Feedback. Die gewickelte Struktur unterstützt dieses Gefühl. Ein weiterer Vorteil ist die lange Haltbarkeit. Selbst bei einem Vielspieler kann man die Griffe durchaus mal über drei Saisons auf dem Schläger lassen - das wäre bei einem Cord-Griff nicht denkbar.

Da Pure Grips nur reine Gummigriffe im Sortiment hat - die im Gegensatz zu anderen Herstellern auf die Zugabe von Silikonen und Plastik verzichten -, bieten sie zusammen mit normalen Handschuhen eine etwas geringere Griffkeit bei nassen Bedingungen. Diesen Nachteil kann man aber mit einem Paar guter Regenhandschuhe für zehn bis 20 Euro ausgleichen. Zusammen mit dem Wrap-Griff eine hervoragenden Kombination, um maximalen Halt zu gewährleisten. Nach einem kurzen Schauer lassen sich die Griffe einfach mit einem Handtuch trockenreiben und bieten sofortigen Halt, weil sie sich nicht mit Wasser vollsaugen.

Wie bereits erwähnt, spielt neben dem Gefühl auch die Optik bei Griffen eine große Rolle. Gefällt einem der Griff - vor allem in Kombination mit Schaft und Schlägerkopf -, zieht man ihn gerne aus der Tasche. Das ist eine Grundvoraussetzung, mit Selbstvertrauen am Ball zu stehen. Pure Grips bietet bei den unterschiedlichen Modellen eine große Farbpalette an.

Diese Punkte sollten Sie bei der Kaufentscheidung von neuen Griffen beachten:

  1. Probieren Sie alle Griffe unbedingt mit einem Handschuh, wenn Sie auch sonst immer mit einem spielen
  2. Nehmen Sie die verschiedenen Materialien in die Hand und vergleichen Sie die Griffigkeit
  3. Testen Sie die Griffigkeit in trockenen und nassen Bedingungen. Tipp: Halten Sie dazu den Griff unter einen Wasserhahn
  4. Lassen Sie Hand und Finger ausmessen, um die exakte Griffgröße zu ermitteln
  5. Nicht jeder Schaft und Griff hat den gleichen Durchmesser. Eventuell benötigen Sie zusätzliche Tapes unter dem Griff.
  6. Achtung! Nicht jedes Tape ist gleich dick. Gehen Sie für den Griffwechsel unbedingt zu einem professionellen Fitter
  7. Halten Sie den Griff an den Schaft, um die finale Optik zu überprüfen
  8. Sprechen Sie mit dem Fitter über die Ausrichtung des Logos auf dem Griff. Dem einen hilft es zur Ausrichtung der Hände, andere stört es eher
Buchen Sie JETZT einen Termin bei HIO Fitting in München Weitere Informationen zum Custom Fitting finden Sie auf HIO Fitting.de

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Marco Burger | HoleInOne-Fitting

Marco Burger ist mit einem Handicap von +0,1 einer von drei Fittern bei HoleInOne-Fitting in Eichenau (bei München).

Aufgrund seines Studiums der Biomechanik an der TU München analysiert er seit Jahren Amateure wie Profispieler bezüglich ihrer Bewegung und Ausrüstung.

Burger hat einige Jahre in der Longdrive-Szene mitgemischt und war zudem zwei Jahre bei TaylorMade in Herzogenraurach. Dort hat er bereits Spieler verschiedener Profi-Touren gefittet, bevor er sich in München auf sein Masterstudium und Start-Up konzentriert hat.

  • Bachelor in Sport Science (2010)
    • Fokus: Biomechanik
  • Master in Human Factors Engineering (2015)
    • Fokus: Sports Engineering
  • C- und B-Trainerlizenz
  • Custom Fitting Adidas/TaylorMade
  • SAM BalanceLab Instructor
  • SAM PuttLab Instructor
  • Fitter of the Year 2013/2014 (KZG)

Andreas Nottebaum | clubfixx

Andreas Nottebaum ist Geschäftsführer von Clubfixx in Neuss.

In seiner Werkstatt passt er Schläger individuell an, unter anderem für die deutsche Tour-Spielerin Caroline Masson.

Der Fully Qualified Golf Professional blickt auf eine langjährige Erfahrung im Fitting und Vertrieb von Golfschlägern zurück und kennt sich dank seines sportlichen Hintergrunds (Deutscher Meister, National-Kader- und Bundesligaspieler) im Golfbusiness bestens aus.

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