Dogleg? Hundebeine auf dem Golfplatz?

 
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Wer zum ersten mal einen Golfplatz betritt, hat in der Regel Orientierungsprobleme und jede Menge Fragen. Wir führen Sie vom Abschlag zum Grün und machen Sie mit Grundprinzipien vertraut, die für jeden Golfplatz der Welt gelten.

Handicap, Par, Tee, Vorgrün, Fairway, Semirough - wer sich mit Golf befasst, wird von Beginn an mit einer ganzen Reihe von Begriffen konfrontiert, die zunächst einmal schwer verständlich sind. Die meisten von ihnen hängen mit der Struktur eines Golfplatzes, der Ausrüstung und den Regeln zusammen. Diese "Hieroglyphen" sind jedoch einfacher zu verstehen, als es den Anschein hat.

Golfplätze entstehen hierzulande fast ausschließlich aus Bürgerinitiativen; irgendjemand hat die Idee, es kommen Gleichgesinnte zusammen, und diese Leute werfen dann ihr Geld zusammen, um sich ein Refugium zu schaffen. Sie pachten mindestens 30 Hektar Land an - normalerweise ist es sogar die doppelte Menge, weil heutzutage jeder darauf Wert legt, Natur zu erhalten oder auch zu schaffen; Biotope, Wildwuchs, Gewässer. Derartiges ist noch nicht außergewöhnlich, denn Tennisclubs, Plätze zum Segelfliegen, Reithallen, selbst Fußballvereine entstehen auf ähnliche Weise. Es gibt nur einen ganz erheblichen Unterschied: Golfplätze entstehen meist nicht nur aus privater Initiative, sondern auch mit privaten Mitteln - ohne öffentliche Gelder aus irgendwelchen Steuern. Würde man beispielsweise Schwimmbäder ähnlich finanzieren, wären die Kosten für einen Besuch hier genauso hoch wie bei einer Runde Golf.

Es gibt viele funktionierende Modelle, die zum Bau einer Golfanlage führen: Reine Betriebsgesellschaften, die eine Vorfinanzierung leisten und den fertigen Platz einem Club langfristig verpachten - Gesellschaften, die als Teil eines eingetragenen Vereins alle Arbeiten selbst finanzieren und durchführen lassen - auch Aktiengesellschaften, bei denen man seinen Anteil erwirbt und später eventuell mit entsprechendem Gewinn wieder veräußert. In der Landwirtschaft, wo man jahrzehntelang auf den Äckern den immer gleichen Mais und die immer gleichen Rüben anbaute und mit Tonnen von Kunstdünger versorgte, hat die Europäische Gemeinschaft dringend geraten, Überproduktion zu vermeiden. Das hat dazu geführt, dass die Landwirte sogar Geld dafür erhielten, wenn sie die Bebauung einstellten. Natürlich können diese stillgelegten Flächen nicht überall in Golfplätze verwandelt werden - oft sind daraus Erholungsflächen entstanden, woanders stimmt die Infrastruktur nicht. Es hat ja keinen Sinn, irgendwo einen Golfplatz hinzubauen, auf dem nachher niemand spielt. Aber es gibt durchaus auch Landstriche, wo es geht - Beispiele, wo die Landwirte sich zu Greenkeepern umschulen ließen und schöne Einnahmen erzielten. Übrigens liegt die auf einem Golfplatz notwendige Düngermenge bei etwa fünf Prozent von jener, die beim Ackerbau notwendig ist.

Die meisten Golfplätze haben 18 Löcher, einige Plätze, meist aus Geld oder Platzmangel, weisen lediglich neun Löcher auf. Mit dem 19. Loch ist im Golf die Bar oder das Restaurant im Clubhaus gemeint - also der Ort, wo man bei einem kühlen Getränk seiner Wahl das eigene Spiel nochmal Revue passieren lassen kann. Der Begriff Löcher ist doppeldeutig: Neben der Vertiefung auf den Grüns werden auch die einzelnen Spielbahnen als Löcher bezeichnet. Die Anzahl von 18 Löchern hat sich historisch entwickelt. Ein 18-Löcher-Platz hat in der Regel eine Länge von etwa 4.500 bis 6.500 Metern (Addition der Länge der einzelnen Bahnen). Einige Monster sind länger, aber die Überläßt man besser den Jungs, die man im Fernsehen sieht. Beginnen Sie besser am unteren Ende der Scala und arbeiten sich langsam nach oben. Die unterschiedliche Länge der Plätze ergibt sich aus geographischen Gegebenheiten, der Größe der Fläche, die zum Bau zur Verfügung steht, den spezifischen Vorstellungen des Golfplatz-Architekten oder -Designers und einigen anderen Faktoren. Wenn ein Platz eine größere Gesamtlänge aufweist, bedeutet dies nicht zwingend, daß er besser oder schwieriger zu bespielen ist. Entscheidend ist vielmehr die Gestaltung der einzelnen Spielbahnen und ihre jeweiligen Längen.

Es gibt Par 3-, Par 4- und Par 5-Bahnen. Par ist die Anzahl von Schlägen, die ein gestandener Golfer an einem solchen Loch benötigen sollte. An einem Par 5-Loch zum Beispiel besteht ein reguläres Par aus einem Drive, zwei vollen Schlägen und zwei Putts. Zwei Putts werden auf jedem Grün als Standard angenommen. Logischerweise ist ein Par 5-Loch länger als ein Par 4 (zwei volle Schläge, zwei Putts). Dieses ist wiederum länger als ein Par 3 (ein voller Schlag, zwei Putts). Den Golfregeln zufolge darf ein Par 3-Loch bis zu 228 Metern lang sein; Par 4-Löcher müssen sich zwischen 229 und 434 Metern bewegen, ohne Berücksichtigung etwaiger Erhebungen; alles was darüber liegt, ist ein Par 5. In der Regel haben moderne Golfplätze Par 72, das sich aus zehn Par 4-Löchern (40), vier Par 3- (12) und vier Par 5-Löchern (20) zusammensetzt. Aber natürlich findet man auch Plätze mit Par-Zahlen, die von 62 bis 74 reichen. Wer einen Par 72-Golfplatz mit 72 Schlägen bewältigt, hat den Platz Par gespielt.



Beginnen wir mit der detaillierten Beschreibung eines Golfplatzes dort, wo stets alles beginnt, auf dem Abschlag.

Der Abschlag (engl. tee)
Der Abschlag ist eine meist etwas erhöht angelegte, etwa 20 Meter lange und fünf Meter breite Fläche, auf der man den Ball auf der jeweiligen Spielbahn ins Spiel bringt. Im allgemeinen gibt es pro Loch zwei unterschiedliche Abschläge: Einen für die Herren und davor den für die Damen. Auf Plätzen mit höherem Schwierigkeitsgrad finden sich drei Abschläge: für spieltechnisch weit fortgeschrittene Spieler ist der am weitesten vom Loch entfernte vorgesehen. Vor allem in den USA sind bekannte Architekten, wie etwa Jack Nicklaus, Robert Trent Jones Jr. oder Pete Dye, dazu übergegangen, fünf bis sechs Abschläge pro Loch anzulegen, um den unterschiedlichen Spielstärken noch stärker gerecht zu werden. Die jeweils aktuellen Abschlagslinien werden durch Markierungen festgelegt. Unterschiedliche Farben weisen aus, für wen der jeweilige Abschlag gedacht ist: Weiß: Herren, Turnierabschlag, Gelb: Herren, Normalsbschlag, Blau: Damen, Turnierabschlag, Rot: Damen, Normalsbschlag.

Das Fairway
Die kurzgeschnittenen Rasenflächen zwischen Abschlag und Grün heißen Fairway. Beim Abschlag an Par 4- und Par 5-Löchern geht es in erster Linie darum, den Ball auf das Fairway zu platzieren. Der Grund: Durch die Beschaffenheit der Rasenoberfläche bleibt der Ball wie auf einem Teppich obenauf liegen und ist dadurch wesentlich besser und einfacher zu treffen als im tieferen Gras abseits der Spielbahnen, den so genannten Rough. Ausnahmen bilden mitunter Par 3-Löcher. Da das Grün mit dem ersten Schlag getroffen werden sollte, sehen Platzplaner auf anspruchsvollen Plätzen an Par 3-Löchern anstelle der Fairways Gräben, Schluchten oder Wasserhindernisse vor. Im allgemeinen aber beginnt das Fairway bereits wenige Meter vor dem Damen-Abschlag, der stets vor den Herren-Abschlag positioniert ist. Auf den nach klassischem schottischen Muster entworfenen Plätzen kann jedoch zwischen Abschlag und Fairway eine Rough-Fläche liegen, die bis zu 150 Meter lang ist. Auch bei neueren Plätzen hierzulande ist dies immer häufiger zu beobachten. Ein Grund hierfür sind Umweltschutz-Auflagen der Behörden: Rough-Flächen erfüllen eine Artenschutz-Funktion und dürfen vielfach nur zweimal im Jahr gemäht werden. Um den Schwierigkeitsgrad des Spiels zu erhöhen, versehen Golfplatz-Architekten die Spielbahnen mit Hindernissen. Die geläufigste Form ist der Bunker, eine mit Sand gefüllte Vertiefung, die in der Landezone der Abschläge liegt. Sehr oft wird das freie Spiel auf den Fairways auch von Bäumen, Erdhügeln oder von Wasserhindernissen erschwert, die im oder neben dem Fairway angelegt sind. Die Spielstrategie wird davon ganz wesentlich geprägt. Bei wichtigeren Profi-Tunieren wird das Spiel zusätzlich erschwert, indem die Fairways verengt werden und manchmal nur eine Breite von knapp zehn Metern an strategischen Stellen aufweisen.

Das Grün (engl. green)
Die 18 Grüns eines Golfplatzes sind deren wichtigster Bestandteil. Auf dem Grün befindet sich das Loch, das es mit möglichst wenigen Schlägen zu erreichen gilt. Das Gras auf dem Grün ist extrem kurz geschnitten, die Fläche sehr glatt gewalzt, damit der Ball so >>spurgetreu<< wie möglich rollen kann. Grüns sind die am stärksten beanspruchten und daher pflegeintensivsten Teile des Golfplatzes. Um die starke Beanspruchung auszuhalten, weisen sie einen speziellen Aufbau aus mehreren Schichten auf. Grüns sind daher auch der teuerste Bestandteil beim Bau. Zudem sind sie mitausschlaggebend für die Qualität eines Golfplatzes: Ein guter Golfplatz zeichnet sich auch dadurch aus, daß die Grüns hohen Pflegestandard aufweisen. Auf modernen Plätzen findet man mehr und mehr >>ondulierte< Wie Golfplätze entstanden: Vom Mauseloch zum cup Es dauerte einige hundert Jahre, bis Golfplätze das heutige Erscheinungsbild aufwiesen. Zuerst wurde überall gespielt, wo Gras war, also auf Wiesen und Weiden, über Zäune und Feldmauern. Löcher waren nicht angelegt, sondern es wurden solche als Ziel genommen, die ohnehin vorhanden waren. Ab dem 18.Jahrhundert wanderten die Golfer mehr und mehr in die Ortschaften. Jeder kleine Marktflecken auf den britischen Inseln legte Wert darauf, in seinen Mauern eine Grünfläche zu haben, die in erster Linie den Bürgern zur Erholung gereichen sollte. Auf diesen "Greens" wurde das Gras recht kurz gehalten, sie waren die Vorläufer des heute so berühmten Englischen Rasens. Auch die Freunde des Golfsports wußten sehr bald zu schätzen, daß man auf diesen Greens die - Leder umhüllten - Bälle leichter wiederfand als in irgendeiner Wiese. Also zogen sie an bestimmten Tagen, zu festgelegten Zeiten, auf die Grünfläche und gingen immer zahlreicher diesem Sport nach. Die höhere Frequentierung dieser Grünflächen führte bald dazu, daß die mit den Händen gegrabene Löcher schneller ausfransten. Ein findiger schottischer Schlosser erfand folgerichtig Einsätze für diese Löcher, die sie haltbarer machten. Die Cups hatten einen Durchmesser von 4,25 Inches, 10,8 Zentimeter. Das Maß gilt auch heute, zweihundert Jahre später, noch als Maß aller Golflöcher dieser Erde.

Weitere Fragen zu den verschiedensten Begriffen im Golfsport klärt unsere Rubrik "Golf von A bis Z".





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