Bild Information: Rodolfo Erico Junge und Nina Hauptfleisch sind die beiden Deutschen Meister 2015 der Jungsenioren. (Foto: C&V)

Hauptfleisch und Junge gewinnen die Regenschlacht von Schloss Egmating

DM AK 35 2015
 

Starke Regenfälle beeinträchtigten die Wettspiele um die Deutschen Meisterschaften in der AK 35. In einem auf eine Runde eingekürzten Turnier behauptete Nina Hauptfleisch (Hamburger GC Falkenstein) erfolgreich ihre Ansprüche auf den Titel. Bei den Herren setzte sich Rodolfo Erico Junge (GC St. Leon-Rot) knapp durch.

Unter außergewöhnlichen Wetterbedingungen spielten die Jungsenioren um die seit kurzem umbenannten Deutschen Meisterschaften in der AK 35. Nachdem der erste Spieltag des Turniers aufgrund der überstarken Regenfälle komplett abgesagt werden musste, war auch der zweite Turniertag nur mit Einschränkungen umsetzbar. Die am Samstag zuerst gestarteten Herren musste ihre Runde aufgrund eines heftigen Gewitters unterbrechen. Und das aus gutem Grund, denn der Blitz schlug teilweise mitten auf dem Turnierplatz ein. Für die Damen, die nach den Herren starten sollten, bedeutete diese Verzögerung, dass auch der zweite Turniertag buchstäblich ins Wasser fiel. Ihre Deutsche Meisterschaft sollte sich von drei Zählspielrunden auf eine reduzieren. Und selbst die Herren konnten den verregneten Samstag erst mit viel Mühe und Geduld um 20:41 Uhr zu Ende führen. Auch der Sonntag sollte mit Regen aufwarten, wobei die Niederschläge in keinem Vergleich zu den Vortagen standen. In jedem Fall konnte heute gespielt werden und tatsächlich zeigte sich der Platz des GC Schloss Egmating in einem den Umständen entsprechend sehr guten Zustand. Die Greenkeeper haben alles in ihrer Macht stehende getan, um die Anlage für die Deutsche Meisterschaft klar zu halten.


Am Ende war der Platz tatsächlich bespielbar. (Foto: C&V)

Bei den Damen sollte sich der Titelkampf innerhalb des Favoritinnen-Kreises abspielen. Dabei gelang es Nina Hauptfleisch (Hamburger GC; 75 Schläge; +2), sich in einem spannenden Match gegen Tanja Morant (Münchener GC; 76 Schläge; +3) und deren schlaggleiche Mannschaftskollegin Sylvia Wilms durchzusetzen. Alle drei waren in derselben Spielgruppe unterwegs und insbesondere Nina Hauptfleisch spielte mit 15 Pars, einem Birdie, einem Bogey und einem Doppelbogey eine bemerkenswert ausgeglichene Runde auf dem regengetränkten Turnierplatz. Das Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Damen blieb bis zum letzten Putt spannend. Hauptfleisch lag bis zum Abschlag der 15. Bahn bei Even Par und führte damit knapp. Dann musste sie ihren Doppelfehler notieren und lag danach gleichauf mit Tanja Morant bei 2 über Par. Wilms lag nach Bogey an Bahn 15 bei 4 über Par. An Bahn 16 schloss Wilms mit Birdie zu den Mitspielerinnen auf und lag bei +3. Morant und Hauptfleisch spielten hier Par und blieben bei +2. An Bahn 17 drehte Tanja Morant das Spiel mit einem Birdie und übernahm zwischenzeitig die alleinige Führung. Doch bei diesen Platzbedingungen sollte dies noch nichts bedeuten. Und so brachte die abschließende Bahn 18 die abermalige Wendung. Hauptfleisch lochte den Putt zum Par und notierte 75 Schläge (+2). Morant musste nach einem Schlag ins Gebüsch einen bitteren Doppelfehler hinnehmen und beendete die Runde mit 76 Schlägen (+3). Sylvia Wilms lochte hier zum Par und teilt sich den zweiten Platz mit Tanja Morant. Die erfolgreiche Titelverteidigerin Nina Hauptfleisch war glücklich, den Platz überhaupt spielen zu können und sagte: „ Mit den beiden ausgefallenen Turniertagen kamen wir uns vor, als stünden wir startbereit vor einer geschlossenen Schranke. Wir hätten gerne mehr als eine Runde gespielt, aber die Platzarbeiter haben schon wirklich alles getan, was sie konnten. Das Wetter war einfach nicht auf unserer Seite. Alles in allem kamen wir uns ein bisschen vor wie bei der Deutschen Meisterschaft der Schafskälte.“

Wie schwierig die Spielbedingungen waren, zeigten auch die Scores der weiteren Spielerinnen. Triple-Bogeys waren keine Seltenheit. Und so sollte es in dieser Deutschen Meisterschaft der AK35-Damen auch lediglich ein einziges Eagle geben. Dieses erzielte Anette Kugelmüller-Pugh vom GC Feldafing, als sie auf Bahn 9 lediglich zwei Schläge benötigte, um ihren Spielball zu versenken. Sie beendete das Turnier auf T8.

Die Herren waren, zumindest im Vergleich zu den Damen, etwas besser daran. Sie konnten immerhin zwei der drei geplanten Turnierrunden absolvieren. Titelverteidiger Alexander Koller (GC München Eichenried) konnte, wie auch schon bei der vor zwei Wochen etatgefundenen Europameisterschaft der Mid-Amateure, nicht ganz vorne mitspielen. Er fand sich am Ende auf dem 15. Platz wieder. Das Titelrennen sollten vielmehr Rodolfo Erico Junge (GC St. Leon-Rot) und Christian Apelt (GC München-Valley) unter sich ausmachen. Beide gingen mit einer schlaggleich absolvierten ersten Turnierrunde (73 Schläge, +1) in den Tag. Nach den Front Nine lag Junge bei Even Par. Apelt lag einen Schlag über Par. An Bahn 12 folgte dann ein Birdie von Junge. Und an Bahn 14 kam dann das, was wie eine Vorentscheidung aussah: Ein Doppelfehler von Apelt und damit eine Führung für Junge von ganzen vier Schlägen. Doch das Blatt sollte sich noch einmal wenden. Und zwar schnell. An Bahn 15 wollte Junge seinen Ball lediglich platzieren. Der Ball landete allerdings im Aus und er musste ein Doppelbogey notieren. Auf Bahn 16, noch immer mit zwei Schlägen Führung, wollte Junge abermals sicher spielen. Dabei schloss er das Schlägerblatt jedoch - sein Ball ging ins Wasser und legte damit den Grundstein für Junges zweiten Doppelbogey in Folge. Und plötzlich war das Spiel wieder komplett offen. 

Als Bahn 17 wartete ein Par 3 auf die beiden Kontrahenten. Apelt war hier zuerst am Zug. Aber wenn es so etwas wie ein Momentum gab, dann war es im starken Gegenwind schnell verflogen. Sein Ball blieb kurz und stoppte an einer Bunkerkante. Den folgende Chip schlug er etwas dünn - der Ball flog über das Grün hinweg. Kurzum: Apelt musste nun selbst ein Doppelbogey notieren und lag abermals zwei Schläge hinten. An der entscheidenden 18. Bahn, einem Par 4, schlugen dann beide Spieler ihre Drives ins Semi Rough. Apelt musste angreifen und schlug seinen Ball aufs Grün. Der Putt sollte jedoch ganze 20 Meter Distanz mit sich bringen. Den musste Christian Apelt jedoch versenken, wenn er überhaupt noch eine Chance haben wollte. Er puttet sehr gut, der Ball trifft sogar die Lochkante, lippte aber aus und bleibt mit 50 cm Distanz zum Loch liegen. Es wird am Ende ein Par. Rodolfo Erico Junge sieht, was ihn erwartet und er kennt den Score. Er weiß, dass er nun auf Sicherheit spielen kann. Er setzte seinen Putt taktisch auf 30 cm ans Loch und schließt schlussendlich zum kalkulierten Bogey ab. Er gewinnt die Meisterschaft mit einem Schlag Vorsprung. Zu seinem erstmaligem Titelgewinn sagte Junge anschließend: „Ich galt vielleicht als Mitfavorit, aber durch das verkürzte Turnier war es für mich viel schwieriger, meine Stärke auszuspielen. So war das Spiel enger. Ich habe am Anfang nicht mit dem Sieg gerechnet, aber zum Glück ist es gut ausgegangen. Ich habe trotz meiner seit zehn Jahren bestehenden Startberechtigung das erste Mal mitgespielt und dies ist meiner erster Einzeltitel. Ich bin sehr happy.“

Auf Rang 3 spielte sich Rainer Gödeke (Aachener GC 1927; 151 Schläge, +7), der von den drei Podestplatzierungen die mit Abstand beste Finalrunde spielte (73 Schläge, +1). Ihm machte allerdings seine Vorrunde (78 Schläge, +6) einen Strich durch die Rechnung. Die beste Runde des Turniers gelang allerdings Christian Sommer, dem Mannschaftskapitän des GC Hubbelrath. Er spielte heute eine Even-Par-Runde und notierte damit den besten Score des gesamten Turniers. Ein Ausdruck dafür, wie schwer der Platz zu spielen war. Sommer landete gemeinsam mit André Bernreiter (GC Wörthsee) auf T4 (152 Schläge; +8).

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