Bild Information: Krefelder unter sich: Bei der Senioren-Europameisterschaft holt Susanne Lichtenberg bei den Damen den Sieg im Stechen. Martin Birkholz belegt Platz zwei bei den Herren. (Bild: privat)

Lichtenberg ist Europameisterin

Einzel-EM AK 50
 

Die beiden Krefelder Susanne Lichtenberg und Martin Birkholz halten bei den Europameisterschaften der Senioren die deutschen Farben hoch. Und zwar richtig weit hoch! Denn erst erkämpft sich Lichtenberg am Finaltag die geteilte Führung und siegt dann im anschließenden Stechen gegen die Titelverteidigerin Macarena Campomanes aus Spanien. Birkholz belegt bei den Herren einen starken geteilten zweiten Platz!

Die Europameisterschaften der Altersklasse (AK) 50 finden in diesem Jahr in Österreich auf dem Par-73-Platz des traditionsreichen Schloß Schönborn statt. Die absolut erstklassig gepflegte Anlage mit ihren insgesamt 27 Spielbahnen zählt seit Jahren konstant zu den schönsten Golfplätzen Österreichs. In dieser Woche sollte sie von den besten Senioren-Golfspielern Europas herausgefordert werden. Die haben ihrerseits einen perfekt präparierten Golfplatz mit engen und langen Bahnen sowie herrlich schweren Grüns vorgefunden.

In dem mit 144 Spielern voll besetzten Starterfeld sind auch zwölf Spielerinnen und zehn Spieler aus Deutschland dabei. Die Europameisterschaften der Senioren waren in den vergangenen Jahren immer wieder ein ertragreiches Pflaster für die Deutschen. Das sollte in diesem Jahr nicht anders ein.

Golf-Thriller bei den Damen

Der Erfolg kam jedoch nicht von alleine zu den Deutschen. Ganz im Gegenteil - pures Drama spielte sich in der Spitzengruppe der Damen ab. Tessa Oldenbourg (GC Wörthsee) und Susanne Lichtenberg - vielen noch bekannt als Susanne Dieners - standen vor dem Finaltag mit 156 Schlägen (+10) auf dem geteilten fünften Rang. Titelverteidigerin Macarena Campomanes (Spanien) lag mit 154 Schlägen (+8) auf T3. Diese drei gingen gemeinsam um 11:30 Uhr direkt vor dem Leaderflight auf die Runde. Und genau hier in dieser Spielgruppe sollte sich das Rennen um den Titel entscheiden. Denn die bislang führende Jane Rees (Wales) sollte heute nur eine 83 (+10) zu Papier bringen und auch die Schwedin Helene Maxe verabschiedete sich mit Birdie-freier Runde und ganzen neun Schlagverlusten aus der Spitze des Leaderboards. Die Bühne war also frei für den Thriller von Schönborn!

Mit zwei Schlägen Vorsprung ging die Titelverteidigerin aus Madrid in die Finalrunde. Dass zwei Schläge allerdings wenig bedeuten, zeigte Campomanes sehr schnell. Ganze neun Bogeys sowie fünf Birdies notierte sie heute und definiert dem Begriff „Up and Down“ damit ganz neu. Völlig anders erscheint da das Spiel von Susanne Lichtenberg. Auf dem großartig vorbereiteten und anspruchsvollen Platz hatte sie ein Birdie und nur drei Bogeys zu verzeichnen. Dabei war selbst das beinahe schon ein Bogey zu viel. Aber der Reihe nach:

Nach Schlagverlusten auf den beiden ersten Spielbahnen war der Vorsprung der Spanierin bereits früh verspielt. Ab da war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Spitzenspielerinnen, in dem Campomanes es zwischenzeitig immer wieder schaffte, sich knapp in Führung zu bringen. Nach einem weiteren ihrer zahlreichen Bogeys lagen Campomanes und Lichtenberg ab Bahn 15 schlaggleich. Bahn 16 spielten beide mit Par. Und an Bahn 17 musste Lichtenberg dann einen ihrer wenigen Schlagverluste verzeichnen. Die Spanierin Campomanes ging also mit einem Schlag Vorsprung auf die letzte Bahn. Aber das Glück sollte ihr hier nicht gediehen sein - für sie war hier nur ein Bogey zu holen. Lichtenberg hingegen notierte Par. Und das bedeutete: Stechen! 

Hier ließ die Rheinländerin allerdings nichts mehr anbrennen. Auf dem Programm stand Loch 11, eine 165 Meter lange Par-3-Bahn mit extremem Gegenwind. Macarena Campomanes verzog ihren Abschlag links neben das Grün ins Semi-Rough. Der zweite Schlag blieb kurz und landete im Bunker. Das kleine Wunder, ein „Sandy Par“, blieb aus und am Ende notierte die Titelverteidigerin ein Bogey. Lichtenberg hingegen spulte, wie schon zuvor auf der Runde, ihr ganz routiniertes und konzentriertes Programm ab. Sie setze ihren Ball platziert auf das Grün, mit nur 2,50 Meter zur Fahne. Mit ihrem ersten Putt legte sie sich den Ball tot an den Stock lochte von dort sicher ein. Die Sensation war perfekt!

Zehn Deutsche Spielerinnen über der Cut-Linie

So siegt Susanne Lichtenberg nach Runden von 80, 76 und 75 Schlägen (231; +12) vor Macarena Campomanes (74, 80, 77; +12). Auf Platz drei spielte sich die Schwedin Maria Liberg (233; +14), die heute mit 73 Schlägen die beste Runde des Tages erzielen konnte und sich damit an diesem Finaltag um ganze sieben Positionen verbessert hat. Stephanie Kiefer (239; +20) vom G&LC Kronberg hat die EM als zweitbeste deutsche Spielerin auf dem zehnten Platz abgeschlossen.

Caroline Effert vom Aachener GC (241; +22) verbesserte ihren Rundenscore kontinuierlich und konnte sich so am Finaltag noch um fünf Positionen auf T12 verbessern. Sie resümiert: „Wir sind beeindruckt von der unglaublich tollen Gastfreundschaft. Die Stimmung ist klasse und der Platz ist ein Traum - ein wunderschöner Park-Kurs mit schwierigen tollen Grüns. Ich bin mit meiner Leistung beschränkt zufrieden. Ich habe mich von Tag zu Tag ein bisschen gesteigert. Ich hatte eigentlich vor, unter die Ersten Zehn zu kommen - das hat nun leider nicht so ganz geklappt. Aber im Großen und Ganzen war es ein tolles Turnier. Und mit dem Sieg von Susanne sind wir hier völlig aus dem Häuschen.“

Insgesamt hatten sich zehn der insgesamt zwölf deutschen Spielerinnen für die Finalrunde qualifiziert. Von diesen zehn konnte Chris Utermarck (G&LC Berlin-Wannsee) die Runde jedoch aufgrund eines Infektes nicht antreten und zog sich zurück.

Birkholz kämpft sich nach vorne

Bei den Herren ist Martin Birkholz (Krefelder GC) als einer der aussichtsreichsten deutschen Kandidaten ins Rennen gegangen. Der hält aktuell zwei Titel - er ist Internationaler Deutscher Amateurmeister AK 50 2016 und Deutscher Meister AK 50 2017. Nach dem ersten Spieltag sollte es für den Krefelder nach seiner 75er Runde (+2) zunächst einmal für den geteilten zehnten Rang reichen. Bester Deutscher war zu diesem Zeitpunkt Rainer Gödeke (Aachener GC) auf Platz drei (72; -1).

Nach dem zweiten Spieltag war es dann jedoch Birkholz, der nach Runden von 75 und 73 Schlägen (148; +2) den dritten Rang eingenommen hat. Zu diesem Zeitpunkt lag der Schweizer Markus Frank mit 140 Schlägen an der Spitze des Leaderboards. Der Schwede Thomas Nilsson lag mit 144 Schlägen auf Platz zwei. Geordnete Verhältnisse auf dem Treppchen der Herren? Nicht ganz. Denn der Finaltag stand noch an.

Die drei Herren spielten ihre Finalrunde gemeinsam in der Spielgruppe der Schlagbesten. Sowohl Nilsson als auch Frank sammelten Schlagverluste und konnten diesen jeweils nur ein Birdie entgegensetzen. Ganz anders Birkholz. Der auf Angriff gepolte Rheinländer erspielte sich die Birdiechancen und nutze sie auch. Allerdings schloss sich jedem seiner Birdies direkt im Anschluss ein Bogey an. Immerhin blieb er so im Gegensatz zu seinen Kontrahenten ausgeglichen und schaffte es mit seinem Birdie-Bogey-Birdie Finish doch noch, die Runde unter Par zu beenden und damit den Schweden Thomas Nilsson einzuholen. Selbst zum führenden Markus Frank fehlten am Ende nur noch zwei Schläge. Ganze sechs Zähler hat Birkholz auf den Schweizer gut machen können!

Am Ende gewinnt Markus Frank aus der Schweiz die Herrenwertung der European Seniors’ Championship mit 69, 71 und 78 Schlägen (218; -1). Auf dem geteilten zweiten Platz landen der Deutsche Martin Birkholz und der Schwede Thomas Nilsson mit 220 Schlägen (+1).

Drei Deutsche in den Top Ten

Zweitbester Deutscher wurde Karlheinz Noldt (GC Hamburg Wendlohe) mit 226 Schlägen (+7) auf dem geteilten siebten Platz. Mit einem Schlag mehr landete Thomas Krieger (GC Heddesheim Neuzenhof) auf dem geteilten neunten Rang. Der Süddeutsche war im Jahr 2016 zwar bereits amtierender Deutscher Seniorenmeister - durfte damals aber aufgrund der stichtagbezogenen Altersregelung der European Golfers Association (EGA) trotzdem noch nicht bei den Europameisterschaften „seiner“ Altersklasse antreten. Er war schlichtweg zu jung. 

Bei seinem diesjährigen Debüt hier im GC Schloß Schönborn zieht Krieger ein positives Fazit: „Ich wusste eigentlich nicht so richtig, was hier auf mich zukommt und war doch überrascht, wie hoch das Niveau in diesem Turnier ist. Hier wird richtig starkes Golf gespielt. Meine Hoffnung war natürlich, auf eine Medaille spielen zu können - dafür fährt man ja zu solchen Meisterschaften. Letztendlich kann ich aber mit meinem Spiel sehr zufrieden sein und damit ist auch das Ergebnis in den Top Ten absolut in Ordnung.“

Knapp verpasst wurden die Top Ten von Ulrich „Utz“ Schulte (Bochumer GC). Der Strich durch die Rechnung kam in der Finalrunde, die er mit über 77 Schlägen (+4), darunter einem Triple-Bogey an Bahn 13, unterschrieb. Schulte landet damit auf dem geteilten 14. Platz. Insgesamt haben neun der zehn gestarteten deutschen Spieler den Cut geschafft. Gespielt wurde sie allerdings von nur acht Deutschen, denn Veit Pagel (Hamburger GC) musste sich für die Finalrunde aufgrund einer noch nicht gänzlich kurierten Handverletzung abmelden. Mit dem deutschen Rekordmeister ist aber spätestens in zwei Wochen wieder zu rechnen. Dann steht nämlich ein weiterer wichtiger Höhepunkt im Turnierkalender der Senioren an: die Internationalen Amateurmeisterschaften AK 50 im Mittelrheinischen GC Bad Ems.

Ergebnisse der European Senior Ladies Championship Ergebnisse der European Senior Mens Championship

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