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Kaymer setzt aus

 
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Ein paar Wochen Pause: Martin Kaymer wird in diesem Monat nicht mehr starten, der Platz im Ryder-Cup-Team ist damit unsicherer denn je. Doch dem Deutschen geht es um mehr. Die Chancen auf die Qualifikation stehen trotz allem nicht so schlecht.

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"Wenn es brenzlig wird mit der Qualifikation für den Ryder Cup, werde ich alles dafür tun und so viele Turniere wie möglich bestreiten, um dabei zu sein." Martin Kaymer war motiviert, als er diesen Satz in die Notizblöcke diktierte, damals im Frühjahr 2012. Weniger Turniere zu Beginn des Jahres sollten es sein, mehr ab Sommer, "weil ich aus Erfahrung weiß, dass man sonst gegen Ende des Jahres schlapp wird und auch die Motivation darunter leidet."



Richtig viel gespielt hat der 27-Jährige im Sommer dennoch nicht - und so leider die Motivation doch. Bei der Open Championship und der PGA Championship verpasste er zweimal den Major-Cut, im Ryder-Cup-Ranking rutschte er ab - auch aufgrund einer insgesamt schwachen Saison. Platz sieben ist derzeit das beste Ergebnis 2012. Team Europa wirkt derzeit weit weg, auch wenn er im Klassement für den Ryder Cup Rang neun, gleichbedeutend mit einem Ticket für den Kontinentalwettbewerb, inne hat.

Es wird brenzlig - doch Kaymer will plötzlich nicht mehr alles tun, wie er es vor Monaten noch prognostiziert hatte. "Ich werde die nächsten zwei, drei Wochen keine Turniere mehr spielen. Es liegt nun an den anderen Spielern, ob ich dabei bin oder nicht."

Die schwierigen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Nummer 21 wirkt desillusioniert, wenn sie sagt: "Mehr als hier [PGA Championship] antreten, konnte ich nicht. In Gleneagles werde ich nicht mitspielen. Wenn ich dabei sein sollte, freue ich mich und werde alles geben." Überraschende Worte für einen, der bereits einmal dabei war im Ryder Cup, der schwärmte von Stimmung und Sport.

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Kaymer gibt zu, dass derzeit der Wurm drin sei. Aber verzichtet ein Top-Sportler - unter Umständen - kampflos auf einen Saisonhöhepunkt, weil er sich nicht in Form fühlt, sechs Wochen vorher? Eher nicht, zumal Kaymer auch sagt: "Da es Matchplay ist, spielt die Form da nicht so eine Rolle." Was ist es dann? Gut, der Platz ist keineswegs verloren. Es müsste schon viel falsch laufen. Ian Poulter auf Rang zehn hat derzeit nicht für Gleneagles gemeldet, Sergio Garcia auf Platz elf schlägt diese Woche in den USA ab. Beide sind jedoch auch Top-Favoriten auf eine Wildcard.

Europa-Kapitän José María Olazábal hat mehrmals angedeutet, dass er seinen Landsmann dabei haben will. Und Poulter ist spätestens nach seiner starken PGA Championship und aufgrund seiner famosen Ryder-Cup-Historie im Falles des Falles auch ein nahezu sicherer Wildcard-Kandidat.

Dahinter hat nach derzeitigem Stand zumindest Nicolas Colsaerts Chancen, in Gleneagles an Kaymer vorbeiziehen zu können. Garcia und Colsaerts - dann wäre Kaymer draußen. Noch ist die Anzahl der Weltranglistenpunkte, die Währung im Kampf um die Plätze, in Schottland nicht ganz sicher, so wenig wie Kaymers Teilnahme. Natürlich stehen die Chancen angesichts eines eher durchschnittlichen Feldes in Gleneagles nicht so schlecht für Kaymer. Die Weltranglistenpunkte werden überschaubar bleiben. Ein komisches Zeichen ist die Auszeit dennoch.

Vielleicht ist es der grundsätzliche Zweifel am eigenen Spiel, vielleicht der Drang, den Sport für eine Weile vergessen zu können und auf Kosten einer möglichen Ryder-Cup-Teilnahme die eigene Leistungsfähigkeit langfristig zu justieren. Sollte dies so sein, wäre die derzeitige Phase nicht mehr und nicht weniger als eine mittelgroße Krise. Kaymer schreibt auf seiner Internetseite von "ziemlich enttäuschenden" letzten Wochen, "es fehlt das ganze Jahr über schon immer an ein paar Kleinigkeiten, die sich aber bedauerlicherweise von Woche zu Woche abwechseln." 

Er spricht von einer Phase, "in der ich sonst noch nie in meiner Karriere war". Er schreibt es nicht, aber man kann sich denken, was hier mitschwingt - zurecht: In der bislang äußerst erfolgreichen Karriere des Martin Kaymer. Zwei Wochen will er nun in Arizona weiter an seiner gewonnenen Variabilität im Spiel arbeiten. Diese Erweiterung seines Repertoires war nötig ("Ich bin jetzt in der Lage, alle Flugkurven zu spielen"), auch wenn sie einen guten Sommer gekostet hat.

"Man kann es leider nicht erzwingen", weiß Kaymer. Und er muss sich nur umhören, um in der Ruhe Kraft zu generieren. Nahezu alle Weltklassekollegen können von schwierigen Zeiten gute Geschichten erzählen. Es ist davon auszugehen, dass auch Martin Kaymer irgendwann gereift auf diesen Abschnitt zurückblicken kann. Und es ist gut möglich, dass in seiner Geschichte dann auch der Ryder Cup 2012 einen Platz findet. Die Frage ist nur, in welcher Form.

fpf




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