Bild Information: Gemeinsam wird gekämpft: Kapitänin Pia Halbig freut sich mit Esther Henseleit über einen guten Schlag (Foto: DGV/stebl)

Deutschland verteidigt Platz fünf

Team-WM Damen 2018
 

Der Moving Day bei der Team-WM in Irland hatte es in sich. Auf und Ab und Auf. Faszination Teamsport Golf pur!

Maynooth/Irland – War das ein Tag! Jeder, der diese dritte Runde der Team-WM der Damen in Irland vor Ort miterleben durfte, hat die ganze Faszination des Teamsports Golf gespürt. Ein wahnsinnig intensiver Tag ist für das deutsche Team auf dem Montgomerie Course von Carton House vor den Toren Dublins nach einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem Happy End gekrönt worden.


Die drei Schützlinge von Bundestrainer Stephan Morales haben den fünften Platz behauptet, was ohne jeden Zweifel ein großer Erfolg ist. Andererseits hatten Esther Henseleit, Leonie Harm und Sophie Hausmann zwischenzeitlich so gut performt, dass sie alleine auf Rang vier standen und sogar auf Japan nur noch drei Zähler Rückstand hatten. Der Kampf um eine Medaille war zum greifen nah.

Gefühlter Absturz

Auf dieses Hochgefühl folgte der zwischenzeitliche Absturz, als The Monty im wechselhaften Wind des Nachmittags seine Zähne überdeutlich zeigte. Bogeys und sogar ein Doppelbogey kamen auf die Scorekarten, so dass kurzzeitig Schwarz-Rot-Gold auf dem Leaderboard nur noch auf Rang acht angezeigt wurde – was an sich immer noch eine tolle Platzierung im Konzert der großen Golfnationen wäre, aber eben die bislang fast durchgängig gezeigten, tollen Leistung der Athletinnen des National Team Germany in keinster Weise abbilden würde.
Am Ende ergab es sich aber, dass das Birdie von Esther Henseleit auf dem 17. Grün ausreichte, um den Gesamtscore nach drei Runden bei drei unter Par zu halten und so doch den fünften Rang zu verteidigen.

USA weiter vorne

An der Spitze haben sich die USA nicht nur behauptet, sondern als eines von wenigen Teams auf dem Links Course einen Teamscore unter Par reingebracht. Da Korea nur einen Zähler besser als Deutschland war, gehen die drei Führenden des World Amateur Golf Ranking mit fünf Schlägen Vorsprung auf den Titelverteidiger in die Finalrunde. Es könnte somit das erste Edelmetall für die USA seit 2010 geben. Sollte es Gold werden, wäre es bei der 28. Auflage schon der 14. Titel für die Amerikanerinnen.


Auf Rang drei hat sich Japan gehalten und liegt mit -13 nur einen Schlag hinter Korea.
Gastgeber Irland hat am dritten Tag seinen Heimvorteil voll nutzen können. Besser kam keine Mannschaft über den Montgomerie Course. Die -2 für den Tag lässt Irland von Platz zehn auf den vierten Rang springen. Einen Schlag dahinter teilen sich Italien, Deutschland und China den fünften Rang.

Hausmann mit einer 73

Sophie Hausmann startete solide in den Tag und machte auf den ersten drei Bahnen ihre Up-and-downs. Anschließend erarbeitete sich die Hubbelratherin viele gute Chancen und drückte ihren Score zwischenzeitlich auf zwei unter Par. Besser lag zu dem Zeitpunkt auf The Monty keine andere Spielerin. Am Ende unterschrieb Hausmann eine gute 73 (+1), war damit aber nach dem Verlauf der Runde natürlich nicht zufrieden. Nach einem Bogey auf Bahn 15 ging der Drive auf Bahn 16 rechts ins tiefe Rough und konnte nicht gefunden werden. Da auch der provisorische Ball nicht optimal lag, wurde es ein bitteres Doppelbogey. Auf den beiden finalen Bahnen hatte die College-Studentin jeweils Birdiechancen, aber beide Putts verfehlten ihr Ziel. „Das war definitiv nicht das Finish, was ich wollte. Auf der anderen Seite war es nur ein richtig schlechter Drive, den ich bitter bezahlt habe. Das hat die Runde ins Negative gedreht, aber ich habe weiter auf Birdie gespielt. Morgen spielen wir wieder auf O´Meara. Da haben wir eine gute Eröffnungsrunde gespielt und können ganz positiv in den Tag gehen. Es ist die letzte Runde, es kann viel passieren. Ich fühle mich gut und bin sehr zuversichtlich.“

Rückenprobleme

Leonie Harm, die am ersten Tag auf O´Meara für Deutschland mit drei unter Par das beste Ergebnis reingebracht hatte, lief mit einem kalten Putter über den Platz und hatte daher kaum eine Chance, Birdies zu spielen. Dazu gesellten sich noch Rückprobleme, die es schwer machten, einen vollen Drive zu schlagen. Nachdem Anna Wallmen-Krass, die Physiotherapeutin noch auf dem Platz half, ging es wieder besser, aber ein tiefer Score war da schon außer Reichweite. „Ich habe nie den Weg zurück ins Spiel gefunden, aber immerhin habe ich auf der 17 das erste Up-and-down aus einem Grünbunker geschafft. Morgen wird es wieder besser, ich gebe jedenfalls mein Bestes“, war das Fazit des Tages der Spielerin des GC St. Leon-Rot zurückhaltend.

Tagessieg im Flight

Deutschland war am dritten Tag gemeinsam mit China und Österreich auf der Runde und schaffte es, diese beiden Nationen hinter sich zu lassen. Dies rückt die Leistung von Harm, Henseleit und Hausmann noch einmal in ein besonderes Licht, befand Bundestrainer Stephan Morales am Abend: „Wir haben diesen Flight für uns entschieden. Wir haben besser gespielt als die Chinesinnen und die Österreicherinnen. Es fühlt sich am Ende aber ein bisschen nach einer verpassten Chance an, weil eine unserer Spielerinnen zwischenzeitlich von allen, die auf dem Monty gespielt haben, am besten lag. Trotz des späten Bogeys und Doppelbogeys hat sie noch immer eine sehr, sehr gute Runde rein gebracht. Wir sind noch immer vorne dabei. Wir haben unsere Position nicht verschlechtert, auch wenn uns andere Nationen näher gekommen sind. Wir hatten zwischendurch eine echte Chance, um den dritten Platz mitzuspielen. Am Ende ist der Abstand auf Japan jetzt aber schon groß. Trotzdem bleibt unser Ziel, so weit wie möglich vorne zu landen. Es ist eine Weltmeisterschaft und jedes Ergebnis in der Top Ten ist toll. Wir können noch immer diese WM als bestes europäisches Team beenden.“

Hochzeitsgeschenk an Kapitänin

Kapitänin Pia Halbig ist von der Leistung ihres Teams weiterhin sehr beeindruckt: „Die Mädels haben gut performt. Es war hart da draußen und jeder hat eine Phase gehabt, wo es nicht so gelaufen ist wie sie es sich vorgestellt haben. Trotzdem haben sie ihren Score zusammen gehalten. Das ist ganz wichtig an einem Tag, an dem es auch bei den anderen Teams nicht so gut läuft. Unsere drei Spielerinnen sind hungrig. Sie haben Lust auf den anderen Platz, der uns sehr gut liegt. Sie sehen, wieviele Chancen nach vorne morgen noch da sind und dass sie sich die Top-Vier-Platzierung noch holen können. Für mich persönlich wäre das ein tolles Hochzeitsgeschenk, wenn wir uns am Ende in der Top Fünf platzieren könnten.“

Kampf um die europäische Spitze

Die drei Bundesadler haben es am Finaltag auf dem O´Meara Course in der Hand, wieder an Irland vorbei zu ziehen. Olivia Mehaffey, die mit einer 70 (-2) heute den besten Score auf The Monty unterschreiben durfte, hat mit ihren Mitstreiterinnen nur einen Zähler Vorsprung auf die drei Athletinnen, die von Kapitänin Pia Halbig bestens betreut und immer wieder angefeuert werden.
Ein spannender Finaltag einer großartigen Weltmeisterschaft steht am Samstag an.
Die vierte Runde bestreiten die Deutschen wieder mit inzwischen guten Bekannten. Erneut ist Österreich im gleichen Flight und die Mexikanerinnen waren an den beiden ersten Tagen schon mit Deutschland auf der Runde. Um 11.58 Uhr wird Leonie Harm als erste Deutsche starten, um 12.09 Uhr folgt Sophie Hausmann und weitere elf Minuten danach beginnt für Esther Henseleit ihre letzte WM-Runde.

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