Ein wahnsinnig(es) langes Spiel
Nach acht Jahren gewinnt Marcel Siem endlich wieder ein Turnier der European Tour. Der Sieg hat sich allerdings schon eine ganze Weile angekündigt. In der Woche im Le Golf National hat es Siem dann endlich geschafft, und sein Spiel zusammen gehalten. Wir werfen einen Blick in die Tasche des Mizuno-Spielers.
"Ich habe mich bei so vielen Turnieren in diesem Jahr schon selbst zerstört", drückte es Marcel Siem im Interview nach der Runde aus. "Dumme Fehler haben mich den Titel gekostet. Ich bin so froh, es endlich geschafft zu haben." Nach acht Jahren ohne Sieg auf der European Tour war sich Siem trotz "all der Leute, die schlecht über mich reden" stets sicher, dass er das Siegen nicht verlernt hatte. "Ich wusste, dass mich keiner schlagen kann, wenn ich mein bestes Golf spiele." Und nach einigen Rückschlägen in diesem Jahr - man bedenke nur die Löcher sieben bis neun bei der BMW International Open oder die verpatzte Finalrunde in Wales - hat es der Deutsche geschafft, und sich bei der Open de France der Last von den Schultern entledigt.
Ein Gruß an Jean Van de Velde
"Es ist einer meiner Lieblingsplätze, und ich weiß, dass ich in Paris eine gute Platzierung schaffen kann, und muss", sagte Marcel Siem gegenüber Golf.de noch in der Vorwoche bei der Irish Open. "Ich habe hier schon des Öfteren ordentliche Ergebnisse abgeliefert, aber nach den Veränderungen von Jean Van de Velde ist es ein wirklich anspruchsvoller Platz geworden. Ich denke mal, dass es sein Verdienst ist, dass das Siegesergebnis nur bei acht unter Par liegt", lobte Siem die Bedingungen. Das hohe Rough bestrafte jeden verzogenen Abschlag und die Löcher waren an jedem Tag interessant gesteckt und "total anders, als in den Jahren zuvor."
In the Bag 2012 - Die Taschen der Sieger - Teil 1
Das Geheimnis: Lang und gerade
Bei der Irish Open ärgerte sich Siem nach jedem Tag über die vielen ungenutzten Chancen auf den Grüns. "Mein langes Spiel ist eigentlich so gut", sagte er damals, "es will nur einfach kein Putt fallen." Und auch in der französischen Woche glänzte Siem mit einem Spiel vom Abschlag bis zum Grün, das seinesgleichen suchte. Vom Tee aus traf in der vergangenen Woche nur David Drysdale mehr Spielbahnen.
Zugleich gehörte Siem allerdings auch zu den längsten vom Tee. Mit durchschnittlich 302 Yards (276 Metern) war der Deutsche auch in dieser Statistik in den Top fünf zu finden. Damit belegte er in der Kombination aus Genauigkeit und Länge ("total Driving") mit großem Abstand Rang eins.
Eisen sind entscheidend
"Es ist wichtig, dass man sich mit den Eisen wohl fühlt. Und so geht es mir einfach mit den Eisen von Mizuno", äußerte sich Siem glücklich über seine Rückkehr zu dem Hersteller, mit dem er seine Karriere vor vielen Jahren begonnen hatte. Mit knapp 74 Prozent getroffener Grüns in regulation (Rang drei), bewies Siem auch in Frankreich, dass sein langes Spiel so gut wie schon lange nicht mehr ist.
Anfang des Jahres kehrte Marcel Siem zu Mizuno zurück, und schien von Anfang an mit den neuen Schlägern besser zu spielen. "Ich mag besonders den weichen Impact der Eisen. Das kommt meinem Spiel entgegen und ergänzt sich hervorragend mit dem neuen Ball." Die Hölzer kommen dagegen weiterhin von Klassenprimus TaylorMade. "Auch wenn ich mich in den 650er von Mizuno verliebt habe, so wollte ich einfach etwas Neues probieren", begründete Siem seinen Driver-Wechsel seit der BMW International Open. "Ich glaube einfach, dass ich mehr Stoff geben kann."
- Driver: TaylorMade "RocketBallz" (8 Grad; Schaft: Graffaloy "Blue" Prototype)
- Fairwayhölzer: TaylorMade "RocketBallz" Holz 3+ und 4 (13 und 18 Grad; Schäfte: Aldila "RIP Phenom X 70")
- Eisen (4-PW): Mizuno "MP-69" (Schäfte: True Temper "Dynamic Gold X100")
- Wedges: Mizuno "MP T-11" (50 und 52 Grad) und Titleist "Vokey Design SM4" (60 Grad)
- Putter: Scotty Cameron by Titleist "Select Big Sur S" (Broomstick)
- Ball: Titleist "Pro V1x"
adk
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