Bild Information: Erster Albatros der Karriere: Matthias Schmid (Foto: DGV/stebl)

Schmid mit Albatros    

EM Herren 2018
 

Herrmann spielt bis Bahn 16 um Titel mit

Es hätte Gold werden können, aber am Ende wurde es doch „nur“ Rang 16: Bei der Europameisterschaft der Herren stand Alexander Herrmann trotz der Einschränkungen, die er aufgrund einer Handgelenksverletzung hatte, auch am Finaltag bis kurz vor Ende der Runde ganz weit oben im Leaderboard. Nach zehn Bahnen lag der Spieler des Stuttgarter GC drei unter Par und hielt bis Loch 16 seine Scorekarte blitzsauber. Zu diesem Zeitpunkt war eine Medaille greifbar.

Dann allerdings kam es knüppeldick. Auf dem 16. Tee wusste Herrmann von der Chance, sogar den Titel mit nach Hause nehmen zu können und zückte den Driver. Der Abschlag ging vom Wind getragen etwas zu weit nach rechts. Im Wald war die Lage so schlecht, dass der Athlet aus dem Kader von Bundestrainer Ulli Eckhardt zurück zum Tee ging. Das Doppelbogey war unvermeidlich.

Auf der 17 konterte der Bayer mit einem Birdie ganz stark.

Am finalen Loch hing der Ball des Deutschen böse im Hang auf der linken Seite der Bahn fest, so dass sich Herrmann erst mit dem vierten Schlag befreien konnte. Mit dem Triple-Bogey auf diesem Par fünf waren alle Chancen auf eine Spitzenplatzierung im allerletzten Moment vertan.

Kurz nach diesem gefühlten Absturz war der Athlet natürlich nicht zufrieden, wusste aber, dass er sich mit dem Ergebnis wird arrangieren müssen. „Hochzufrieden bin ich nicht, aber ich denke, mit dem Spiel geht etwas vorwärts. Das muss ich mitnehmen“, so Alexander Herrmann als Fazit einer Europameisterschaft, bei der er sehr lange und intensiv am Titel geschnuppert hatte.

Hanisch ist zurück

Falko Hanisch, der zuletzt vier Wochen verletzungsbedingt nicht spielen konnte, war froh, überhaupt bei dieser EM starten zu können. „Daher hatte ich gar keine Ambitionen, hier gut zu spielen. Ich habe nicht so sehr auf den Score geachtet, sondern mehr darauf, wie ich den Ball schlage und dass ich Spaß habe. Vielleicht hat es mir auch geholfen, dass ich mir nichts vorgenommen hatte, denn nach zwei Tagen war ich ja doch relativ weit vom Cut entfernt“, so Hanisch zu den Voraussetzungen am Anfang dieser Titelkämpfe.

Ab der dritten Runde lief es dann aber sehr gut für den Youngster des Berliner GC Stolper Heide und Hanisch kam in seinen Turnierrhythmus. Nach der starken 69 am dritten Tag setzte der Spieler des National Team Germany am Finaltag noch einen drauf und unterschrieb eine formidable 68 (-4), die ihn bis auf Rang 21 nach vorne trug. Besser waren an diesem Tag nur die beiden Norweger Viktor Hovland und Kristoffer Reitan, die jeweils eine 67 unterschrieben.

Auf den Grüns verließ Hanisch sich ganz auf seine Instinkte: „ Auf diesen ondulierten Grüns kann man einen Putt auch zerdenken. Darauf habe ich reagiert. Das hat gut funktioniert.“ Vom Platz des Koninklijke Haagsche Golf & Country Club war der British-Boys-Champion von 2016 restlos begeistert: „Der Platz ist super für eine EM, weil er die Spreu vom Weizen trennt. Man kann sich hier mit guten Schlägen viele Birdiechancen erarbeiten, aber wenn man das Grün an der falschen Seite verfehlt oder den Abschlag falsch platziert, kann man hier wirklich in Problemen sein. Cooler Platz und tolles Wetter. Das Turnier hat mir sehr viel Freude gemacht und es hat Spaß gemacht, hier zu spielen!“

Hammer solide

Drittbester Bundesadler im Feld war Marc Hammer, der bei dieser EM am Finaltag erstmals ohne Doppelbogey blieb und grundsolide mit 72 (Even) Schlägen vom Platz kam. Dabei durchwanderte Marc Hammer ein kleines Zwischentief, als Kleinigkeiten im Spiel verhinderten, mehr Birdies zu notieren.

Das Fazit des Spielers aus der Schule von Ted Long fiel insgesamt eher positiv aus: „Ich kann nicht ganz zufrieden sein, weil an jedem Tag noch viel Luft nach oben war. Die Schlusslöcher habe ich an allen vier Tagen gut gespielt. Wenn man bei einer EM Platz 21 macht und noch viel Luft nach oben sieht, ist es ingesamt aber schon okay.“

Bachem fast farblos

Nach drei Runden mit sehr bunten Scorekarten hatte sich Nick Bachem vorgenommen, Bogeys zu vermeiden. Dies gelang weitgehend. Nur zwei Bogeys wanderten auf die Karte des Marienburgers, allerdings gab es auch weniger Birdies zu feiern. So brachte der Sportsoldat letztlich eine solide 73 (+1) rein, mit der er im Endklassement auf Rang 37 steht.

„Ich bin nicht unzufrieden, auch wenn ich heute gerne tief gespielt hätte. Es war auch so ein schönes Turnier und es hat mit der ganzen Truppe hier viel Spaß gemacht. Das Turnier insgesamt war überragend. Das Wetter war traumhaft und der Platz super schön. Es war alles perfekt“, bilanziert Nick Bachem die EM 2018.

Schmid mit Albatros

Bahn 10 in Wassenaar wird Matthias Schmid für immer in bester Erinnerung behalten. An den ersten drei Tagen notierte er dort jeweils ein Birdie und am Finaltag gelang dem Spieler des GC Herzogenaurach dort der Schlag des Tages, wenn nicht sogar der Schlag des Turniers. Auf diesem Par 5 lochte der Nationalspieler mit einem Pitching Wedge aus 139 Metern auf direktem Weg carry zum Albatros ein. Für Schmid war es der erste Albatros seiner noch jungen Karriere.

„Ansonsten bin ich mit dem Turnier natürlich nicht zufrieden! Es passt ein bisschen zu meinem bisherigen Saisonverlauf: ich mache viele gute Sachen und habe Löcher, die mich eigentlich locker dahin bringen könnten, dass ich um Siege mitspielen kann. Allerdings passieren mir dann auch wieder Serien, wo schlechte Schläge, taktische Fehler und auch ein bisschen Pech genau dies verhindern“, war Schmid nach seiner 73 (+1) sehr selbstkritisch. Platz 39 steht am Ende in der Statistik dieser Europameisterschaften.

Am Ende eher Mittelfeld

Bundestrainer Ulli Eckhardt sah die Einzel-EM als gute Generalprobe für die Team-EM, die am 10. Juli in Bad Saarow beginnt. „Alex Herrmann hat trotz Schmerzen die ganze Zeit vorne mitgespielt. Falko Hanisch ist nach der Verletzungspause mit fehlender Wettspielpraxis ins Turnier gegangen und Tag für Tag immer besser reingekommen. Er hat zwei Klasserunden zum Abschluss gespielt! Marc Hammer hat die ganze Woche sehr konstant gespielt, Nick Bachem hat gekämpft wie ein Löwe, wurde aber nicht immer dafür belohnt. Matthias Schmid hat heute eine Berg- und Talfahrt erlebt“, fasst Ulli Eckhardt diese EM kurz und bündig zusammen. „Die Stimmung im Team ist gut und wir freuen uns auf die kommenden Aufgaben“, geht der Blick des Bundestrainers sehr zuversichtlich und voller Vorfreude nach vorne.

Mental-Coachin Lüdike beeindruckt

Auch Mental-Coachin Silke Lüdike war vom Auftreten der Athleten sehr angetan: „ Ich bin wirklich beeindruckt. Nicht nur von dem Platz hier, sondern ganz besonders von den Spielern. Wie alle hier kämpfen und richtig gute Sachen machen, um sich noch in den Kader für die Team-EM zu spielen, finde ich mental echt stark. Die Jungs liefern hier eine großartige Performance ab. Es ist einfach eine tolle Truppe und man hätte jeden von ihnen gerne bei dem Höhepunkt auf dem Faldo-Course dabei. Die Athleten gehen sehr respektvoll und wertschätzend miteinander um. Das wird eine spannende Team-EM in Bad Saarow und darauf freue ich mich richtig!“

Endstand

RANG NAME     ENDSTAND
1 Nicolai Hojgaard DENMARK   -7
T16 Alexander Herrmann GERMANY -2
T21 Falko Hanisch GERMANY -1
T21 Marc Hammer GERMANY -1
T37 Nick Bachem GERMANY +2
T39 Matthias Schmid GERMANY +3
MC Jannik de Bruyn GERMANY +4
MC Severin Soller GERMANY   +4
MC Thomas Rosenmüller GERMANY +5
MC Lukas Euler GERMANY   +5
MC Timo Vahlenkamp GERMANY +8
MC Claudio Consul GERMANY   +15

 

Tag 3 - 29. Juni 2018

Hanisch klettert mit starker 69 - Fünf Deutsche bei EM im Cut

Die Europameisterschaft der Herren biegt in den Niederlanden auf die Zielgerade ein. Die dritte von vier Wettkampfrunden ist gespielt und somit steht auch der Cut fest. Nur die besten 60 Athleten werden in Wassenaar vor den Toren der niederländischen Hauptstadt Den Haag am Samstag zur Finalrunde antreten – darunter fünf Deutsche.

Bester Bundesadler nach dem dritten Tag ist weiterhin Alexander Herrmann. Der Bayer, der in der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi für den Stuttgarter GC antritt, hielt seinen Score trotz Problemen mit dem Handgelenk gut zusammen und liegt nach einer 73 (+2) auf Rang acht. Der Rückstand auf die Medaillenränge beträgt zwei Zähler.

Hammer mit einer 73

Auch Marc Hammer vom GC Mannheim-Viernheim kam mit einer 73 vom Platz, hatte seine Scorekarte hierbei aber wieder hübsch bunt gemacht. Zwei Doppelbogeys waren als Hypothek zu hoch. Die starken fünf Birdies reichten nicht, um den Score auszugleichen, zumal auch noch zwei Bogeys auf die Karte rutschten. Mit gesamt -1 rangiert Hammer auf Platz 24.

Dritte bunte Karte

Zum dritten Mal mit einem Birdie gestartet und zum dritten Mal danach seine Karte in viele Farben getaucht ist respektive hat Nick Bachem. Der Marienburger brachte in Summe sogar sechs Birdies unter, kassierte aber auch entsprechend viele Bogeys und zwei „Double“, so dass die 72 (Even) schon fast als Kunstwerk durchgeht. In Summe hat der Sportsoldat nach drei Runden einen Schlag über Par in der Wertung und geht von Rang 35 in den Finaltag.

Mit einer Runde unter Par wieder deutlich im Aufwind ist Matthias Schmid. Der Athlet des GC Herzogenaurach spielte sehr solide und setzte seinen beiden Bogeys drei Birdies entgegen. Von Rang 45 mit gesamt +2 startet Matthias Schmid in die vierte Wettkampfrunde.

Zweitbester Tagesscore

Mit dem zweitbesten Score des Feldes an diesem Tag, einer starken 69 (-3) schaffte Falko Hanisch vom Berliner GC Stolper Heide noch den Sprung in den Cut. Zuvor hatte der British-Boys-Champions von 2016 eine 76 und eine 74 unterschrieben und lag damit weit hinter den besten 60. Das gute Ergebnis aus der dritten Runde reichte aber, um 44 Plätze gutzumachen und mit gesamt +3 auf dem geteilten 53. Rang exakt auf der Cutlinie zu sein.

Bundestrainer Ulli Eckhardt hatte wacker kämpfende Athleten seines Kaders gesehen und zollte auch Jannik de Bruyn Respekt. Der Spieler des GC Hösel lag lange souverän und war sicher im Cut. Bis zum 18. Loch. Hier fing der Youngster sich mit einer gehörigen Portion Pech ein Triple-Bogey. Aus der Traum vom Cut. „Morgen spielen wir uns nochmal ordentlich nach vorne“, blieb der Bundestrainer bei seiner optimistischen Sicht der Dinge, denn er hatte an diesem Tag viel Gutes seiner Spieler auf dem Platz gesehen.

 

Tag 2 - 28. Juni 2018

Bachem mit bestem Tagesscore, Herrmann beißt sich durch

Am zweiten Wettkampftag der Europameisterschaft in den Niederlanden hat Alexander Herrmann die Zähne zusammen gebissen und sich mit einer 71 (-1) auf gesamt -4 verbessert. Bester Deutsche an diesem Tag war aber Nick Bachem, der eine 70 (-2) unterschrieb.

Alexander Herrmann tapfer

Der Spieler des Stuttgarter GC Solitude hatte zur Schonung seines Handgelenks nur drei Bälle vor der Runde geschlagen und auf der Runde mehrfach bei der Schlägerwahl umgestellt, um mit einem längeren Eisen weniger aggressiv agieren zu müssen.

Unter diesen Voraussetzungen auf dem selektiven Platz des Koninklijke Haagsche Golf & Country Club einen so guten Score ins Clubhaus zu tragen, nötigt großen Respekt ab. Besonders auf der Backnine hatte Herrmann vom Tee einige Probleme, egalisierte diese aber durch ganz starke Putts. Neben vier Birdies notierte der Deutsche ein Bogey und ein Doppelbogey.

„Wir hatte am Nachmittag deutlich mehr Wind als die frühen Startzeiten und daher bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Nach den kleinen Ausrutschern am Anfang habe ich sehr solide gespielt. Nun müssen wir schauen, ob die Hand hält und wie es sich morgen anfühlt. Hoffentlich kann ich spielen“, schließt der Spieler, der beim Bergfest des Turniers auf Rang drei steht nicht ganz aus, dass er aufgrund seiner Verletzung doch noch vorzeitig aussteigen muss.

Wieder eine 71

Mit seiner zweiten 71 (-1) hat sich Marc Hammer um acht Plätze verbessert und geht von T8 in den dritten Tag. Der Score war mit dem vom ersten Tag gleich, das Spiel allerdings nicht. Die Scorekarte ist bei weitem nicht so bunt. Hammer hat, wie Alexander Herrmann auch, vier Birdies untergebracht, dazu noch ein Bogey und ein Doppelbogey notiert. Nach einem Birdie auf Bahn 2 ging auf Bahn 3 ein Ball verloren, so dass hier zwei Schläge über Par in die Wertung kamen. „Ich bin recht zufrieden. Es war heute mit dem Wind nicht einfach. Ich habe gut geputtet und auch gute Eisen gehauen. Vom Tee war es schon besser als gestern. Wenn ich das morgen noch ein bisschen besser mache, sollte es ein guter Tag werden. Ich gehe positiv an die Sache heran“, ist der Spieler des GC Mannheim-Viernheim zuversichtlich für den weiteren Turnierverlauf.

Bester deutscher Score

Den besten Score aller Deutschen brachte Nick Bachem nach Hause. Die Scorekarte des Marienburgers sieht dabei sehr bunt aus. Im Gegensatz zum ersten Tag sind aber mehr gute Zahlen darauf vermerkt. Fünf Birdies und ein Eagle sind auf dieser Anlage echt eine Ansage. Drei Bogeys und ein „Double“ verhinderten allerdings, dass der Score richtig tief ging. Mit seiner 70 (-2) verbesserte sich der Sportsoldat auf gesamt +1 und springt um 43 Plätze bis auf Rang 38 vor.

Viele mit guten Chancen

Noch haben alle Spieler die Chance, sich in den Cut zu spielen. Erst nach der dritten Runde wird das Feld auf 60 Athleten reduziert. Über der Cutlinie steht mit Thomas Rosenmüller ein vierter Spieler aus dem Kader von Bundestrainer Ulli Eckhardt. Der Münchener aus Eichenried brachte seine zweite 73 (+1) rein und geht damit von T51 in den dritten Tag.

Sieben Deutsche stehen derzeit unter dem Strich, aber sechs davon haben lediglich zwischen einem und vier Schlägen Rückstand – an einem guten Tag also alles noch machbar.

Bundestrainer Ulli Eckhardt ist nach diesem Tag heiß auf mehr: „Morgen legen wir nochmal nach, damit wieder mehr deutsche Fahnen auf dem Leaderboard erscheinen.“

 

Tag 1 - 27. Juni 2018

Herrmann schlägt Hole-in-one - Gute Leistungen der Deutschen

Vier Deutsche haben am ersten Tag der Europameisterschaft in den Niederlanden den selektiven Platz des Koninklijke Haagsche Golf & Country Club unter Par bezwungen. Mit Matthias Schmid und Alexander Herrmann sind zwei Bundesadler mit -3 sogar ganz vorne dabei und stehen vor dem zweiten von vier Wettkampftagen auf dem geteilten vierten Platz.

Alexander Herrmann begann den Tag genau so, wie er es vorher mit den Coaches besprochen hatte. Taktisch klug kamen so auf den beiden ersten Par-5-Bahnen ein Birdie und ein Eagle auf die Scorekarte. Nach dem Eagle legte der Spieler des Stuttgarter GC sofort nach und erspielte sich weitere Birdiechancen, wobei nur der Putt auf dem siebten Grün den Weg in die Dose fand. „Auf der Frontnine ist wirklich alles gut gelaufen und ich hatte sogar noch mehr Chancen“, war Herrmann mit der ersten Hälfte der Runde zufrieden. Dann allerdings brach seine alte Handgelenksverletzung wieder auf, die ihn im Frühjahr längere Zeit außer Gefecht gesetzt hatte.

Hole-in-one

Dennoch hätte der Bayer auf Bahn 10 fast noch ein Eagle gespielt, schob den Putt aus zwei Metern aber nicht ins Loch. Nach einem Doppelbogey auf Bahn 11 kam trotz der Verletzung der Schlag des Tages. Aus 151 Metern setzte Alexander Herrmann sein Eisen 7 im Gegenwind direkt ins Loch. Hole-in-one.

„Eigentlich habe ich da nur noch auf die Schmerztabletten gewartet. Es war ein komischer Moment, hat mich aber sehr gefreut. Das war ein ziemlich perfekter Schlag, aber von da an musste ich leider Push-Fades schlagen, um das Handgelenk ein bisschen zu entlasten. Ich hoffe, dass ich morgen spielen kann. Aber mit der späten Startzeit und der Unterstützung hier denke ich, werden wir das hinbekommen“, hatte Herrmann ein wahres Wechselbad der Gefühle durchlebt.

Schmid mit gutem kurzen Spiel

Matthias Schmid brachte ebenfalls eine 69 (-3) ins altehrwüdige Clubhaus, hatten den Score aber deutlich konservativer erspielt. Auf Bahn 3 kassierte der Herzogenauracher sein einziges Bogey und spielte grundsolide weiter. Mit den Abschlägen war Schmid selbst nicht sonderlich zufrieden und auch die Eisen machten nicht immer genau, was der Spieler von ihnen forderte.

Durch sehr gutes kurzes Spiel und einen warmen Putter drückte der Spieler des National Team Germany mit vier Birdies seinen Score immer weiter. Nach einem verpassten, kürzeren Birdieputt auf Grün 16 kam für Schmid auf dem 17. Grün ein ganz starker Moment, als er aus 15 Metern zum Birdie lochen konnte. „Das war ein kleiner Bonus zum Ende. Alles in allem bin ich zufrieden. Morgen versuche ich noch ein bisschen besser im langen Spiel zu sein und dann geht es noch tiefer“, geht Matthias Schmid zuversichtlich in den zweiten Tag.

Zweimal „eins unter“

Mit einer 71 (-1) kamen Jannik de Bruyn und Marc Hammer vom Platz. Hammer startete gleich mal mit einem Eagle und machte danach seine Scorekarte richtig bunt. Birdie, Bogey und Doppelbogey fanden neben dem Eagle und einigen Pars ihren Platz auf der Karte. „Generell war ich nach den Proberunde gut drauf und hatte Lust, zu spielen. Meine Putts waren heute sehr gut. Was in den nächsten Tagen verbessert werden muss, sind meine Abschläge. Die waren heute nicht immer auf der Bahn. Sobald ich vom Tee auf der Bahn lag, habe ich mir Birdiechancen erspielt und diese auch oft genutzt. Ziel für morgen ist, genau so zu spielen, nur auf den schlechten Löchern Pars zu machen“, so der Spieler des GC Mannheim-Viernheim am Abend nach der Runde.

Etwas anders kam die 71 von Jannik de Bruyn (GC Hösel) zustande. Der Spieler des aktuellen Tabellenführers der 1. Bundesliga Nord der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi spielte fast wie ein Uhrwerk, vergab aber auf den und um die Grüns die Chance, den Score richtig tief zu machen. „Der Platz ist sehr interessant und top gepflegt. Mein Spiel fühlt sich gut an und ich hoffe, dass sich dieses Gefühl in den nächsten Tagen auch auf der Scorekarte widerspiegelt“, sieht der Spieler des National Team Germany noch einiges an Potenzial.

Bundestrainer zufrieden

Bundestrainer Ulli Eckhardt war mit der Leistung seines Teams insgesamt sehr zufrieden: „Wir haben uns heute sehr achtbar aus der Affäre gezogen. Vier Runden unter Par, mit Kontakt zur Spitze, das war gut. Wir spielen hier auf einem anspruchsvollen Platz, bei dem alles im Spiel gefragt ist. Hier muss man einfach ein rundum guter Spieler sein und das haben die Jungs gezeigt. Daher hoffe ich, dass es in den nächsten Tagen so weiter geht.“

Neben den vier derzeit besten Deutschen sind noch etliche weitere auf einem guten Weg, den Cut zu machen. Nach drei Tagen werden nur noch die besten 60 Spieler in die Finalrunde starten.

 

Vor dem Start – 26. Juni 2018

Europameisterschaft der Herrn in den Niederlanden

Der Koninklijke Haagsche Golf & Country Club freut sich, 2018 Gastgeber der 31. Europameisterschaften der Herren zu sein. Schon seit 1947 wird in den Dünen von Wassenaar Golf gespielt. Das Design des Platzes, der in einem Vorort der niederländischen Hauptstadt abgeschieden von jeder Hektik liegt, stammt aus der Feder von Harry Colt, der in Deutschland unter anderem auch die höchst anspruchsvollen Plätze des Hamburger GC und Frankfurter GC entworfen hat.

Typisch für ein Colt-Design: die Bahnen sind wie selbstverständlich ins Gelände gelegt und alles wirkt so, als wenn es schon immer so war und auch genau so sein muss. Der Platz steht im Ruf, immer in perfektem Zustand zu sein.

Wenn die Athleten die 6.261 Meter (Par 72) des Platzes hinter sich gebracht haben, kommen sie zurück in ein prächtiges Clubhaus unter Reet.

Tradition auf Niederländisch

Der Club wurde bereits 1893 gegründet, zählt damit zu den ältesten Golfclubs Europas und ist der älteste in den Niederlanden.

Für die Athleten wird es darauf ankommen, nicht zu oft Bekanntschaft mit den tiefen Bunkern zu machen. Zwischen Platz und Nordsee liegen nur ein paar flache Dünen, so dass auch der Wind zu einer echten Herausforderung werden kann, wobei einige wenige Bahnen am Boden windstill zu sein scheinen, weil Kiefern einen natürlichen Windschutz bieten. Sobald der Ball aber über Baumkronenhöhe fliegt, kann der Wind voll anpacken.

„Der Platz ist vor allem strategisch eine Herausforderung, sehr verspielt und die Ondulierungen der Grüns tragen die Bälle in tiefe Täler um die Grüns herum. Mir macht das sehr viel Spaß und die Stimmung im Team ist super. Mal kieken, was die Jungs reißen“, strahlt Bundestrainer Ulli Eckhardt vor Beginn der kontinentalen Titelkämpfe.

Elf Deutsche, ein Startplatz bei The Open

Elf der 144 Teilnehmer erscheinen im Leaderboard mit einer Fahne in Schwarz-Rot-Gold. Acht Spieler vom Golf Team Germany sind in den Niederlanden am Start.

Als erster Deutscher wird Matthias Schmid ins Turnier starten. Um 8.06 Uhr geht der Youngster des GC Herzogenaurach raus. Um 14.43 Uhr ist Thomas Rosenmüller vom GC München Eichenried der letzte Deutsche, der an diesem Tag in seine Auftaktrunde gehen wird.

Der Europameister wird eine Einladung zur „The 147th Open“ in Carnoustie bekommen.

Endstand

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