Bild Information: Paula Kirner und Alexandra Försterling erwarten Esther Henseleit am Grün (Foto: DGV)

Platz drei zum Bergfest

Team-WM Mädchen
 

Am zweiten Tag der Team-WM der Mädchen liefert die deutsche Vertretung den zweitbesten Score aller Mannschaften ab, macht einen ordentlich Sprung nach vorne und steht nach der Hälfte der Wettkampfrunden auf einem Medaillenrang. Esther Henseleit bringt mit einer ganz starken Vorstellung den zweitbesten Score aller Spielerinnen ins Clubhaus und rückt damit in der Einzelwertung bis Platz zwei auf.

Ottawa/Kanada – Bei der „World Junior Girls Championship“ ist Tag 2 ganz nach dem Geschmack von Esther Poburski verlaufen. Die Co-Trainerin von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl erlebte in der kanadischen Hauptstadt Ottawa, wie sich die Mädels der Junior Team Germany mit starken Leistungen an starker Konkurrenz vorbei bis auf Platz drei vorarbeitete.

Auf dem Platz des Marshes GC, über den ein teils kräftiger Wind ging, hatte Esther Henseleit einen Sahnetag erwischt. Die Falkensteinerin ging von Tee 10 auf die Runde und lieferte eine blitzsaubere Frontnine ab, auf der ihr früh ein Eagle gelang, dem sie schnell noch zwei Birdies nachlegte, indem sie gute Anspiele ins Grün mit Birdieputts aus jeweils eineinhalb Metern in zählbaren Erfolg ummünzen konnte. Auf der Backnine kamen zwei weitere Birdies auf die Karte der Spielerin, die in Varel zu Hause ist, allerdings musste Henseleit auch zwei Bogeys notieren.

„Ich habe mit vier sicheren Pars angefangen. Der Eagle auf Bahn 14 hat sehr geholfen. Auf der Backnine habe ich ein paar Chancen ausgelassen und sogar einen Ball ins Wasser gehauen. Ich bin zufrieden, obwohl es noch besser hätte ausgehen können. Angesichts des starken Winds war das aber ein gutes Ergebnis“, schätzte Esther Henseleit ihre eigene Leistung positiv ein.

Eine kuriose Runde brachte Alexandra Försterling hinter sich. „Lexi“ hatte auf ihrer Frontnine überhaupt kein Glück und nachdem etliche Putts teils nach 180-Grad-Ehrenrunden ausgelippt waren, stand auf dem Leaderboard eine +4, als die Berlinerin auf die Backnine kreuzte. Die Willensstärke der jungen Bundesligaspielerin des GLC Berlin-Wannsee war bemerkenswert, denn Försterling ließ nun eine Serie mit vier Birdies folgen und glich ihren Score so wieder auf Even Par aus. Und auch ein Bogey auf ihrer 17. Bahn brachte die 17-Jährige nicht aus der Ruhe. Mit einem finalen Birdie zementierte Försterling den Endscore von Even Par und geht von Rang elf in die dritte Runde.

Paula Kirner, die erstmals außerhalb von Europa ein Turnier bestreitet, kam besser über den Tag, auch wenn der Putter noch immer den warmen Temperaturen zum Trotz eher eisig war. Die Spielerin des Kiawah GC Riedstadt begann mit einem unglücklichen Bogey, musste bis zu ihrer zehnten Bahn noch dreimal einen Score über Par notieren und spielte danach durchgängig solide, ohne die Karte bunter zu machen. Das Birdie auf ihrer sechsten Bahn half und so unterschrieb die Deutsche Lochspielmeisterin eine solide 75 (+3).

Esther Poburski war unmittelbar nach der Runde sehr angetan von den Leistungen ihrer Schützlinge: „Die Teamleistung muss man als sehr gut einordnen, denn die Bedingungen auf dem Platz waren ziemlich tough. Anfangs war es noch ruhig, aber später kam Wind auf, der bis zu zwei Schlägern Unterschied ausmachte und schwer einzuschätzen war. Die Fahnenpositionen waren erneut krass gesteckt. Esther Henseleit hat sehr glatt gespielt. Das Bogey am letzten Loch war schade, aber insgesamt ist das in Ordnung und die „vier unter“ nehmen wir. Lexi Försterling hat sich super zurückgekämpft. Auf Tee 10 habe ich sie wieder auf einen Birdie-Train geschickt. Witzig, dass sie wieder so viele Birdies in Serie gespielt hat. Da ist also auch noch einiges drin. Paula Kirner hat heute sehr solide gespielt. Das Ergebnis ist voll in Ordnung und sie kommt langsam rein. So war das ja auch gedacht, dass sie sich entwickeln kann. Der Putter war noch sehr kalt, das müssen wir noch ändern.“

Am Abend fand ein Barbecue und ein kleiner Side-Contest auf einem Minigolf-Course statt. Das Zusammenkommen in lockerer Atmosphäre war für die Athletinnen aus 19 Nationen eine gute Erfahrung und sorgt mit dafür, die Entwicklung auf hohem Niveau zu fördern.

Als Gesamtdritte im Klassement haben die deutschen Mädchen die Ehre, am dritten Tag mit den großen Favoritinnen aus Südkorea und den USA auf die Runde zu gehen. Die Asiatinnen haben sich mit der erneut besten Tagesleistung weiter abgesetzt und rangieren mit einem Vorsprung von sieben Schlägen vor den US-Girls. Diese verloren am zweiten Tag auf den Bundesadler vier Schläge, so dass der Rückstand auf Platz zwei für die Mädels aus Deutschland nur noch zwei Schläge beträgt.

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