Zwischen Hoffen und Bangen
Diese Woche in Kurz notiert: Marcel Siem zittert um die Open Championship, Martin Kaymer startet bei der Scottish Open, um alles für die Ryder-Cup-Teilnahme zu tun. Außerdem: Die USA hat einen Beau als Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft.
Marcel Siem muss nach der Irish Open mehr denn je um die Teilnahme bei der Open Championship bangen. Das Ticket über Kategorie 10, eine Mini-Rangliste, die sieben Turniere ab der BMW PGA Championship beinhaltet, konnte er nicht lösen. Stattdessen dürfen sich Thongchai Jaidee und Richard Sterne über die Teilnahme beim ältesten Major freuen. Für Siem bleibt noch die Hoffnung auf Kategorie 11, dazu muss der Deutsche allerdings entweder bei der Open de France oder bei der Scottish Open in den Top Fünf landen, um eine Chance zu haben.
Die Irish Open ging mit Platz 57 etwas enttäuschend zu Ende, doch Siem, 31, blickt nach vorne. "Jetzt muss ich wieder gute Laune für Frankreich bekommen, denn das ist einer meiner Lieblingsplätze." Die vorletzte Open-Chance beginnt ab Donnerstag.
Auch Martin Kaymer zählt den Le Golf National, auf dem 2018 der Ryder Cup stattfinden wird, zu seinen Lieblingsplätzen. 2009 konnte er dort sogar gewinnen. Ursprünglich wollte er in der Woche zwischen dem Turnier in Frankreich und der Open Championship eine Pause einlegen. Jetzt hat sich Kaymer aber kurzfristig für einen Start bei der Scottish Open entschieden. "In Schottland, dem 'Home of Golf', zu gewinnen war sehr speziell für mich", erklärte er im Rückblick auf seine Siege bei der Scottish Open 2009 und Alfred Dunhill Links Championship 2010. "Die Zuschauer sind sehr kompetent und respektvoll."
Ein Grund für die spontane Teilnahme auf dem Links-Platz von Castle Stuart ist sicherlich auch die Ryder-Cup-Wertung. "Wenn es brenzlig wird mit der Qualifikation für den Ryder Cup, werde ich alles dafür tun und so viele Turniere wie möglich bestreiten, um dabei zu sein", erklärte er Golf.de im Frühjahr. Gesagt, getan. Kaymer ist in der europäischen Liste auf den fünften Rang zurückgefallen, wäre derzeit aber noch sicher qualifiziert.
Folgendes Team würde Stand heute nach Medinah reisen: Rory McIlroy, Paul Lawrie, Justin Rose, Graeme McDowell, Martin Kaymer, Luke Donald, Lee Westwood, Peter Hanson, Sergio Garcia und Rafael Cabrera-Bello. Die endgültige Entscheidung fällt nach der Johnnie Walker Championship in Gleneagles Ende August. Dann wird Kapitän José Maria Olazábal auch seine beiden Wildcards vergeben.
Weltrangliste 2012 - Veränderungen in der 27. Woche
Apropos Ryder Cup. Die USA hat einen 17-jährigen Beau als Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft. Beau Hossler beeindruckte Tiger Woods bei der US Open derart, dass er ihn zum AT&T National in der vergangenen Woche einlud. "Was er bei der US Open geleistet hat, war bemerkenswert. Es war beeindruckend, wie konstant er auf dem hohen Level war“, sagt Woods zum 29. Major-Rang des Teenagers, der erst am 72. Loch mit einem Doppel-Bogey noch zurück fiel. Hossler selbst sieht das alles unaufgeregter: "Es ist immer noch mein Caddie, der Golfkurs und ich. Ich muss mit mir selbst kämpfen. Und ich muss den Golfkurs schlagen.“ In Bethesda reichte es dann nur für den ersten Cut – die Zukunftsaussichten sind dennoch sehr gut. Vor kurzem jammerte die US-Golfwelt noch angesichts der Talentmisere. Nun frohlockt nicht nur Woods. Auch Jordan Spieth und Patrick Cantlay machen Hoffnung. Hinzu kommt Rickie Fowler. Und Hossler? Der will erst einmal aufs College, bevor er Profi werden will. "Das College wird die beste Zeit meines Lebens.“ Es sieht so aus, als müsste das US-Profigolf noch vier Jahre auf das große Talent warten.
Dann soll er die Leaderboards stürmen. Weniger erfreuliche Stürme gab es am Freitag und am Wochenende in den USA. Am Freitagabend wurden 70 bis 80 Bäume auf dem Old White TPC beschädigt. Brisant dabei: In dieser Woche soll auf dem Kurs in West Virginia die Greenbrier Classic auf der US PGA Tour ausgetragen werden. Doch obwohl einige 200 Jahre alte Bäume auch TV-Türme und Zuschauerbereiche verwüsteten, ist der Platz bereit für das anstehende Event. "Es ist sehr besonders, wie alle zusammengeholfen haben in den vergangenen 48 Tagen“, wird Jim Justice, der Besitzer des Greenbrier Resorts, zitiert.
fpf/tfi
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