Bild Information: Einige Golfanlagen erzeugen ihren Strom mittlerweile selbst – zum Beispiel mit Photovoltaikanlagen.

Golfanlagen profitieren nicht von Vergünstigung bei EEG-Umlage

Fauxpas von Grünen-Politiker Jürgen Trittin:
 

17.10.2012 – Deutsche Golfanlagen sind in den vergangenen Tagen zu Unrecht in die hitzige Diskussion um die Erhöhung der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhobenen Umlage zur Förderung von Ökostrom hineingezogen worden.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin wurde von Medien mit der von ihm im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa Äußerung zitiert, dass zuletzt immer mehr Betriebe von der EEG-Umlage freigestellt worden seien, „darunter Hähnchenmastbetriebe, Golfplätze und Rechenzentren“.

Mit dieser Aussage stiftet der Politiker Verwirrung: Golfanlagen sind nach den Paragraphen 40 und 43 des EEG-Gesetzes generell nicht antragsberechtigt, da sie keine energieintensiven Unternehmen des  produzierenden Gewerbes beziehungsweise Schienenbahnen nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes sind. Demnach sind Golfanlagen grundsätzlich nicht bei der EEG-Umlage begünstigt. Sie tauchen auf den Listen der durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle veröffentlichten 979 begünstigen Abnahmestellen (734 Unternehmen) 2012 nicht auf und werden auch für 2013 nicht zum Kreis der zu berücksichtigenden Antragsteller zählen.

Allerdings sind Unternehmen, die durch erneuerbare Energien wie Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen oder andere regenerative Quellen selbst Strom für den eigenen Verbrauch produzieren, generell von der EEG-Umlage befreit. Dazu zählen auch Golfanlagen.

Golfanlagen erscheinen bei dieser Diskussion leider wieder einmal in falschem Licht. „Vielen Politikern in Berlin scheint nicht bekannt zu sein, dass in den vergangenen Jahren ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat“, sagt Klaus Dallmeyer, kaufmännischer Vorstand des DGV. Wurden Golfplätze früher noch als Feinde der Natur betrachtet, so richten sie den Betrieb ihrer Golfanlagen immer öfter an ökologischen Leitlinien aus. Am Umweltmanagement-Programm Golf&Natur, das im Jahr 2005 vom DGV unter anderem gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz ins Leben gerufen wurde, nehmen bereits 126 Golfanlagen teil, das sind 18 Prozent aller Golfanlagen. Tendenz: steigend. Das Programm gibt Golfclubs eine praxisnahe Anleitung für ein umweltgerechtes Management. Viele Golfplätze sind zu wertvollen Biotopen geworden, zur Heimat bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Etliche Golfanlagen erzeugen mit Blockheizkraftwerken oder Photovoltaikanlagen umweltfreundlich Energie. In der Platzpflege hat kraftstoffsparende Technik Einzug gehalten. „Golf&Natur“ erhielt 2011 die Auszeichnung „Ausgewählter Ort“ im bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. Selbst der NABU in NRW würdigte öffentlich ehrenamtlich Aktive für ihren beispielhaften Einsatz um nachhaltige Golfplätze.

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