Bild Information: Blitzschutzhütte (Bild: Andreas Klapproth)

Bauliche Veränderungen auf Golfanlagen

Golfplatzbau
 

In der fortschreitenden Entwicklung eines Golfplatzes kommt es immer wieder zu kleineren baulichen Veränderungen zur Nutzungs- und Qualitätsverbesserungen auf einer Anlage. Um als Verantwortlicher auf einer Golfanlage gesetzeskonform, ordnungsgemäß, umweltbewusst und nachhaltig zu arbeiten bedarf es der Beachtung folgender Grundlagen.

Oftmals werden diese kurzerhand entschieden und durch das Greenkeeper-Team oder eine Baufirma umgesetzt. Hierbei werden die Grenzen des Erlaubten, im Rahmen der ursprünglichen Baugenehmigung einer Golfanlage und im Rahmen der aktuellen gesetzlichen Regelungen, sehr oft überschritten. 

Bei der oft jahrelang zurückliegenden Baumaßnahme zur Errichtung einer Golfanlage wurden die Unterlagen eines Flächennutzungsplans, zum Teil auch Bebauungsplan und landschaftspflegerischer Begleitplan, erstellt. Darauf aufbauend wurden die naturschutzrechtlichen und wasserrechtlichen Genehmigungen von den Kreis- und Landesämtern erteilt. Dies sind wesentliche Grundlagen für die Entscheidungen bei Veränderungen auf einer Golfanlage. Aus diesem Grund sollten diese Unterlagen im Sekretariat der Golfanlage aufgelistet und geordnet jederzeit zur Verfügung stehen. Dies ist auch ein wichtiger Bestandteil des DGV-Projektes Golf & Natur.

Wird seitens des Anlagenbetreibers angedacht eine Veränderung wie z.B. Neubau eines Abschlages, Verlegung von Spielbahnen, Aufstellen von Sandsilos, Errichtung von Blitzschutzhütten, Fällung von Bäumen oder Veränderungen an Gräben und Gewässern usw. vorzunehmen, so bedarf dies einer Genehmigung. Vor Beginn einer Maßnahme sind die vorhandenen Genehmigungen und Auflagen zu sichten, ein klares Konzept zu erstellen und ein Gespräch mit den zuständigen Vertretern der Naturschutzbehörde, Wasserbehörde zu führen. Im Rahmen dieser Gespräche wird sehr schnell deutlich, ob die Gedanken einer Umbaumaßnahme realisierbar sind und welche weiteren Behörden wie z.B. Bauamt, Forstamt, Wasserwirtschaftsamt usw. hinzugezogen werden müssen. Steht fest, dass weitere Schritte zur Abwicklung folgen, so ist ein Fachplaner mit den jeweiligen Berechtigungen zur Erstellung der erforderlichen Unterlagen für die einzelnen Fachbehörden hinzuzuziehen. Diese Unterlagen setzen sich aus einem aktuellen Übersichtplan, einer Beschreibung und Darstellung der Maßnahme sowie einem formulierten Antrag zusammen.

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben leider gezeigt, dass Entscheidungen für bauliche Veränderungen zum Teil auch ohne Genehmigung, oft aus Unwissenheit, umgesetzt wurden. Dies führt zum Vertrauensmissbrauch bei den zuständigen Genehmigungsbehörden und erschwert eine zukünftige Zusammenarbeit. Eine gewisse Kontinuität wird seitens der Behördenvertreter geschätzt. Hier kann z.B. ein Masterplan, der geplante Veränderung kommender Jahre vorsieht, bereits im Vorfeld abgestimmt werden. Hauptansprechpartner einer Golfanlage sind die Vertreter der Naturschutzbehörde.

Nachfolgend einige Maßnahmen-Beispiele die aufzeigen welche Schritte erforderlich sind:

Wasserbauliche Maßnahmen

Wird eine Verbesserung der Wasserversorgung geplant, wie z.B. Neuanlegen eines Brunnens oder eines Speicherteiches so sind beim Brunnen die Vertreter der Oberen Wasserbehörde (Wasserwirtschaftsamt des Bundeslandes) und die Vertreter der zuständigen Naturschutzbehörde einzubeziehen. Beim Bau eines Speicherteiches sind die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis) und Unteren Wasserbehörde (Landkreis) Ansprechpartner.

Ist eine Maßnahme der Wasserableitung, wie z.B. Regenwassereinleitung in ein Gewässer oder Kanalsystem, Neubau eines Waschplatzes mit Einleitung in ein Kanalsystem oder Versickerung des Wassers geplant, so ist diese bei der Unteren Wasserbehörde zu beantragen.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) haben sich in den letzten Jahren auch die Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Gewässern geändert. Das heißt, auf Funktionsflächen mit künstlichem Schichtaufbau aus Oberboden, Rasentrag – und Dränschicht und oberflächennahem Dränage-System dürfen keine PSM angewendet werden, wenn diese in ein Oberflächengewässer, das ständig oder periodisch Wasser führt, abgeleitet wird. Zukünftig sind alle Dränagen der Spielelemente in offen auslaufende Versickerungs- und Verdunstungsmulden zu führen, sofern die Ausführungsgenehmigung nichts Gegenteiliges fordert.


Dränagen sollten nicht wie im Bild dargestellt in ein Entwässerungsgraben, sondern in eine Versickerungs- und Verdunstungsmulde geführt werden

Kleinmaßnahmen mit hochbaulichem Charakter

Silo

Bei der Errichtung von pflegebedingten Sandlager-Silos, wie im nachfolgenden Bild 2 dargestellt, bedarf es eines Bauantrags bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde (Bauamt Stadt- oder Landkreis). Neben der Beschreibung und Darstellung der Maßnahme ist auch der Eingriff in den Naturlebensraum zu berücksichtigen, der bei den Fachbehörden meistens mit einer Eingriffs- Ausgleichsbilanzierung zu belegen ist.


Sandsilo

Wetter-/Blitzschutzhütte

Für Schutzhütten in der freien Landschaft gelten erleichterte Genehmigungsbedingungen sofern die Größe von 30 m³ umbauten Raum nicht übersteigt. In jedem Fall ist jedoch eine landschaftsschutzrechtliche Genehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen. Übersteigt die Größe den o.g. Rahmen, so ist beim Bauamt eine Baugenehmigung einzuholen. Der Eingriff in die Landschaft ist bei einer solchen Baumaßnahme mit Bepflanzungen wie z.B. Streuobst auszugleichen. 

Baumschnitt- und Baumfällarbeiten

Geplante Baumfällungen sowie Rodungen sind in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde (Fällantrag mit der Baumart, Standortangabe, Größe und Stammdurchmesser, gemessen in 1m Stammhöhe, zur Genehmigung einreichen), bzw. Baumschnittarbeiten unter Berücksichtigung der im landschaftspflegerischen Begleitplan festgelegten Arbeiten, durchzuführen. Bei Golfanlagen im Stadtgebiet gibt es gegebenenfalls auch Baumschutzsatzungen die zu beachten sind.

Die Durchführung von Schnitt- und Fällarbeiten ist außerhalb der Brutzeit im Zeitraum zwischen 1. Oktober und 28. Februar zulässig. Ebenso ist die Rodung von Sträuchern und Hecken in der Brutzeit (1. März bis 30. September) grundsätzlich untersagt.

Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass auch kleine Veränderungen auf einer Golfanlage immer eine Zustimmung und/oder Genehmigung durch die Fachbehörden erfordern. Auch werden in letzter Zeit verstärkt Kontrollen durch diese Fachabteilungen durchgeführt. Bei der Feststellung von nicht genehmigten Umbauten/Veränderungen kann die jeweilige Behörde eine Frist setzen um eine nachträgliche Genehmigung anzustreben oder aber auch den Rückbau sowie die Herstellung des ordnungsgemäßen Zustandes fordern.

- Text & Bilder: Andreas Klapproth - 

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