Bild Information: Die Podestplatzierten der EM der Mid-Amateure (v.l.): Steffen Alvang, Carlos de Corral und Michael Thannhäuser. (Foto: privat)

Deutscher feiert größten Erfolg

EM Mid-Amateure 2018
 

Nach einem engen Turnier muss sich Michael Thannhäuser knapp geschlagen geben.

Baltschik, Bulgarien - Eng war es an der Spitze dieser stark besetzten Europameisterschaften der Mid-Amateure, die in diesem Jahr im bulgarischen BlackSeaRama Resort ausgetragen wurden. So eng, wie man es sich von diesem hochklassigen Starterfeld nur erhoffen mag. Die Wettspielbedingungen war gut, mitunter windig, sehr sonnig und bei 30 Grad Celsius mit konditionellen Ansprüchen versehen. Nachdem am ersten Tag der Däne Jakob Kofod eine bogeyfreie 68er Runde (-4) notierte und sich damit an die Spitze des Leaderboards gesetzt hatte, war es am zweiten Tag der Schwede Henrik Henningsson, der sich mit Runden von 71 und 69 Schlägen (140 Schläge; -4) knapp in Führung schob. Beide jedoch sollten am Ende nicht ganz am Drücker sein, als der Kampf um Gold in seine entscheidende Phase ging.

Die wurde nämlich bestimmt durch den Hamburger Michael Thannhäuser (Hamburger GC Falkenstein) und den Vorjahrsmeister Carlos de Corral aus Spanien. Beide sind mit 142 Schlägen in die Finalrunde gegangen. Beide spielten die Finalrunde gemeinsam. Und beide haben an diesem letzten Tag der Europameisterschaften für Drama unterschrieben. So eröffnete Thannhäuser seine Runde denn auch gleich mit Birdie-Doppelbogey-Birdie. Nach den Front Nine lagen beide Spieler gleich auf bei -1 für die Runde. An Bahn 11 notierte de Corral ein Birdie und es gelang ihm, diesen hauchdünnen Vorsprung an Bahn 17 mit einem weiteren Birdie auf zwei Schläge auszubauen.

Spektakuläres Finale

Nicht gerade perfekte Voraussetzungen für Thannhäuser. Aber der Falkensteiner Veteran weiß sehr wohl, mit Drucksituationen wie diesen umzugehen. Und er blieb extrem cool. Die einzige noch verbliebene Spielbahn war Loch 18, eine 220 Meter lange Par-3-Bahn, die in den ersten beiden Turniertagen einen Scoring-Durchschnitt von 3,83 Schlägen aufwies. Der Norddeutsche weiß ganz genau: Wenn er überhaupt eine Chance auf ein Stechen haben will, muss er hier unbedingt unter Par bleiben.

Der spanische Titelverteidiger schlug seinen Ball zirka 25 Meter neben die Fahne. Thannhäuser, der mit einem Eisen 2 an den Abschlag geht, ist die personifizierte Konzentration. Er haut seinen Ball bis auf acht Meter an den Stock. Dann war wieder der Spanier am Zug. Der jedoch lässt seinen langen Birdie-Putt zwei Meter zu kurz. „Tanne“ sieht die Chance zum Play-Off und versenkt seinen Birdie-Putt. Einen Matchball hat de Corral allerdings noch: Wenn er seinen Par-Putt einlocht, hat er die Titelverteidigung in der Tasche. Aber so leicht sollte er sich sich dann doch nicht machen. Sein Putt fiel nicht. Beide Herren notierten eine 69 (-3) für die Runde und schlanke 211 Schläge (-5) für das Turnier. Stechen also.

Stechen mit der Diva

Nur wenig später fanden sich die beiden Spieler wieder am Abschlag 18 ein. Dieses Mal überbrückten beide die 220 Meter mit extrem gut geschlagenen Bällen. Und beide spielten auf dieser Diva von Golfbahn ein Par.

Zu guter Letzt standen de Corral und Thannhäuser an diesem Tag zum dritten Mal auf dem Abschlag dieser schweren achtzehnten Spielbahn. Es sollte, zumindest für diesen Tag, das letzte Mal sein. Thannhäuser spielte seinen Abschlag zuerst. Sein Ball landete zirka zwölf Meter neben der Fahne. Und zirka 20 Zentimeter hinter den weißen Pfählen. Denkbar knapp zwar - aber dennoch im Aus. Seinen nächsten Schlag, der nun schon für das Par zählte, maß der Hamburger dann wiederum absolut erstklassig ab und schlug ihn nur kurze vier Meter neben die Fahne. Den anschließenden Putt lochte „Tanne“ souverän Mitte Loch, und doch war es insgesamt nur ein Bogey, das er notieren durfte.

De Corral, der für vier Jahre auf der European Challenge Tour gespielt hat, hatte den taktischen Vorteil erkannt: Er brauchte lediglich eine ganz solide Bahn zu spielen. Und genau das tat er. Mit seinem Abschlag lag er 18 Meter links vom Stock. Sein Putt blieb zwar - abermals - zwei Meter kurz. Aber das hatte am Ende keine Relevanz mehr, denn den Putt zum Par verwandelte der Spanier sicher.

Silber gewonnen statt Gold verloren

So war es der Titelverteidiger, der in diesem spektakulären Turnierfinale die Oberhand behalten sollte und die Meisterschaft der Jungsenioren zum zweiten Mal in Folge für sich entschied. Der Falkensteiner Michael Thannhäuser hingegen zieht trotz des bitteren Endes ein Resümee ohne Groll: „Ich bin megahappy mit dem Erfolg. Natürlich hätte ich gerne gewonnen. Ich habe aber zum Ende des Turniers richtig gut gespielt und in den entscheidenden Situationen die Schläge und Putts gut gemacht. Von daher ziehe ich ein positives Fazit. Und was einen Turniersieg angeht, so hoffe ich, dass die Zeit auch für mich hoffentlich nochmal kommt.“

Den dritten Rang nimmt der Däne Steffen Alvang ein. Er verdrängt den schlaggleichen Schweden Henrik Henningsson, der im Jahr 2016 die Bronzemedaille dieses Turniers erlangt hatte, im Kartenstechen auf Platz vier. Beide benötigten 212 Schläge für das Turnier. Von den deutschen Spielern, die den Cut geschafft haben, landeten Albert Türklitz, Alexander Neises und Alexander Koller auf T18, Moritz Muhl auf T26, Martin Ellsiepen auf T29, Boris Wölfel auf T47, Rodolfo Erico Junge auf T53, Christoph Holschbach auf T56 und Felix Banzhaf auf T58.

Ergebnisse und weitere Infos zur EM der Mid-Amateure

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