Bild Information: Teamwork at its best: Hurly Long und Marc Hammer (Foto: DGV/stebl)

Deutschland steht im Halbfinale

Team-EM Herren 2018
 

Entscheidung fällt mit letztem Putt auf dem 18. Grün.

Bad Saarow – War das ein irrer Kampf! Das Viertelfinale zwischen Deutschland und Titelverteidiger Spanien brachte die Luft zum knistern, obwohl es am Scharmützelsee Hunde und Katzen regnete. Am Ende durfte das Team um Bundestrainer Ulli Eckhardt auf dem 18. Grün des Faldo Course Berlin als Sieger jubeln.

Dabei war nach den Vierer am Vormittag beim Stand von 1:1 noch alles ausgeglichen. Die fünf Einzel hatten es dann mächtig in sich!

Der Bundestrainer brachte den Verlauf des Nachmittags, der mit einem 4:3-Sieg für Deutschland gekrönt wurde, präzise auf den Punkt: „Das Match stand die ganze Zeit auf des Messers Schneide. Ich hatte das Gefühl, das Match hört und hört nicht auf. Erst ganz zum Schluss hat es gereicht. Das ist wunderbar! Die Jungs haben großartig gespielt und eine tolle Leistung gezeigt. Es war sehr, sehr anspruchsvoll. Ich bin wirklich sehr happy, dass wir ab morgen um die Medaillen spielen dürfen!“

Erster Punkt durch Long

Hurly Long traf im ersten Duell auf Manuel Elvira und zeigte von Beginn an, dass entschlossen zum Sieg war. Schnell holte sich der Spieler des GC Mannheim-Viernheim die Führung und gab diese auch nicht wieder ab. Allerdings wurde es auf der Backnine noch einmal spannender als erwartet, obwohl Long nach 13 Bahnen schon 3auf lag. Am Ende wurde es ein 2&1-Sieg und der erste Punkt für Deutschland.

Hurly Long war stolz auf die Leistung des Teams: „Dieser Sieg ist ganz besonders, weil man für ein Team spielt und das ganze Land vertritt. Jetzt geht es weiter. Morgen steht ein hartes Match gegen Finnland an. Wir freuen uns darauf. Ich wusste, dass ich meinen Punkt machen muss und dass ich den auch machen werde. Zwischendurch habe ich mir eine kleine Auszeit genommen. Ich spiele aber immer dann besonders gut, wenn es schwierig wird. Das sind genau die Momente. Dass ich auf den Bahnen 16 und 17 jeweils Birdies gemacht habe, war echt toll. Den entscheidenden Putt zu lochen, weil ein geiler Moment. Schön, dass der gefallen ist. Wir müssen fokussiert weiter spielen. Wir haben eine gute Mannschaft, haben das heute gut gemacht. Morgen geht es darum, konzentriert aufzutreten und dann geht alles.“

Hammer trotzte der Nummer 19 der Welt

Marc Hammer hatte eine besonders harte Nuss zu knacken. Der zweite Mannheimer im National Team Germany traf auf Angel Hidalgo. Der Spanier steht aktuell in der Weltrangliste (WAGR) auf Platz 19. Anfangs konnte der Deutsche sogar in Front gehen, lief anschließend aber meist einem knappen Rückstand hinterher. In einem echten Krimi ließ Hammer den Spanier nie davon ziehen und zwang so den Favoriten bis auf das 18. Grün. Der Ausgleich wollte nicht mehr fallen und so entschied Hidalgo das Match mit 2auf für sich. 

18-Jähriger behält die Nerven

Auch im dritten Einzel war die Rolle des Favoriten klar auf Seiten des Spaniers, der in der WAGR mehr als 50 Plätze vor Jannik de Bruyn rangiert. Der Spieler des GC Hösel zeigte aber eine famose Leistung und ging früh in Führung. Auf die Backnine kreuzte dieses Match mit 2auf für de Bruyn. Victor Pastor ließ nicht locker und so hatte der 18-jährige Rheinländer zwar ständig die Nase vorne, ohne aber eine Vorentscheidung herbeiführen zu können. Das Match ging auf die 18 und hier setzte Jannik de Bruyn noch einen letzten Stich, so dass er mit 2auf triumphierte.

Die Freude über den Triumph war riesig, das Selbstvertrauen ist dadurch nochmals kräftig gewachsen: „Die zweite Zählspielrunde hatte uns schon gezeigt, dass wir ganz vorne mitspielen können. Das hat uns sehr viel Selbstvertrauen für heute gegeben. Wir haben sehr gut gekämpft und am Ende auch das bessere Golf spielt. Morgen wollen wir natürlich gewinnen. Das Ziel ist das Finale!“

Wende knapp verpasst

Timo Vahlenkamp traf auf Adrian Mata. Der Spanier ging früh in Führung, konnte sich aber nie absetzen. Timo Vahlenkamp, der bekannt dafür ist, dass er sehr geduldig bleibt und seinen Stiefel konstant runter spielt, lieferte einen großen Kampf und hatte immer wieder die Chance, den Ausgleich zu erzielen. Fortuna war aber nicht im Bunde mit dem Spieler des Berliner GC Stolper Heide. Auch sehr gute Schläge wurden nicht immer belohnt und so durfte am Ende der Spanier über einen 2&1-Sieg jubeln.

Alles hing nun am letzten Match, das noch auf dem Platz war. Michael Hirmer war gegen Alejandro del Rey früh auf einem extrem guten Kurs. Bahn um Bahn sicherte sich der Bayer und schien lange als der sichere Sieger. Nach zwölf Bahnen stand es 5auf für Michael Hirmer. Den fünf deutschen Birdies in Serie hatte der Spanier nicht viel entgegen zu setzen.

Bruch im Spiel

Auf dem 13. Tee gab es dann aber eine längere Wartezeit, die den Spanier wieder ins Spiel brachte. Hirmer verzog einen Drive und machte damit die Tür zum Erfolg für del Rey einen winzigen Spalt auf. Der Iberer stellte gleich beide Füße in den Türrahmen und begann eine spektakuläre Aufholjagd, wobei er dann auch noch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite hatte. Der Vorsprung des Spielers in Schwarz-Rot-Gold schmolz mehr und mehr zusammen und mit 1auf ging dieses Match auf das 18. Tee. Hätte Alejandro del Rey ausgeglichen, wäre auch das gesamte Duell ausgeglichen gewesen und die beiden Spieler hätten ins Stechen gehen müssen.

Welch´ eine Erlösung, als Michi Hirmer einen Putt aus kurzer Distanz cool zum Sieg lochte und damit den Aufstieg des Teams Deutschland ins Halbfinale sicherte. Michael Hirmer strahlte trotz des heftigen Dauerregens am Ende: „Es war ein harter Kampf in diesem Regen. Wir sind alle überglücklich, dass wir das gepackt haben, nehmen das Momentum mit und schauen, wie weit wir noch kommen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Ding hier gewinnen können. Wir sind alle sehr gut drauf und ich freue mich auf die nächsten Tage.“

Vierer am Vormittag

Am Vormittag wurden die beiden Vierer gespielt. Bei ihrem Mannheimer Club spielen Hurly Long und Marc Hammer bisher die Vierer noch nicht zusammen, aber nach diesem starken Auftritt könnte sich dies vielleicht ändern. Die beiden harmonierten prächtig und ließen ihren spanischen Kontrahenten Alejandro del Rey und Adrian Mata zu keinem Zeitpunkt die Hoffnung, das Blatt wenden zu können. Das Match ging letztlich glatt mit 4&3 an die Deutschen. Im zweiten Vierer bekamen es Falko Hanisch und Jannik de Bruyn mit Angel Hidalgo und Victor Pastor zu tun. Die Spanier gingen erst in Führung, ließen dann aber schnell auch wieder den Ausgleich für das deutsche Duo zu. Doch gegen Ende der Frontnine und zu Beginn der Backnine wurde es dann doch einseitiger, als die Iberer fünf Bahnen in Folge gewinnen konnten und so eine Vorentscheidung geschafft hatten. Hanisch/de Bruyn konnten nicht noch einmal kontern und gaben den Punkt mit 5&3 auf dem 15. Grün ab.

Jetzt wartet Finnland

Das Duell Deutschland gegen Spanien wurde erwartungsgemäß absolut auf Augenhöhe gespielt. Etwas anders waren die Voraussetzungen im Match zwischen Schweden und Finnland. Die Schweden waren als Sieger der Zählspielqualifikation hoher Favorit gegen die östlichen Nachbarn, die auf Platz acht so gerade eben den Sprung in Flight A geschafft hatten.

Nicht zum ersten Mal wurde ein Zählspiel-Champion kalt erwischt – so auch in diesem Duell. Nach den Vierern stand es 1:1 und alles war offen. Die Schweden fuhren in den Einzeln zwar zwei glatte Siege ein, aber der dritte Punkt im Kampf Mann gegen Mann wollte nicht fallen. Finnland glich aus und so hing alles letztlich am Match zwischen Ludvig Aberg (Schweden) und Veeti Mähöhnen (Finnland). Dieses konnte nach 18 Löchern nicht entschieden werden, so dass es in die Verlängerung ging. Erst auf dem 22 Loch durfte Suomi darüber jubeln, am Freitag ab 7.30 Uhr im Halbfinale auf Deutschland zu treffen.

Es steht also sicher wieder ein spannender Tag in Bad Saarow an. Wieder werden zunächst zwei Vierer gespielt, ehe es ab 12.30 Uhr in fünf Einzel-Matchplays um den Finaleinzug geht.

Das andere Halbfinale bestreiten die beiden vorher schon als heiße Titelaspiranten gehandelten Teams aus Dänemark und England. Dänemark setzte sich mit 4,5:2,5 gegen Schottland durch, während England gegen Frankreich mit 6:1 gewann, dabei aber in jedem einzelnen Duell richtig gefordert wurde und kein einziges Match klar war.

 

Ergebnis Zählspiel Livescoring Matchplay

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