Bild Information: Brand-Knabenkraut (Bild: GC Ulm)

Erstklassiges Biotopmanagement

Golf&Natur
 

Golfplatz hat sich als überregional bedeutendes Areal für Orchideen etabliert – Auszeichnung mit Gold-Urkunde beim Qualitätsmanagement Golf&Natur

Sie sind klein, fast ein wenig unscheinbar, leicht zu übersehen - und doch machen Orchideen wie das kleine Brand-Knabenkraut das Areal am 18. Loch des GC Ulm zu einer bundesweiten Besonderheit in der Golf-Landschaft: „Dieser Lebensraum ist im Bereich zwischen Donau und Iller einmalig“, resümiert Ulrich Müller vom BUND, der seit Jahren mit dem GC Ulm zusammenarbeitet, wenn es um die Pflege der Biotope und andere ökologische Belange geht. Tatsächlich haben sich auf dem Magerrasen-Gelände auch Helm-Knabenkraut, das Große Zweiblatt, die Echte Sumpfwurz und die Weiße Waldhyazinthe angesiedelt – allesamt Arten, die jeden Orchideenfreund in Begeisterung versetzen.

„Diese wertvollen Magerrasenflächen wären ohne den Golfplatz heute nicht mehr vorhanden“, fasste Gunther Hardt, Vorsitzender des DGV-Ausschuss Umwelt & Platzpflege, die Bedeutung des GC Ulm als Rückzugsgebiet für seltene Flora und Fauna bei der Verleihung der Urkunde in Gold zusammen. Tatsächlich liegt ein Teil des Clubgeländes auf alten Kiesbänken, welche die Iller bei einem Hochwasser vor mehreren hundert Jahren zurückgelassen hat. Erst dadurch war die Entstehung eines extrem mageren Bodens in Teilbereichen des Geländes möglich. Auf den geschützten Biotopflächen in der Nähe des Clubhauses konnte auf diese Weise ein besonders wertvoller Untergrund entstehen, der für Orchideen exzellente Lebensbedingungen bietet. Mehrmals im Jahr bietet der BUND Führungen über das Golfplatzgelände an, um auch der Mitgliedschaft oder interessierten Gästen die botanische Vielfalt des Golfplatzes zu erklären.

Im GC Ulm hat man sich den Schutz besonderer Arten längst zum Anliegen gemacht. Die Teilnahme am Programm „111-Artenkorb“ der Baden-Württembergischen Landesregierung ergab zum Beispiel, dass auf dem Golfplatz noch Bestände des Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings vorhanden sind. Da die Falter akut vom Aussterben bedroht sind, geht es auf dem Golfplatz nun darum, den Großen Wiesenknopf als einzige Nahrungspflanze der Raupen vor Schilf und Verbuschung zu schützen. „Wir sind da gemeinsam mit den Greenkeepern immer wieder auf dem Gelände und schneiden Hecken, Schilf und kleine Triebe von Büschen sehr sorgfältig zurück“ resümiert Ulrich Müller zufrieden. Mit dem zusätzlichen Arbeitsaufwand hat Head-Greenkeeper Thomas Ströbele kein Problem: „Wir stellen fest, dass unsere Mitgliedschaft sich inzwischen stark für das Thema interessiert und den Golfplatz auch mehr zu schätzen weiß.“

Ströbeles Team greift auch tatkräftig zu, wenn es um die alljährlichen Amphibienbewegungen rund um den Golfplatz geht. „Nach dem Neubau von neun Löchern kamen mehr Teiche hinzu, was sich sofort in einer deutlichen Zuwanderung bemerkbar gemacht hat“, erinnert sich Müller. Inzwischen tummeln sich in den Feuchtgebieten des Golfplatzes Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche. „Vor allem aber haben wir auch noch einige wenige Laubfrösche, die inzwischen sehr selten geworden sind.“ Auch im Bereich der Amphibienwanderung arbeiten BUND und Golfclub inzwischen zusammen. Die Zäune werden zusammen errichtet. Die Erdeimer mit den Tieren in Arbeitsteilung ausgeleert.

Der GC Ulm, als einer der Leading Golf Courses of Germany ohnehin ein erstklassiger Championship-Kurs, hat sich damit über die Jahre zu einem wertvollen Naturschutzgebiet gewandelt, dessen Stellenwert auch bei den Fachbehörden anerkannt wird. „Für die Außendarstellung des Clubs und sein Image innerhalb der Bevölkerung ist gerade diese Bedeutung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sehr wichtig“, resümierte Gunther Hardt bei der Verleihung der Auszeichnung an den Clubvorstand. „Schließlich besteht die Herausforderung für Golfclubs heutzutage immer mehr darin, sich als wertvolles Mitglied innerhalb der regionalen Struktur darzustellen. Und: Das Naturerlebnis für die Mitglieder während einer Golfrunde erhöht die Spielfreude zusätzlich.“   

- PH -

Beitrag Golf&Natur des GC Ulm

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