Bild Information: Vizeweltmeister! (Foto: DGV)

Deutschland ist Vizeweltmeister

Jugend-WM 2016
 

Die Stimmung war schon vor der Finalrunde im deutschen Team bestens und so machen die Jungen von Bundestrainer Ulli Eckhardt bei der inoffizielle Team-Weltmeisterschaft der Jugend in Japan den Triumph perfekt: Deutschland ist Vizeweltmeister, muss nur den USA den Vortritt lassen.

Toyota City/Japan – Max Schmitt, Timo Vahlenkamp, Marc Hammer und Nick Bachem haben als Team perfekt harmoniert und so hatte jeder seinen Anteil an dem größten Erfolg, den der deutsche Golfsport in der Jugend je feiern konnte.

Am Finaltag lief im Spiel von Max Schmitt alles zusammen und so machte er wahr, was er nach der dritten Runde schon angekündigt hatte: der Youngster des GC Rheinhessen spielte mit einer 63 (-8) den zweitbesten Score des Tages. Da auch alle anderen Athleten mit dem Bundesadler auf der Brust unter Par blieben, was am Finaltag noch nicht einmal dem neuen Weltmeister USA gelang, wurde der Sprung auf den Silberplatz noch letztlich sehr souverän geschafft. Thailand auf Rang 3 wurde im Endklassement um fünf Schläge distanziert. Der Rückstand auf die USA betrug am Ende neun Schläge.

Jungen-Bundestrainer Ulli Eckhardt war nach dem letzten Putt seiner Truppe völlig aus dem Häuschen: „Das war heute noch einmal der krönende Abschluss dieser Woche, die mir eigentlich schon davor super gut gefallen hatte. Jetzt gefällt sie mir noch besser. Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, das wir Silber holen und -27 spielen, den hätte ich für verrückt erklärt.“

Der Finaltag rundete diese Welt-Titelkämpfe perfekt ab. Nach dem Tagessieg zum Auftakt gelang den Burschen in Schwarz-Rot-Gold am letzten Tag erneut, den besten Score aller Nationen ins Clubhaus zu bringen. „Wir haben gewusst, dass wir gut spielen können, aber heute haben wir es wirklich ans Laufen gebracht“, zollte Ulli Eckhardt seinen Jungs großen Respekt.

Max Schmitt ging als erster Deutscher raus und legte prächtig vor. Mit vier Birdies in Serie auf den Bahnen zwei bis fünf gab der 18-Jährige, der seine ersten Golfschwünge beim GC Westerwald gemacht hatte, die Richtung vor und zog seine Teamkameraden mit. Schmitt blieb ohne Bogey, zauberte acht Birdies auf den Platz, davon zum Abschluss noch zwei in Folge und schob sich so auch in der Einzelwertung noch ganz weit nach vorne. „Wie Max die anderen in seinem Sog mitgezogen hat, war wirklich klasse! Wir haben nie nachgelassen und immer weiter nach vorne gespielt. Das hat mir toll gefallen“, jubelte der Jungen-Bundestrainer.

Die USA waren nicht zu packen. Ulli Eckhardt ließ die vier Runden Revue passieren und stellte fest, dass sein Team lediglich auf drei Bahnen am zweiten Tag einmal eine kleine Delle in der Leistungskurve hatte. Ansonsten sah er sein Team durchgängig auf höchstem Niveau. Und trotzdem legten die USA neun Schläge zwischen sich und das deutsche Team. „Was die Amerikaner hier gespielt haben, war wirklich unfassbar! Das ist eine Nummer. Aber egal. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Jungs. Noch nie war Deutschland bei einer Jugend-Weltmeisterschaft auch nur in der Nähe einer Medaille. Was die vier hier gezeigt haben, ist für mich fast noch mehr wert als die Europameisterschaft im letzten Jahr“, sprudelte es aus dem Bundestrainer voller Freude heraus. Auch wenn man eine EM nicht mit einer WM vergleichen kann, ist diese Silbermedaille für das Golf Team Germany ganz besonders, weil sie im Zählspiel erkämpft wurde.

Nick Bachem zeigte erneut ein fast perfektes langes Spiel. „Die Putts kommen auch schon noch irgendwann, da bin ich zuversichtlich“, war der 16-Jährige nach der Finalrunde zufrieden, auf der er eine 70 (-1) unterschrieb. Ulli Eckhardt war den ganzen Tag an der Seite des Marienburgers und munterte den Youngster immer wieder auf , wenn ein Putt nicht gefallen war. „Das war sehr motivierend. Die Stimmung ist jetzt Bombe. Keiner hatte mit dieser Leistung gerechnet. 27 Schläge unter Par ist außergewöhnlich gut“, strahlte der amtierende Deutsche Meister der AK 16, der im GC Schloss Auel seine erste Schritte im Golfsport gemacht hat.

Timo Vahlenkamp war froh, dass das Tagesziel so optimal erreicht wurde: „Wir hatten uns vorgenommen, am letzten Tag nochmal alles zu geben. Jeder hat heute seine beste Leistung abgerufen und so konnten wir noch auf den 2. Platz klettern. Ich bin mit meiner Leistung vollkommen zufrieden.“ Der Spieler des GC Teutoburger Wald lag nach fünf Bahnen zwar „drei über“, blieb aber ganz cool und verbesserte sich Birdie um Birdie auf -1 für den Tag, verpasste damit die Top 10 in der Einzelwertung nur hauchdünn.

Marc Hammer ist sehr solide in die Finalrunde gestartet und lag nach sieben Bahnen einen Schlag unter Par. Dann unterliefen dem Mannheimer im langen Spiel ein paar kleine Fehler, so dass er zwei Bogeys notierte. Das Finish der Runde und des Turniers war dafür wieder perfekt. Vier Schläge machte der 17-Jährige auf den letzten fünf Bahnen zur 68 (-3) gut, auch weil ihm auf Bahn 15 ein Eagle gelang. „Mein langes Spiel war dann wieder richtig gut, ich habe viele Bälle an die Fahne gehauen, meine Wedges waren gut und dann sind endlich auch mal ein paar Putts gefallen, die schon in der ganzen Woche hätten fallen können. Ich bin mit der Woche und meinem Platz in der Top 3 sehr zufrieden“, hatte sich der Spieler, der vom GC Baden-Baden mit dem Golfsport begann, selber belohnt.

Die Runde des Tages lieferte zweifellos Max Schmitt ab. Seine 63 (-8) war der verdiente Lohn für eine Woche voller Geduld und guter Leistungen. „Aus meiner Sicht war der Tag echt cool. Ich kann auch schlecht etwas anderes sagen, wenn ich eine acht unter gezockt habe. Ich freue mich sehr über die Runde und den Vizeweltmeister-Titel mit der Mannschaft. Heute ist endlich gut gelaufen, was vorher nicht so geklappt hatte. Ich bin happy“, war der Spieler, der sich nun wie seine Mannschaftskameraden Vizeweltmeister nennen darf, nach der Runde sichtlich von den Strapazen dieser WM geschafft, aber eben auch überglücklich. Im Endklassement der Einzelwertung teilt sich Schmitt mit Marc Hammer den 3. Platz.

Mit dem Triumph in Japan hat das Junior Team Germany zum dritten Mal in der Geschichte des deutschen Golfsports dafür gesorgt, dass Schwarz-Rot-Gold als Vizeweltmeister in den Siegerlisten auftaucht. 1998 hatten die Damen in Chile Silber gewonnen, 2012 erneut die Damen die Türkei als Vizeweltmeister verlassen. Nun also die Jugend!

Marcus Neumann, der als Bundestrainer der Damen in der Türkei selber das Gefühl erleben durfte, Vizeweltmeister zu werden, freute sich mit dem Team. „Es läuft super für den amtierenden Europameister. Welch´ eine starke Saison nach dem Titeljahr 2015 für das Junior Team Germany! Dieser und die vielen anderen Erfolge zeigen, dass Deutschland richtig gute Nachwuchsgolfer hat“, jubelte der Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband. Die Voraussetzungen, so Neumann, schaffen die Spieler mit harter Arbeit und motivierten Trainern in ihren leistungsorientierten Heimatclubs. „Das erfolgreiche Coaching vor Ort macht dann das Momentum bei solch einer Weltmeisterschaft aus. Glückwunsch an das ganze Team von Bundestrainer Ulli Eckhardt, der völlig zu Recht von seinen Trainerkollegen der PGA of Germany zum Trainer des Jahres gewählt wurde“, zieht Neumann den Hut vor der Leistung, die Ulli Eckhardt und seine Mannschaft seit Jahren abliefert.

stebl´

 

         
RANG NAME     ENDSTAND
1 Joaqun Niemann CHILE   -17
2 Dylan Naidoo SOUTH AFRICA   -12
T3 Max Schmitt GERMANY -9
T3 Marc Hammer GERMANY -9
T13 Timo Vahlenkamp GERMANY -6
T40 Nick Bachem GERMANY

+8

 

 

TEAMWERTUNG      
1 USA UNITED STATES   -36
2 Junior Team Germany GERMANY -27
3 Thailand THAILAND   -22
Endstand Teamwertung Endstand Einzelwertung

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