Bild Information: Starke Leistung ohne Glück im Abschluss: Karolin Lampert und Olivia Cowan (Foto: Tristan Jones/LET)

Starke Leistungen zum Abschluss

European Championships
 

Erstausgabe der European Championships nimmt versöhnliches Ende.

Die Gruppenphase der European Championships ist beendet. Die beiden deutschen Teams haben den Einzug ins Halbfinale verpasst, konnten sich aber am dritten Wettkampftag noch einmal gut in Szene setzen.
Isi Gabsa und Leticia Ras setzten sich gegen Noemi Jimenez und Silvia Banon aus Spanien mit 1auf durch.
Olivia Cowan und Karolin Lampert lieferten sich mit Justine Dreher und Manon Molle aus Frankreich ein heißes Duell und mussten erst auf dem 18. Grün die Segel streichen.

Zweiter Sieg für Gabsa/Ras

Nach einer frühen Führung für Schwarz-Rot-Gold konnten Isi Gabsa und Leticia Ras auf Bahn 5 auf 2auf erhöhen. Auf Bahn 8 verkürzte Spanien zunächst und konnte zum Start der Backnine sogar ausgleichen.
Das Momentum war dann auf Seiten von Noemi Jimenez und Silvia Banon, denn auch die Löcher 11 und 12 gingen an die jungen Athletinnen von der iberischen Halbinsel.

Auf dem 13. Loch verkürzten die beiden Spielerinnen aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales aber schon wieder. Und wie! Leticia Ras lochte zum Eagle und sorgte damit für beste Stimmung im deutschen Team.
Auf dem 15. Grün gelang durch ein Birdie von Leticia Ras der Ausgleich. Damit nicht genug: Auf Loch 17 holte sich das deutsche Duo nach einem gelungenen Birdieputt von Isi Gabsa die Führung wieder zurück und ließ sich auch auf der letzten Bahn nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.
Mit dem zweiten Sieg im dritten Match sicherte sich Team Deutschland 2 in der Gruppe nach den großen Favoriten Laura Davis und Georgia Hall den zweiten Platz. Da nur die Gruppensieger ins Halbfinale einziehen, ist trotz starker Leistungen das Turnier auf Isi Gabsa und Leticia Ras beendet.
„Die Spanierinnen haben es uns heute echt nicht leicht gemacht. Mit einem richtig guten Finish haben wir uns das Match aber doch geholt“, strahlte Isi Gabsa nach einem hochklassigen Match mit gutem Ausgang zufrieden.
Auch Leticia Ras hatte viel Gutes in Gleneagles erlebt: „Wir haben beide sehr gut gespielt. Die Spanierinnen waren sehr stark und es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wir sind happy mit unserem heutigen Sieg. Hätten wir gestern so gut gespielt wie heute oder am ersten Tag, dann hätten wir sogar Laura Davis und Georgia Hall schlagen können.“

Enges Duell für Cowan/Lampert

Auf dem PGA Centenary Course von Gleneagles trafen Olivia Cowan und Karolin Lampert im letzten Gruppenspiel auf Justine Dreher und Manon Molle. Die Französinnen gingen mit guten Aussichten in das Match, ins Halbfinale aufzusteigen, während Schwarz-Rot-Gold die beiden ersten Matches jeweils abgegeben hatte und damit nur noch um einen guten Abschluss des Turniers spielte.
Mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz lieferten Cowan/Lampert eine starke Leistung ab und gingen zunächst in Führung. Diese auszubauen gelang den Deutschen allerdings nicht und so konnten die Französinnen erst auf Bahn 8 ausgleichen und dann sofort nachlegen, indem sie die Löcher 9 und 10 gewannen.
Mit dem Lochgewinn auf der 13 verkürzte Team Deutschland 1 aber wieder und schaffte auf der 14 sogar den Ausgleich. Alles war wieder offen.
Auf Bahn 16 legte Karolin Lampert ihren Schlag ins Grün zwar am dichtesten an die Fahne, stand bei ihrem Birdieputt aber gehörig unter Druck, weil zuvor Justine Dreher ihre Chance aus rund sechs Metern nutzen konnte. Der Putt der Spielerin des GC St. Leon-Rot fiel nicht, so dass Frankreich mit einer 1auf-Führung auf das 17. Tee ging.
Auch auf dem 17. Grün hatte Karolin Lampert mit einem längeren Birdieputt die Chance, das Match wieder auszugleichen. Wieder war der Putt sehr gut, fiel aber nicht. Auf Bahn 18 ging es somit für das deutsche Duo dann nur noch darum, das Match auszugleichen.
Von Tee 18 verzog Lampert ihren Drive zwar leicht, befreite sich aber ganz stark und legte ihren dritten Schlag auf weniger als einen Meter an den Stock. Die Kurpfälzerin kam aber gar nicht mehr dazu, zu putten, weil Manon Molle ihren Birdieputt aus rund vier Meter lochte und damit das Match für Frankreich entschied.

„Heute war ein guter Tag. Wir hatten vom ersten Loch an einen guten Start und ein gutes Match gegen die Französinnen. Auch wenn wir uns natürlich einen besseren Ausgang gewünscht hätte, war es eine große Ehre, Deutschland zu vertreten und bei einem so coolen Event dabei zu sein. Vor allem der Platz war in einem beeindruckenden Zustand und hat richtig Spaß gemacht“, war Karolin Lampert nach dem dritten Match zwar nicht zufrieden, zog aber auch viel Positives aus dem Auftritt im Rahmen der European Championships.

Mehr verdient

Stephan Morales war vom Setup und insbesondere auch vom Platz sehr angetan. „Das ist ein richtig tolles Turnier. Die Leute geben sich hier alle soviel Mühe und der Platz ist herausragend. Dieses Turnier hätte es verdient gehabt, dass die europäische Spitze komplett antritt.“
Sportlich gesehen war der Bundestrainer mit dem letzten Tag insgesamt zufrieden: „Heute haben beide Teams sehr ordentlich gespielt. Mit der Leistung von heute hätten sich Olivia Cowan und Karolin Lampert an den beiden ersten Tagen wahrscheinliche einige Punkte geholt. Letztlich liegt es sicher auch ein bisschen an diesem Modus, bei dem sich die beiden nicht optimal ergänzt haben. Isi Gabsa und Leticia Ras haben gut gespielt. An einem richtig guten Tag hätten sie wohl auch gegen Davis/Hall mehr holen können.“

Chance vertan

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, sah nicht wegen der sportlichen Leistungen der deutschen Athletinnen eine riesige Chance für den Golfsport vertan. Die Organisation stand im Mittelpunkt der Kritik.
„Die Touren haben es nicht geschafft, einen Modus für ihre Athleten zu gestalten, der es attraktiv oder sogar notwendig gemacht hätte, an diesen European Championships teilzunehmen. Im Gegensatz zu den anderen Sportarten ist das Golfturnier innerhalb dieses Großevents eine Veranstaltung, die ohne die nationalen Spitzenverbände organisiert und durchgeführt wurde. Die Verbände haben auch nicht nominiert und waren insgesamt nicht involviert. Aber wenn es schon ein Tourturnier sein soll, dann müsste es auch mit den so wichtigen Weltranglistenpunkten ausgestattet werden und somit im Reigen aller anderen Tourturniere eine Chance bekommen. Sehenden Auges wurde hier eine große Möglichkeit vor die Wand gefahren. Interne Schuldzuweisungen bringen nichts, denn der europäische Golfsport insgesamt hat damit eine Riesenchance verpasst“, war Marcus Neumann sichtlich enttäuscht, dass trotz großem Medieninteresses von der Ladies European Tour und der PGA European Tour viel zu wenig gemacht worden war, um das Golfturnier im Kanon der anderen Sportarten attraktiv zu gestalten.

Stimmen zum Turniertag folgen später an dieser Stelle.

ARD und ZDF

Im Rahmen der European Championships bieten ARD und ZDF Livestreams zu allen Wettkämpfen aus Schottland an, auch zu den Golfmatches.Samstag und Sonntag werden die Wettkämpfe der Damen und Herren täglich mehrere Stunden übertragen und können direkt über die Mediathek der Sportschau erreicht werden.

 

European Championships ARD & ZDF

Anhänge

Erster internationaler Titel: Lukas Euler vom Frankfurter GC (Foto: DGV/stebl) Erster internationaler Titel: Lukas Euler vom Frankfurter GC (Foto: DGV/stebl)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Doppelsieg in den Niederlanden

Die Dutch Amateur Championship wurde von Deutschen dominiert. Bei den Herren ...

weiterlesen
Karolin Lampert aus der Hanglage (Photo by Golf.de) Karolin Lampert aus der Hanglage (Photo by Golf.de)

Training

Präzision trotz Hanglage

Mercedes-Benz-Sternetipps von Karolin Lampert.

weiterlesen
Karolin Lampert aus dem Fairway-Bunker (Photo by Golf.de) Karolin Lampert aus dem Fairway-Bunker (Photo by Golf.de)

Training

Mit Sternchen aus dem Fairway-Bu...

Mercedes-Benz-Sternetipps von Karolin Lampert.

weiterlesen
Großes Interesse: Das Duell Gabsa/Ras versus Davis/Hall wurde von vielen Zuschauern begleitet (Foto: Mark Runnacles/Getty Images) Großes Interesse: Das Duell Gabsa/Ras versus Davis/Hall wurde von vielen Zuschauern begleitet (Foto: Mark Runnacles/Getty Images)

European Championships

Nicht der Tag der Deutschen

Keine Medaillen-Chancen bei der Premiere der European Championships.

weiterlesen