Bild Information: Den letzten Tag der Team-EM beenden die Mädchen des Junior Team Germany 3:2 gegen Spanien und schliessen das Turnier auf Platz fünf ab. (Foto: DGV)

Per Sieg in die Top Five

Team-EM 2017
 

Auch den letzten Matchplay-Tag gewinnen die Mädchen des Junior Team Germany. Mit einem 3:2 setzt sich das Team um Coach Sebastian Rühl heute gegen starke Spanierinnen durch. Damit beenden die Deutschen die Team-EM auf einem respektablen fünften Platz - nur geschlagen von den überstarken Schweden, die auch heute kein Match abgegeben haben und verdient Europameister werden.

Lohja, Finnland - Was für ein toller Abschluss für das junge deutsche Team! 3:2 setzen sich die Mädchen um Bundestrainer Sebastian Rühl heute gegen die Spanierinnen durch. Als sichere Bank entpuppt sich dabei ein weiteres Mal der deutsche Vierer, der heute in leicht veränderter Besetzung an den Start ging. Hannah Karg (Hamburger GC) spielte hier gemeinsam mit Sarina Schmidt (GC München Valley). Für Coach Rühl eine Entscheidung, die sich als goldrichtig herausstellen sollte: „Ich wusste, dass Sarina und Hannah sehr gut miteinander harmonieren. Das hat sich heute auch auf dem Platz so gezeigt. Es war toll zu sehen, wie die beiden miteinander kommuniziert haben.“ Die beiden Deutschen traten gegen das spanische Duo Arias/Garcia an und ließen diese mit 3&2 aussteigen.

Ein letztes Geschenk von Henseleit

Den zweiten deutschen Punkt konnte Alexandra Försterling (G&LC Berlin-Wannsee) sichern. Sie spielte heute eine Einzel-Partie gegen Blanca Fernandez. Försterling lag zunächst mit 2auf in Führung, musste die Spanierin dann allerdings wieder all square heranlassen. Das Comeback der Berlinerin kam letztlich in Gestalt von drei Birdies in Folge. Und das Endergebnis lautete 3&1 für die junge deutsche Spielerin. Ungefähr zeitgleich mit Försterlings Sieg musste Aline Krauter (Stuttgarter GC Solitude) ihren Punkt mit 4&2 an Paula Neira abgeben. Die Spanierinnen verkürzten damit auf 2:1, mit noch zwei offenen Partien auf dem Platz.

Da kam Esther Henseleit (Hamburger GC) ins Spiel. Für sie hatte dieser Tag eine besondere Bedeutung denn es war ihr letzter Start für die Mädchen-Nationalmannschaft. Sie ging in ihrem Spiel gegen Petra Duran über die volle Distanz. Dabei fand ihr Ball auf Bahn 18 eine üble Lage: knöcheltiefes Rough. Die Befreiung hieraus meisterte Henseleit mit einem sensationellen Schlag direkt auf das Grün und an den Stock. Per Eisen 5 über 150 Meter - kann man mal machen.

Nur dieser Schlag ermöglichte der routinierten Norddeutschen, das reguläre Match all square zu beenden und das Stechen herbeizuführen. Da sollte es dann Duran sein, die sich einen Fehler erlaubte. Eine Einladung, die man Esther Henseleit nicht zweimal machen muss. Sie knipste der Spanierin ganz regulär mit Par gegen Bogey das Licht aus und machte damit den Sieg der deutschen Mädchen perfekt.

Mit einer gewissen „Premiere“ war heute übrigens Celina Sattelkau (GC St. Leon-Rot) konfrontiert. An diesem letzten Matchplay-Spieltag der Team-EM musste die Rookie-Nationalspielerin ihren ersten Europameisterschafts-Punkt abgeben. Leicht machte Sattelkau es ihrer Gegnerin allerdings nicht. Raquel Olmos konnte der jungen Deutschen den Punkt erst am letzten der 18 Grüns entreissen.

Der beste fünfte Platz aller Zeiten

Damit beenden die Mädchen des Junior Team Germany die Europameisterschaften auf Platz fünf. In Anbetracht der hohen Leistungsdichte ist das ein richtig starkes Ergebnis. Herausragendes Highlight bleiben dabei nicht die Siege der deutschen Mannschaft, sondern ausgerechnet die einzige Niederlage. Denn kein anderes Team in dieser EM hat es vermocht, den späteren Europameisterinnen aus Schweden so sehr zuzusetzen.

Kurz vor der Siegerehrung sagte denn auch Coach Sebastian Rühl: „Der fünfte Platz fühlt sich verdammt gut an. Wir haben es in den ersten Flight geschafft und haben dann von allen Mannschaften das beste Match gegen das schwedische Team gehabt. Die Schweden selbst sind sogar auf uns zugekommen und meinten, dass wir die sportlichsten und besten Gegner für sie waren. Trotzdem wir jenen Tag verloren hatten, sind wir aufgestanden und haben danach zweimal gewonnen. Die Mädels haben sich da so reingehängt, obwohl da ja schon klar war, dass wir nicht mehr um die Medaillen mitkämpfen können. Ich bin sehr stolz auf dieses Team und in diesem Moment einfach nur ein sehr glücklicher Bundestrainer.“

Unbestritten steigen die starken Schwedinnen denn auch auf das Gold-Podest. Mit Ausnahme der drei Punkte gegen Deutschland verloren sie keine einzige ihrer insgesamt 21 Matchplay-Partien. Selbst im heutigen Finale gegen Italien fuhren die Skandinavierinnen mit 8&6, 4&3, 4&3 sowie 3&2 ausschließlich vorzeitige Entscheidungen ein. Nachdem ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen war, wurden die letzten drei noch offenen Partien geteilt. Die Schwedinnen fahren mit stolzgeschwellter Brust zurück nach Hause. Die deutschen Mädchen ebenso.

Marcus Neumann, Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband, hatte die famosen Leistungen der Mädels von Sebastian Rühl vor Ort miterlebt und war voll des Lobes: „Die vier Team-Europameisterschaften dieser Woche sind differenziert zu betrachten. Alles sind inzwischen Nachwuchsturniere. So steht dabei die Entwicklung der Athleten und das Lernen klar im Vordergrund. Mit Blick auf Erfolge können wir das positive Momentum nicht mit allen Teams auf unsere Seite ziehen. Analysen werden folgen, doch sei die Leistung des weiblichen U18-Teams besonders herausgestellt. Es hat sich in einem denkwürdig knappen Match nur dem späteren Europameister Schweden beugen müssen. Unbedingt zu erwähnen, dass die Schwedinnen sich in ihrer Siegerrede bei unserem Team für die Fairness und das hohe sportliche Niveau bedankt haben. Das zeigt, dass wir nicht nur beim männlichen Nachwuchs, der 2015 Europameister war und 2016 Silber gewonnen hatte, derzeit mit Teams mit großem Entwicklungspotenzial unterwegs sind, obwohl gerade unsere Mädchenzahlen auch aus demographischen Gründen weiter bedenklich zurück gehen. Wir konkurrieren mit den anderen Sportarten um jedes Talent. Das ist eine große Herausforderung!“

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