Bild Information: Die deutschen Seniorinnen spielen sich bei den Europäischen Mannschaftsmeisterschaften (EMM) auf den vierten Platz! (Foto: DGV)

Deutsche Seniorinnen verpassen Bronze

Senioren-EMM 2017
 

Nach einer starken Zählspielqualifikation und einem Viertelfinalsieg gegen die Damen aus Schweden muss das deutsche Team am Ende doch noch zwei Niederlagen einstecken und beendet die diesjährigen Europäischen Mannschaftsmeisterschaften auf Rang vier.

Eines war von Beginn an klar: Der Faux Pas vom Vorjahr durfte sich auf gar keinen Fall wiederholen. Damals verpasste die Auswahl der deutschen Seniorinnen nämlich die Zählspielqualifikation für den Flight A und durfte in der folgenden Lochspiel-Meisterschaft lediglich um die Ehre und maximal Platz neun kämpfen. Und so viel sei verraten: Die deutschen AK 50 Damen fühlten sich hier im slowakischen Skalica Golf Resort bei der Ehre gepackt und machten gleich zu Beginn klar, dass sie ihre eigenen hohen Erwartungen auch erfüllen wollten.

Gesagt, getan: Die Zählspielqualifikation absolvierten sie mit Routine und Bravour - und lagen nach dem ersten Spieltag sogar auf Platz eins des Feldes. Und auch am zweiten Zählspieltag sollten es lediglich die starken Engländerinnen (744; +24) schaffen, sich vor die deutsche Auswahl (746; +26) zu setzen. Mit Stephanie Kiefer (74, 72; +2) und Heike Werres (73, 73; +2) lagen gleich zwei deutsche Spielerinnen auf dem geteilten dritten Platz. Und Susanne Lichtenberg, die die Einzelrangliste nach dem ersten Spieltag sogar als Co-Leader anführte, spielte sich mit Runden von 72 und 75 Schlägen (+3) auf einen respektablen geteilten achten Platz.

Frankreich stoppt den deutschen Siegeszug

Nachdem die Pflicht geschafft war, stand nun die Kür an: Die dreitägige Lochspiel-Meisterschaft um die europäische Krone. Viertelfinal-Gegner der deutschen Damen war die Auswahl aus Schweden. Cornelia Schmidt-Stützle (Stuttgarter GC Solitude) und Patricia „Patsy“ Stoehr (G&LC Berlin-Wannsee) sicherten ihren Vierer-Punkt auf dem letzten Grün mit 1auf. Ihnen folgte die amtierende Europameisterin Susanne Lichtenberg (Krefelder GC), die ihr Match gegen Catharina Mansson mit 2&1 zum Sieg beendete. Den dritten und entscheidenden Punkt zum Sieg sollte Heike Werres (GC Bonn-Godesberg) frühzeitig sichern. Mit 4&3 schickte sie Helene Maxe zurück ins Clubhaus und machte den deutschen Tageserfolg klar.

Mit ihrem 3:2 Sieg gegen die Skandinavierinnen stellten die Deutschen die Weichen für den Kampf um die Medaillen. Im nun anstehenden Halbfinale warteten dann allerdings die Seniorinnen aus Frankreich. Die hatten ihrerseits bereits die Niederländerinnen aus dem Rennen geschlagen. Und tatsächlich entpuppten sich „Les Bleus“ auch für das deutsche Team als unknackbare Nuß. Vier der fünf Matches gingen, teilweise mit deutlichen Ergebnissen, an die Damen aus Frankreich. Lediglich Stephanie Kiefer (G&LC Kronberg) konnte mit ihrem 4&3 gegen Nathalie Lamboult zur Ehrenrettung der deutschen Damen beitragen. Mit dem klaren 1:4 blieb dem Team um Kapitänin Tessa Oldenbourg statt des Finales lediglich das Spiel um Platz drei.

Gegen Irland und Starkwind

Und da warteten ausgerechnet die spielstarken Vorjahresmeisterinnen aus Irland sowie eine Wetterlage, die sich für die Damen von der Insel wie ein Heimspiel anfühlen musste: Starkwind-Bedingungen! Mit 4&3 knöpften sie Cornelia Schmidt-Stützle  und „Patsy“ Stoehr den Punkt aus der Viererpartie ab. Und auch Heike Werres musste ihr Matchplay an Bahn 15 mit 4&3 verloren geben. Caroline Effert (Aachener GC 1927) und auch Stephanie Kiefer (G&LC Kronberg) lagen in Führung und waren auf gutem Wege, zwei deutsche Punkte ins Clubhaus zu bringen.

Allerdings wurden diese Ergebnisse obsolet, als auch Susanne Lichtenberg ihren Punkt mit 4&2 abgeben musste. Mit drei verlorenen Matches und dem Sieg in der Tasche der Iren, wurden die beiden noch offenen Partien abgebrochen. Und dem deutschen Team bleibt die vielleicht undankbarste Platzierung, die man in einem Turnier erreichen kann: Platz vier. Susanne Lichtenberg ist enttäuscht, zeigt aber direkt den kämpferischen Blick nach vorne: „Wir hatten uns einiges vorgenommen - leider hat es wieder nicht gereicht. Die Iren waren deutlich im Vorteil bei dem Sturm und einem dazu sehr trockenen Platz. Nun gilt es für das kommende Jahr wieder zu trainieren - dann gibt es bei den nächsten Europameisterschaften eine neue Chance!“

Und Stephanie Kiefer lässt die gesamte Turnierwoche noch einmal Revue passieren: „Eine ereignisreiche Woche ist zu Ende gegangen. Das erste Ziel haben wir mit Bravour gemeistert - in der Zählspielqualifikation konnten wir eine geschlossene Mannschaftsleistung abliefern und das schlechte Abschneiden vom letzten Jahr wieder ausbügeln. Gegen Schweden haben wir ein spannendes und knappes Länderspiel gehabt, welches uns unter die letzen vier Mannschaften gebracht hat. Die Franzosen waren im Halbfinale einfach sehr stark und wir konnten nicht immer unsere Bestform abrufen. Heute gegen Irland war unser größter Gegner der Wind. Auch wenn das Ergebnis eindeutig ist, so hatten wir eigentlich auch zwei Punkte sicher. Schade. Aber nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Natürlich sind wir enttäuscht, aber weiter geht’s.“

Als neue Europäische Mannschaftsmeister fahren die Damen aus Frankreich zurück nach Hause. Ihr Sieg gegen die deutsche Mannschaft war nämlich keine Ausnahme, sondern exemplarisch. Auch im Finale gegen England setzten sie sich mit 3,5:1,5 durch und zeigen beeindruckend, dass sie die beste Mannschaft der Team-EM sind.

Die Ergebnisse der EMM Damen AK50

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