Bild Information: Nick Bachem und Paula Kirner holen die Titel (Foto: DGV/stebl)

Kirner und Bachem holen die Titel

DLM 2018
 

Deutsche Lochspielmeister 2018 stehen fest.

FrankfurtPaula Kirner verteidigt erfolgreich ihren Titel als Deutsche Lochspielmeisterin und Nick Bachem darf sich zum ersten Mal auf dem Siegerpokal verewigen.

Silber geht bei den Damen an Celina Sattelkau, die im Finale mit 4&3 unterlag. Auch bei den Herren endete das Finale 4&3, wobei Lokalmatador Lukas Buller dem aggressiven Spiel des neuen Meisters Tribut zollen musste.

Bronze sicherte sich in einem hochspannenden Match Maike Schlender, die erst auf dem zweiten Extraloch den Sieg über Merle Kasperek errang.

Bei den Herren holte sich Timo Vahlenkamp die Bronzemedaille. Der Spieler des National Team Germany siegte gegen Anton Albers vom Hamburger LGC Hittfeld mit 4&2.

Zuschauermagnet

Als Zuschauermagnet stand Finalist Lukas Buller vom Frankfurter GC im Zentrum des Interesses. Das Finalmatch der Herren entwickelte sich zu einem echten Hingucker, denn beide Kontrahenten setzten sich gegenseitig immer wieder mit famosen Schlägen unter Druck. Der Marienburger Nick Bachem, ging dabei früh in Führung, konnte sich aber zunächst noch nicht entscheidend absetzen. Gegen Mitte der Runde war das Spiel des Sportsoldaten aber so zwingend, dass er Loch für Loch gewann und nach 13 Löchern mit 5auf in Front lag. Auf Bahn 14 unterlief Nick Bachem aus guter Lage ein Socket, so dass der Frankfurter Youngster noch einmal verkürzen konnte. Der Vorsprung des 18-Jährigen, der im GC Schloss Auel seine ersten Golfschwünge gemacht hat, war aber da schon zu groß. Lukas Buller konnte das Blatt nicht mehr drehen, denn auf Bahn 15 waren die Schläge des neuen Champions wieder sicher. Bachem machte die Tür für seinen Kontrahenten nicht mehr auf und durfte auf dem 15. Grün jubeln.

Bachem strahlend

Nach einem Titel als Deutscher Jugendmeister der U16 ist dies der erste Meistertitel bei den „Großen“ für Nick Bachem. „Nick ist ein Spieler, der Lust hat und auch keine Angst davor hat, zu gewinnen. Der zieht sein Spiel durch, das hat er heute vom ersten Schlag an gezeigt und damit Lukas Buller auch keine Chance gegeben, zu reagieren. Nick wollte diesen Titel und ist darauf losgestürmt. Ich traue Nick noch viel zu. Er soll aber Raum bekommen, sich zu entwickeln. Er muss weiter Gas geben und dann hat er die Möglichkeiten, viel zu erreichen, aber er muss noch viel dafür tun“, war Peer Sengelhoff, Heimtrainer des Marienburgers, sehr vom Auftritt seines Schützlings angetan.

Bachem selbst strahlte nach dem Gewinn seines ersten großen Titels über das ganze Gesicht: „Dieser Titel bedeutet mir einiges. So früh in der Saison zu gewinnen, nimmt einem ein bisschen den Druck für das Jahr. Die nächsten Turniere kann man befreiter spielen und das ist für diese Saison ein guter Start gewesen. Gegen Lukas Buller hier in seinem Heimatclub zu spielen, war super cool, weil so viele Leute mitgegangen sind. Das hat alles sehr viel Spaß gemacht und das war ein tolles Match. Ich bin mit einem guten Gefühl in das Match gegangen, auch wenn ich vorher noch nie gegen Lukas gespielt hatte. Ich habe die letzten Tage aber schon extrem gut gespielt und habe mir daher schon gedacht, dass es heute etwas werden kann, wenn ich genau so durchziehe. Ich bin gut in das Match rein gekommen und habe früh vier Birdies in Folge gemacht.“

Lukas Buller war trotz der Niederlage im Finale keineswegs enttäuscht. Der Youngster, der seit 2016 beim Frankfurter GC seine sportliche Heimat hat, gratulierte Nick Bachem herzlich und anerkannte dessen famose Leistung: „Das hat heute viel Spaß gemacht. Es war toll, Nick zuzuschauen und mit ihm spielen zu dürfen. Ich bin sehr glücklich, ins Finale gekommen zu sein. Heute habe ich ähnlich gut gespielt wie in den Matches zuvor, aber Nick war einfach besser.“

Niveau begeistert

Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann war vom Niveau der Titelkämpfe insgesamt begeistert: „Nick Bachem hat hochverdient gewonnen, denn er hat die ganze Woche auf allerhöchstem Niveau gespielt. Aber auch Lukas Buller hat gestern und auch heute eine sehr, sehr gute Leistung gebracht und kam damit als Zweiter vom Platz. Darüber gibt es aber keinerlei Enttäuschung, sondern einzig die Freude darüber, dass er ins Finale vorgedrungen ist und dort auch wieder eine wirklich gute Leistung abgerufen hat. Dass es heute gegen einen überragenden Nick Bachem nicht gereicht hat, sorgt noch nicht einmal für ein weinendes Auge. Wir freuen uns mit Nick, der sich mit diesem Sieg belohnt hat.“

Historischer Sieg bei Damen

Bisher ist es nur bei den beiden ersten Auflagen der Deutschen Lochspielmeisterschaft einer Athletin gelungen, zweimal in Folge den Titel zu gewinnen. Nach Katharina Schallenberg, die 2005 und 2006 jeweils den Sieg einfuhr, ist Paula Kirner trotz ihrer Jugend die erste Spielerin, die ihren Meistertitel erfolgreich verteidigen konnte. Für die 16-Jährige aus Lorsch waren diese beiden Meisterschaften allerdings sehr unterschiedlich: „Bei der ersten Meisterschaft war es von Grund auf anders, weil ich da noch nicht im Nationaltrikot gespielt habe und auch noch nicht die Erwartungen hatte, vorne mitzuspielen. Ich konnte nichts verlieren und bin ganz locker rangegangen. Dass es dann zu Platz 1 reichte, konnte ich damals kaum fassen. Dieses Mal freue ich mich natürlich auch riesig, aber es ist etwas anderes. Jetzt wussten alle, dass ich Lochspiel kann, aber ich habe mich auf mein Spiel konzentriert.“

Celina Sattelklau lange auf Augenhöhe

Der Verlauf des Finales war lange ungemein eng und spannend. Zwar ging Paula Kirner auf Bahn 5 mit 2auf in Front, gab dann aber sofort wieder ein Loch ab, als Celina Sattelkau einen langen Putt zum Birdie lochte. Lange lagen beide Kontrahentinnen danach eng beieinander und erst auf Loch 12 erhöhte Kirner auf 3auf. Postwendend kam erneut die Antwort der 16-Jährigen aus Malsch, so dass es weiter auf des Messers Schneide stand. Letztlich erzwang die Spielerin des Kiawah GC Riedstadt aber doch die vorzeitige Entscheidung und nahm auf Grün 15 die Glückwünsche ihrer Kontrahentin entgegen.

„Ich weiß, dass Celina Sattelkau sehr gut im Lochspiel ist und dass sie sehr gute Dinge machen kann, auch wenn sie zurück liegt. Ich hatte daher auf der Runde nie das Gefühl, das Match schon gewonnen zu haben. Ich habe hier gelernt, dass ein Match erst dann zu Ende ist, wenn man sich umarmt und alles klar ist“, resümierte Paula Kirner.

Gutes Gefühl

Auch Celina Sattelkau selbst hatte vor und in diesem Match ein gutes Gefühl. Bei ihrer zweiten Teilnahme bis ins Finale vorzudringen, machte die Spielerin des GC St. Leon-Rot nicht nervös. „Ich habe mir nicht so viele Gedanken gemacht und bin ganz ruhig ins Match gegangen. Ich habe heute aber nicht ganz mein A-Game gespielt. Ich habe manchmal etwas liegen lassen und damit Paula Kirner ein paar Chancen gegeben. Mein kurzes Spiel war heute nicht so gut wie gestern. Generell bin ich aber ganz zufrieden, auch wie ich mich auf dem Platz verhalten habe. Ich bin immer positiv geblieben und habe immer an mich geglaubt. Es war eine gute Runde, ein gutes Match, was dann nicht so ausgegangen ist, wie ich mir das vorgestellt hatte. Nach einem etwas holprigen Saisonstart war das hier ein guter Start in die „richtige“ Saison und ich freue mich jetzt auf die weiteren Turniere und Erfolge. Ich wünsche Paula weiterhin alles Gute. Das hat sie gut gemacht“, beglückwünschte die eine Spielerin des Junior Team Germany die andere herzlich.

Überglücklicher Bundestrainer

Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl war mit dem Gesamtergebnis dieser Titelkämpfe mehr als zufrieden. Zwei Spielerinnen aus seinem Junior Team Germany im Finale, weitere in der Top Ten – da strahlte der Coach am Rande der Siegerehrung.

„Das war ein äußerst positives Turnier für das Junior Team Germany. Wir haben viel dazugelernt. Der Platz in Frankfurt war -wie immer- gut und in einem ausgezeichneten Pflegezustand. Die Grüns waren schnell, hart und schwierig, insgesamt gut in Schuss und damit für die langfristige Leistungsentwicklung genau der richtige Ort“, lobte Rühl Anlage und Gastgeber. Zur Meisterin führte der Coach aus: „Im letzten Jahr ist Paula Kirner noch ein bisschen unter dem Radar unterwegs gewesen. In diesem Jahr trat sie im Nationaltrikot an, war 2017 Führende der Jugendrangliste. Damit stand sie schon etwas mehr unter Druck. Das alles will man dann verteidigen, man steht in der Öffentlichkeit, der Name ist in Deutschland bekannt und auf einmal wird Golf eine andere Sportart. Jetzt nochmal zu gewinnen, war für Paula ein großer Schritt und darauf bin ich sehr stolz. Die Ernsthaftigkeit, mit der Paula unterwegs ist, gibt Anlass zur Hoffnung, dass da noch einiges nachkommt. Wichtig ist, dass sie weiter Spaß hat.“

Wichtige Erfahrung

In die gleiche Kerbe schlug auch Verena Scholz, die Heimtrainerin der nun zweifachen Deutschen Meisterin: „Beide Titel waren auf eine ganz andere Art und Weise wichtig. Im letzten Jahr der Sieg aus der Rolle als Nicht-Favoritin das Ding so durchzuziehen und in diesem Jahr eine ganz andere Situation als Titelverteidigerin, als Nationalspielerin, wo man sie kennt und die Erwartungen ganz andere sind. Zu lernen, damit umzugehen und fokussiert zu bleiben, war für die Zukunft eine super Erfahrung.“

Freude auch über Bronze

Timo Vahlenkamp und Maike Schlender freuten über ihre Bronzemedaillen fast so wie die Meister über Gold. „Das war meine erste Medaille bei einer Deutschen Lochspielmeisterschaft. Ich bin damit sehr zufrieden und habe heute gut gespielt. Ich bin von Anfang an gut ins Match gekommen und habe gleich ein paar Birdies gemacht, habe danach auch weiter stark gespielt und die Medaille nach Hause gebracht“, war Timo Vahlenkamp sichtlich glücklich.

Für Maike Schlender war es bei der vierten Teilnahme die erste Medaille. „Ich hatte mich tierisch gefreut, als Gruppenerste weiter zu kommen und auch das erste Match in der KO-Runde zu gewinnen. Heute im Spiel um Platz drei auf Merle Kasperek zu treffen, hat mich sehr gefreut. Ich hatte großen Respekt, denn ich kenne Merle schon sehr lange. Sie ist eine gute Spielerin und hat das Ding hier ja auch schon mal gewonnen. Es war heute ein spannendes Match und wir haben uns nichts geschenkt. Am zweiten Extraloch konnte ich es für mich entscheiden, aber Hut ab vor Merle! Ich hatte Mitte der Backnine einmal das Gefühl, gewinnen zu können, habe dann aber einen wirklich blöden Putt vorbeigeschoben und so sind wir all square auf die 16 gegangen. Dann wurde es nochmal richtig eng. Diese Medaille zeigt mir, dass ich über den Winter gut gearbeitet habe und so früh im Jahr schon gut performen zu können, bestätigt das“, geht Maike Schlender mit viel Optimismus in die jetzt beginnende Saison auch in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi. Am 12. und 13. Mai wird es dann schon ein Wiedersehen von Merle Kasperek und Maike Schlender geben, wenn in Hubbelrath der erste Spieltag in der 1. Bundesliga Nord auf dem Spielplan steht.

Dank an den Frankfurter GC

Sowohl der stellvertretende Präsident des DGV, Achim Battermann, wie auch Marcus Neumann, Vorstand Sport, zeigten sich von diesen Deutschen Lochspielmeisterschaften beeindruckt. Battermann bedankte sich im Rahmen der Siegerehrung besonders herzlich bei den vielen Helfern, die eine solche Meisterschaft überhaupt erst möglich machen. Die Spielleiter als Ehrenamtliche, aber auch der Frankfurter GC, der einen wieder prächtig präparierten Platz zur Verfügung stellte, bekamen viel Applaus.

Achim Battermann, der selbst auch Mitglied in Frankfurt ist, drückte seine Hoffnung aus, dass nach der gerade zu Ende gegangenen neunten Auflage in Folge im kommenden Jahr ein Jubiläum bei der DLM 2019 zu feiern sein wird und dann wieder der FGC Gastgeber für jeweils 32 der besten Herren und Damen Deutschlands sein wird.

Marcus Neumann lobte den Platz und das sportliche Niveau: „Hier in Frankfurt wird den Athleten immer ein phantastischer Rahmen geboten. Und die Sportler bedanken sich mit tollen Leistungen. Ich habe hier wieder viele großartige Schläge gesehen und Duelle erlebt, die auch den Zuschauern richtig Spaß gemacht haben. So soll es sein und so darf es gerne auch im kommenden Jahr weitergehen!“

 

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Sieg in Lytham (Foto: DGV) Sieg in Lytham (Foto: DGV)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Sieg im Nations-Cup

Tim Mayer und Felix Krammer holten den Sieg in der Nationenwertung bei der Fa...

weiterlesen
Die Lochspielmeisterin von 2014, Merle Kasperek, kämpft im Stechen um Bronze (Foto: DGV/stebl) Die Lochspielmeisterin von 2014, Merle Kasperek, kämpft im Stechen um Bronze (Foto: DGV/stebl)

DLM 2018

Spannende Duelle im Lochspiel

Den Titel machen die Nachwuchsspieler des GTG im Frankfurter GC unter sich aus.

weiterlesen
Strahlende Siegerin: Sophie Hausmann (Foto: privat) Strahlende Siegerin: Sophie Hausmann (Foto: privat)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Turniersieg in den USA

Sophie Hausmann gewinnt im College-Golf. Yannik Paul legt beim PAC-12 seinem ...

weiterlesen
Lukas Buller steht im Finale der DLM 2018 (Foto: DGV/stebl) Lukas Buller steht im Finale der DLM 2018 (Foto: DGV/stebl)

DLM 2018

Heimsieg möglich

Lukas Buller vom Frankfurter GC steht im Finale.  

weiterlesen
DLM 2017
Partner des DGV
Partner des DGV