Bild Information: In der ersten Matchplay-Runde eliminierten stark aufspielende und feiernde Italienerinnen das DGV-Team von Bundestrainer Stephan Morales klar mit 5:2. Foto: GEPA pictures / Christian Walgram

Deutschland scheitert an Italien

Team-EM Damen 2018
 

Endstation Viertelfinale: Wie bereits 2017 scheitern die deutschen Damen bei der Team-Europameisterschaft in der Runde der letzten Acht. Gegen die Spielerinnen aus Italien kassierte der DGV-Kader im ersten Matchplay-Durchgang eine deutliche 2:5-Niederlage.

Was für eine Enttäuschung, was für ein bitterer Tag für die deutschen Damen: Nachdem sie sich am Mittwoch in der zweiten Zählspielrunde noch bravourös auf Platz 2 nach vorne gekämpft hatten, erlebten die DGV-Nationalspielerinnen und Bundestrainer Stephan Morales im ersten Matchplay-Durchgang eine herbe Niederlage gegen Italien. Stand es nach den beiden Vierern des Vormittags noch 1:1 zwischen der Nummer 2 und der Nummer 7 der Vorrunde, war es am Ende ein deutliches 2:5, das die Medaillenträume der deutschen Spielerinnen beendete. Drei der fünf Einzel gingen verloren, zwei Partien konnten die DGV-Damen nur teilen. Wie schon im letzten Jahr ist das gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Aus bei der Team-EM - zumindest, was den Kampf um die Medaillen angeht; am Freitag geht es in der Trostrunde nun gegen Finnland um den Einzug ins Spiel um Platz 5.

"Italien war für mich schon im Vorfeld einer der Mitfavoriten. Ich habe meinem Team gesagt, dass wir gut spielen müssen, um weiterzukommen. Das ist uns lange Zeit gelungen, am Ende aber leider in den entscheidenden Momenten nicht!" Die Enttäuschung war Bundestrainer Stephan Morales deutlich anzumerken: Diese Niederlage tut weh - vor allem, weil sie vermeidbar war. Nachdem Leonie Harm und Sophia Zeeb ihre Vierer-Partie am Vormittag knapp gewonnen und damit das 1:1 gesichert hatten - Aline Krauter und Esther Henseleit unterlagen mit 4&3 - ging das deutsche Team optimistisch in die Einzel.

Da Polly Mack durch eine Magen-Darm-Grippe gehandicapped war, ergab sich der deutsche Kader für die Einzel des ersten Matchplay-Tags dieser Europameisterschaft automatisch: Sophia Zeeb, Miriam Emmert, Aline Krauter, Leonie Harm und Esther Henseleit sollten im GC Murhof im österreichischen Frohnleiten Punkte holen und das Halbfinale klar machen.

Bald entwickelte sich ein enger Schlagabtausch, aber nur Sophia Zeeb musste ihre Partie vorzeitig abgeben, sie unterlag Roberta Liti mit 4&3. Wenig später hatte das Trainerteam mit Stephan Morales und Nicole Gögele dann allen Grund zu Optimismus, als die weiteren vier deutschen Spielerinnen allesamt mit 1 auf an die Spielbahnen 17 beziehungsweise 18 kamen. "Doch dann haben wir es einfach hergegeben", so Morales. Und zwar nicht, weil die Kontrahentinnen aus Italien ein spätes Birdie-Feuerwerk zündeten, sondern weil die DGV-Spielerinnen plötzlich unisono Bogeys kassierten. Miriam Emmert und Aline Krauter mussten den Punkt letztlich gänzlich an Italien abgeben, und auch Leonie Harm, die zwischenzeitlich schon mit 5 auf in Führung gelegen hatte, teile ihr Match nur noch. "Da hatten wir unsere Emotionen in der Schlussphase einfach nicht im Griff und haben es aus der Hand gegeben", so Morales.

Dass am Ende, als die Niederlage bereits besiegelt war, auch noch Esther Henseleit ihr Match per Handschlag teilte, obwohl ihr Ball gerade zum Birdie-Tap-In und damit zum Sieg am letzten Loch lag, passte ins Bild und verschaffte Italien eine auf dem Leaderboard makellose Einzel-Bilanz. Die Italienerinnen hatten insbesondere auf den letzten Spielbahnen eine Jubelorgie veranstaltet und jeden gelungenen Schlag gefeiert. Und auch damit haben sie das Team Germany ein wenig überrumpelt, abgesehen selbstverständlich von der starken sportlichen Vorstellung, die ihnen auf den Fairways des GC Murhof gelang.

"Es ist extrem schmerzhaft!"

Leider, so analysierte Stephan Morales später, habe bei seinen Spielerinnen in der Schlussphase eine gewisse Angst vorm Verlieren das Kommando übernommen. "Im Lochspiel hat man ja ganz schnell das Gefühl, dass man mit einem misslungenen Schlag alles verlieren kann. Das hemmt dann ungemein", so der Trainer. "Es ist extrem schmerzhaft, was wir gerade erleben - das habe ich meinen Spielerinnen gesagt. Aber das Positive ist: Gerade aus solch einer Situation können wir unheimlich viel lernen."

Was genau, das könnten bereits am Freitag die Damen aus Finnland zu spüren bekommen, Gegnerinnen des DGV-Teams im Spiel um den Einzug in die Partie um Platz 5. Die Finninen unterlagen Schweden mit 4&3 und messen sich ab 9 Uhr mit den deutschen Spielerinnen. Die wollen "den Fehler, den wir gegen Italien gemacht haben, keinesfalls noch einmal machen", so Stephan Morales, nämlich eine Partie am Ende im Grunde leichtfertig und völlig unnötig noch herzuschenken. Der Headcoach stellt klar: "Wir geben gegen Finnland alles! Wir wollen diese Partie auf keinen Fall verlieren."  

Die Viertelfinal-Partien der deutschen Damen >>>

Die Matches am Freitag >>>

 

 

 

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