Bild Information: Beste Chancen für den "Sportkameraden": Der Sportsoldat Nick Bachem geht als Führender in die morgige Finalrunde. (Foto: DGV/ Tiess)

Henseleit und Bachem behaupten Führung

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Nach dem dritten Turniertag der Deutschen Meisterschaften führt Esther Henseleit mit nunmehr 12 Schlägen Vorsprung. Bei den Herren setzt sich Nick Bachem an die alleinige Spitze des Feldes

Northeim - Der dritte Tag der Deutschen Meisterschaften 2018 brachte großartiges Golfwetter mit sich - und führte zu einer Vorentscheidung im Feld der Damen. Die in den letzten Tagen so phänomenal spielende Esther Henseleit (Hamburger GC) notierte heute eine Par-Runde und konnte ihren Vorsprung auf die zweitplatzierte Anni Eisenhut (Münchener GC) damit nochmal deutlich auf stolze zwölf Schläge ausbauen. Denn Eisenhut, die bereits auf ihren ersten beiden Bahnen ganze drei Schläge verlor, musste sich heute mit einer 77 (+5) zufrieden geben und liegt für das Turnier nunmehr bei 214 Schlägen (-2).

Die Junioren-Nationalspielerin aus Süddeutschland konstatiert: „Heute lief es nicht, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe schon mit Doppelbogey-Bogey begonnen, habe über die Runden praktisch keine Birdiechance genutzt und dem entsprechend auch nur ein Birdie gespielt. Dennoch bin ich ganz guter Dinge für morgen. Ich will nochmal eine tiefe Runde spielen und dabei auch die Atmosphäre geniessen.“

12 Schläge Vorsprung - aber nicht glücklich

Anders sieht es da bei Esther Henseleit aus. Mit ihrem deutlichen Vorsprung darf sie sich sehr berechtigte Hoffnungen machen, morgen ihren ersten Deutschen Damenmeister-Titel mitzunehmen. Glücklich ist sie, die heute auf Bahn 10 gestartet ist, mit ihrem Tag allerdings keinesfalls: „Auf den ersten Neun war ich noch relativ zufrieden - an der 18 und der 1 habe ich gute Birdies machen können. Ab Bahn zwei lief es dann aber nicht mehr so - vor allem im Kurzen Spiel. Ich habe geputtet, wie sonst was.“ In der Tat zeigten sich untypische Schwächen im Spiel der Nationalspielerin.

Gleich drei Drei-Putts und drei vergebene Up-and-Downs hinterliessen Spuren in ihrem Score. Dass sich ihr Vorsprung heute dennoch ausbaute, war denn auch vor allem der Schwäche ihrer Mitspielerinnen geschuldet. Unter solchen Umständen möchte die Norddeutsche allerdings nicht gewinnen. Sie hat da ganz klare Vorstellungen: „Ich habe mir trotz des Vorsprungs vorgenommen, morgen weiter aggressiv zu spielen und nicht anzufangen, die Führung zu verwalten. Ich will so weitermachen, wie ich die ersten beiden Tage gespielt habe.“ Für das Turnier liegt Henseleit derzeit bei 202 Schlägen (-14).

Die beste Runde des Damenfeldes gelang heute der Marienburgerin Carolin Kauffmann. Kauffmann hatte schon gestern eine starke 68 (-4) unterschrieben und wiederholte diesen Score heute. Dabei wäre sogar noch mehr drin gewesen. Schon nach vier gespielten Bahnen lag sie bei 3 unter, musste kurz vor und nach dem Kreuzen allerdings jeweils einen Schlagverlust hinnehmen. Für das Turnier schiebt sich Kauffmann mit ihrer heutigen Leistung auf einem geteilten dritten Rang vor und liegt bei 216 Schlägen (Even Par). Ebenfalls auf Rang drei stehen Sophie Witt (GC Hubbelrath), Sarina Schmidt (GC München Valley) und Anna Lina Otten (Düsseldorfer GC) - alle drei waren heute in derselben Spielgruppe unterwegs.

Enges Rennen bei den Herren

Im Feld der Herren kristallisierte sich heute die alleinige Führung von Nick Bachem (Marienburger GC) heraus. Der Spieler des Golf Team Germany notierte eine 71 (-1) und liegt damit für das Turnier bei 139 Schlägen (-5). Das reicht, um sich von seinem Co-Führenden Max Krämer (G&LC Haghof) zu lösen, denn der musste heute mit seiner 74 (+2) einen empfindlichen Rückschlag im Rennen um den Titel hinnehmen. Krämer fällt so mit nunmehr 142 Schlägen (-2) auf T3 zurück - eine Position, die er sich mit Leon Breimer (GC Am Reichswald) teilt.

Breimer unterschrieb heute eine starke 69 (-3) und wühlte sich damit regelrecht von einem geteilten 15. Rang in Richtung Treppchen-Platzierung. Ebenfalls eine 69 (-3) spielte Tim Mayer vom Frankfurter GC. Der Vize-Mannschaftsmeister verbessert seine Position von T5 auf den alleinigen zweiten Rang. Für das Turnier steht er bei 141 Schlägen (-3) und ist damit nunmehr Bachems ärgster Verfolger.

Mit kaputtem Bizeps an der Spitze

Trotz des engen Rennens, ist es aber der Sportsoldat aus Marienburg, der die besten Chancen auf den Deutschen Meistertitel der Herren hat. Dass er nach dieser zweiten Turnierrunde so gut liegt, ist jedoch keineswegs selbstverständlich, denn innerhalb des solide aussehenden Scores verstecken sich ausgewachsene Dramen, inklusive drei Wasserbälle, mehrerer Drei-Putts und einem krassen Up-and-Down aus 60 Metern Entfernung. Bachem zieht denn auch ein überaus glückliches Fazit:

„Der Tag heute war krass und ich bin selten mit einer Golfrunde so zufrieden gewesen. Die 1unter hätte auch locker eine 6über sein können und ich hätte mich nicht beschweren dürfen. Und irgendwie habe ich mich durch den ganzen Kampf dann doch gut im Turnier gehalten. Aus meiner aktuellen Position kann ich morgen meinen Stiefel entspannt runterspielen und bin nicht auf hundert Birdies angewiesen. Ich spiele einfach eine schöne Runde Golf und hoffe, dass das reicht.“

Dass Bachem das Turnier überhaupt mitspielen kann, ist ein kleines Wunder. Denn vor drei Wochen hat er sich die linke Bizeps-Sehne gerissen, die dazugehörige OP steht noch aus. Zwischenzeitig zeigt er absolut beeindruckendes Golf: er ist mit seiner Clubmannschaft aufgestiegen, hat die Militär-WM gewonnen und zwei weitere Turniere richtig stark beendet: „Wahrscheinlich werde ich das nächste Mal erst im Januar einen Golfschläger in der Hand halten, denn nach der Meisterschaft hier, steht erst einmal die Operation an. Und genau deswegen geniesse ich den Fakt, dass ich hier überhaupt spielen kann, gerade total.“

Ein Platz mit Zähnen

Die tiefsten Runden im Feld der Herren wurden heute übrigens von den Junioren-Nationalspielern Laurenz Schiergen und Felix Krammer erzielt. Die beiden brachten jeweils eine 68 (-4) ins Clubhaus. Dass der anspruchsvolle Risk-and-Reward-Platz des GC Hardenberg sich auch gegen ein so starkes Teilnehmerfeld zu wehren weiß, macht ein Blick auf die Zahlen klar: Nur sieben der 82 Herren und lediglich zwei der 40 Damen liegen für das Turnier unter Par. Und dieser veritable Meisterschaftsplatz wird ohne Zweifel auch morgen die eine oder andere Überraschung bereit halten. Insbesondere für den Titelkampf der Herren ist also volle Spannung angesagt.

Nick Bachem, Tim Mayer und Leon Breimer gehen im Leader-Flight der Herren um 09:45 Uhr auf die Finalrunde. Im Leader-Flight der Damen spielen Esther Henseleit, Anni Eisenhut und Carolin Kauffmann ab 09:24 Uhr.

Bericht zum 1. Turniertag

Bericht zum 2. Turniertag

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