Mit Rhythmus zu mehr Länge
Paul Lawrie hat einen guten Tipp, den auch, oder gerade Amateur-Golfer und Fitness-Muffel befolgen sollten: rhythmischer schwingen und daraus mehr Länge generieren. In Schottland hat die Taktik funktioniert. Wir werfen einen Blick in die Tasche des Wilson-Staff-Spielers.
Zuerst einmal musste auch Paul Lawrie zugeben, dass er in der vergangenen Woche "den Ball nicht besser hätte treffen können." Sein Ball-Striking ist nach eigener Aussage so gut, wie nie zuvor. "Ich habe die letzten Jahre hart daran gearbeitet und endlich zahlt es sich aus." Dabei legt er gar nicht so viel Wert auf den genauen Eintreffwinkel und die Schwungebene.
"Ich bin sehr untechnisch geworden, was mir sehr gefällt. Ich kann mich einfach auf die Range stellen und Bälle schlagen. Und es funktioniert", freute sich Lawrie, einen Schwunggedanken gefunden zu haben, der einfach umzusetzen ist. "Ich habe mich darauf beschränkt, während der Turniere nur auf den Rhythmus zu achten. Dadurch treffe ich nicht nur mehr Fairways, sondern bin auch länger als ich es je war."
Länge und Präzision durch Rhythmus
Mit einer Durchschnittslänge von 291 Yards (265 Meter) brauchte sich der 43-Jährige tatsächlich nicht verstecken. Nur zehn Spieler schlugen den Ball weiter als der Schotte. Und das, obwohl Lawrie einerseits zu den ältesten Teilnehmer gehörte und auch Spieler wie Nicolas Colsaerts (Längster in Schottland) und Marcel Siem (Rang zwei bei der Drivelänge) vertreten waren, die ohnehin zu den Längsten auf der Tour zählen.
Lawries Stärke wird deutlich, wirft man einen Blick auf die Kombinations-Wertung aus Länge und Präzision, das "Total Driving". Hier konnten sich auf dem PGA Centenary Course nur neun Spieler vor dem Schotten halten - und Nicolas Colsaerts sowie Marcel Siem gehörten nicht dazu, dafür haben die beiden Longhitter zu oft gestreut. "Ich weiß nicht, wie viele Fairways ich in dieser Woche verfehlt habe, aber es können nicht viele gewesen sein", sagte Lawrie über seine präzisen Drives.
So weit können Einbildung und Realität manchmal auseinander liegen. Denn mit neun getroffenen Spielbahnen pro Runde (Rang 34) hat Lawrie doch mehr Fairways verfehlt, als er meinte. Allerdings muss man dazu sagen, dass selbst ein Ball, der in den First Cut läuft von den Pros oft als getroffenes Fairway angesehen wird, da sie hier nur in den seltensten Fällen Probleme haben, den Ball zu kontrollieren.
In the Bag 2012 - Die Taschen der Sieger - Teil 2
Schlecht gespielt, gut gescort
"Taktisch habe ich teilweise richtig schlechte Entscheidungen getroffen", fand Lawrie dann doch noch einen Kritikpunkt an seinem Spiel in Schottland. "Aber mein gutes langes Spiel hat das verborgen." Mit knapp 78 Prozent getroffenen Grüns in regulation (Rang acht) und gerade einmal 1,7 Putts pro Grün (Zweiter) war von Fehlentscheidungen tatsächlich wenig zu sehen. Vor solchen Werten muss man einfach den Hut ziehen.
Aktuell ist Paul Lawrie bei Wilson Staff unter Vertrag, spielt deren Eisen und repräsentiert die Marke auf Bag und Mütze. Der Vertrag wurde 2010 geschlossen. Doch die erfolgreiche Zusammenarbeit geht zurück bis ins Jahr 1993, als Lawrie zum ersten Mal bei Wilson Staff unter Vertrag genommen wurde und 1999 die Open Championship gegen Jean Van de Velde gewann. Nur zwei seiner insgesamt acht Titel auf der European Tour hat Lawrie mit einer anderen Marke an seiner Seite geholt.
Auch in der vergangenen Woche erfüllte der Schotte die vertraglichen Pflichten, hatte ansonsten aber eine bunte Mischung verschiedener Marken im Bag.
| Driver | TaylorMade "R11" (10,5 Grad) |
| Fairwayholz | Callaway "FT Tour" Holz 3 (15 Grad) |
| Hybrid | TaylorMade "Rescue 09" (19 Grad) |
| Eisen (3-PW) | Wilson Staff "FG Forged" |
| Wedges | Titleist "Vokey Design SM4" (52 und 60 Grad) |
| Putter | Odyssey "White Hot 2-Ball" |
| Ball | Titleist "Pro V1x" |
adk
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