Bild Information: Platz 3 in Paris: Esther Henseleit (Foto: DGV/stebl)

Henseleit im Halbfinale von Paris  

Golf Team Germany
 

Esther Henseleit zieht bei der traditionsreichen Trophée Esmond ins Halbfinale ein und verpasst den ganz großen Triumph nur knapp durch eine 4&3-Niederlage gegen die Spanierin Marta Garcia. Paula Kirner schafft es in die Matchplays der U18.

Garches/Frankreich – Unmittelbar vor den Toren von Paris wurden zum 85. Mal die Französischen U21-Juniorenmeisterschaften der Mädchen ausgetragen. Die 120 Athletinnen trafen sich im altehrwürdigen Golf de Saint-Cloud, der zwar in Garches liegt, aber mit direktem Blick auf den Eiffelturm beeindruckt.

Diesen imposanten Ausblick zu genießen, hatten die Mädchen bei dem prestigeträchtigen Turnier nur in den Proberunden die Gelegenheit, denn die Selektion ist bei diesem Turnier sehr hart. Nach zwei Runden Zählspielqualifikation ging es nur für die besten 32 Athletinnen aus dem international stark besetzten Feld in die Matchplays um den Titel. Für weitere 16 Mädchen unter 18 Jahren, die nicht unter den Top 32 waren, ging es im Matchplay um die Trophée Claude-Roger Cartier weiter, darunter Paula Kirner vom Junior Team Germany.

Erster Cut in Paris

Esther Henseleit hatte mit 74 und 72 Schlägen auf dem Par-71-Course auf Platz 23 erstmals den Einzug in die Runde der besten 32 geschafft und traf sofort auf Emma Spitz. Die Österreicherin war mit großem Selbstvertrauen nach Paris gekommen, hatte sie doch erst vor wenigen Tagen in Italien den Titel bei den Italian Junior Girls geholt.

Weder vom Namen, noch vom letzten Erfolg der Gegnerin ließ sich Esther Henseleit beeindrucken und lieferte eine ganz starke Leistung ab. Zu keinem Zeitpunkt geriet die Spielerin des Hamburger GC in Rückstand und baute ihre Führung nach und nach aus. Auf Bahn 6 lochte Henseleit dabei einen Bunkerschlag ein. Am Ende hieß es nach vier Birdies 3&2 für die 19-Jährige, die im GC am Meer ihre ersten Golferfahrungen gesammelt hatte.

Im Achtelfinale ging es für die Varelerin gegen Lucie Malchirand. Auf hohem Niveau blieb das Match auf der Frontnine komplett ausgeglichen. Erst auf Bahn 10 gelang es dem Bundesadler, die Führung zu übernehmen und mit einer kleinen Serie auszubauen. Nach zwölf gespielten Bahnen führte Esther Henseleit mit 3auf, gestattete der Kontrahentin aus Frankreich nur auf Bahn 16 ein Lochgewinn und machte auf dem 17. Grün mit 2&1 souverän den Sack zu. Sieben Birdies waren die Basis für diesen Triumph.

Viertelfinale

Das Viertelfinale verlief ungleich spannender. Beatrice Wallin setzte die Deutsche mächtig unter Druck. Mit einem Chip-In auf Bahn 6 ging die Schwedin in Front und baute die Führung auf Bahn 10 sogar auf 2auf aus. Doch Esther Henseleit blieb nordisch cool und verkürzte auf Bahn 13, um auf Bahn 16 mit einem Birdie den Ausgleich zu erzwingen.

Das Momentum war nun ganz bei Schwarz-Rot-Gold und mit einem weiteren Birdie, bei dem die Falkensteinerin auf Grün 17 einen Putt aus vier Metern versenkte, wechselte die Führung. Mit 1auf ging das Match an die Spielerin des National Team Germany.

Halbfinale

Das Halbfinale begann vielversprechend und Esther Henseleit ging auf Bahn 1 in Führung. Marta Garcia glich auf Grün 5 aus, legte sofort nach und übernahm selbst die Führung. Mit einem Birdie erhöhte die Spanierin noch auf der Frontnine auf 2auf. Auf Bahn 10 traf „Esthi“ einen Bunker und musste so hinnehmen, dass die Führung ihrer Kontrahentin auf 3auf anwuchs. Zwar gelang es auf Bahn 13 der Deutschen noch einmal, zu verkürzen, aber ein Dreiputt auf Bahn 14 sorgte dafür, dass Marta Garcia sofort wieder den alten Abstand aufbauen konnte. Die Vorentscheidung war damit gefallen und auf dem 15. Grün machte Garcia mit 4&3 den Sack zu.

Esther Henseleit war trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Im letzten Match habe ich nicht mehr so gut gespielt. Aber davor habe ich das Match sehr gut umgedreht. Zwischendurch dachte ich nicht mehr, noch so zurückzukommen, habe dann aber doch das Momentum auf meine Seite gebracht.“

Mit ihrer Leistung im Achtelfinale war die Norddeutsche besonders zufrieden: „Ich habe ziemlich gut gespielt und viele Birdies gemacht. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, auch wenn es jetzt am Ende nicht mehr ganz gereicht hat. Aber damit komme ich klar!“

Kirner ebenfalls im Matchplay

Von den übrigen Deutschen schaffte es keine Athletin in den Cut. Alexandra Försterling war denkbar knapp dran. Nur ein Schlag fehlte der Berlinerin, um die Matchplays zu erreichen. Auf den letzten vier Bahnen hatte Försterling jeweils realistische Birdiechancen erarbeitet, aber die Putts wollten für den entscheidenden Schlaggewinn nicht fallen.

Paula Kirner kam mit 74 und 75 Schlägen in den „kleine Cut“. In der Trophée Claude-Roger Cartier traf die Spielerin des Kiawah GC Riedstadt auf Annabel Wilson. Gegen die Irin kam es zu einem Match auf hohem Niveau, bei dem die amtierende Deutsche Lochspielmeisterin auf Bahn 5 in Front ging, aber postwendend den Ausgleich hinnehmen musste.

Auf Bahn 10 ging die Irin selbst das erste Mal in Führung und erhöhte erst auf dem 18. Grün zum 2auf-Endstand. Zweimal hatte Paula Kirner die Chance, das Blatt zu wenden, aber die Putts aus einer Distanz, die fallen können, aber nicht müssen, blieben jeweils auf der Lochkante hängen.

Esther Poburski, die die Mädels des Junior Team Germany betreute, zollte Kirner trotz des knappen Aus Respekt für die starke Leistung: „Paula hat wirklich gutes Golf spielt und es gab nichts auszusetzen. Das war hervorragend und ein richtig gutes Match. Wenn man mit Bravour verlieren kann, dann hat sie das gemacht.“

Endstand Zählspielqualifikation

RANG NAME     ENDSTAND ZS
T23 Esther Henseleit GERMANY +4
T33 Lexi Försterling GERMANY +5
T44 Paula Kirner GERMANY +7
T50 Sarina Schmidt GERMANY   +8
T62 Aline Krauter GERMANY   +10
T70 Celina Sattelkau GERMANY +11
T76 Hannah Karg GERMANY +12
T81 Anni Eisenhut GERMANY +13
T92 Carolin Kauffmann GERMANY   +15
T92 Vivienne Bühle GERMANY +15

 

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