US PGA Tour

Drei Titel, wenig Erleichterung

 
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Tiger Woods ist der bislang erfolgreichste Golfer in dieser Saison. Ein eindrucksvolles Comeback. Doch gemessen an seiner Vergangenheit lässt der 36-Jährige eine entscheidende Eigenschaft vermissen. In den wichtigsten Momenten spielt er nicht mehr automatisch sein bestes Golf. Die Jagd nach dem 15. Major-Titel stellt auch den 74. PGA-Sieg in den Schatten.

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Die Genugtuung war ihm durchaus anzumerken. Keine sechs Monate sei die Prophezeiung alt, er, Tiger Woods, würde kein Turnier mehr gewinnen. Einige Kritiker hatten sich als Jünger dieses Glaubens vorschnell und vorlaut ans Licht gewagt. Der Gescholtene selbst liegt natürlich richtig, wenn er jetzt deutlich macht, wie dunkel es nun nach drei Woods-Siegen im ersten Halbjahr 2012 um die unglücklichen Propheten geworden ist.



Seinen jüngsten Erfolg beim AT&T National an diesem Wochenende bereitete er folgerichtig mit ein paar Spitzen in Richtung kritische Beobachter genüsslich auf. "Ich musste mit diesen Fragen klar kommen", erklärte er im Glauben, eine deutliche Antwort gegeben zu haben. Doch schon die leichte Gereiztheit, die der gewohnten Gelassenheit eines Siegers entgegen steht, zeigte: Es gibt sie noch, die ultimative Frage. Die Frage, die sich auch Woods, 36, in stillen und weniger stillen Momenten immer wieder selbst stellen wird: 74 PGA-Titel schön und gut - aber wo ist der 15. Major-Titel?

Im Sommer 2008 hatte Woods sein bislang letztes Major gewonnen, zwölf Major-Events später steht der Zähler immer noch auf 14. Zuvor war er in etwa jedem dritten bis vierten Major nicht zu schlagen, nun scheitert er immer wieder an den eigenen hohen Ansprüchen, mitunter auch denkbar knapp. 2009 unterlag Woods bei der PGA Championship Y.E. Yang nach 36-Loch-Führung. Das war ihm vorher noch nie passiert. Doch auch bei der US Open in diesem Jahr musste er wieder damit klar kommen, dass Platz eins zur Halbzeit inzwischen nicht mehr für den Sieg reicht.

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Das ist wahrlich kein Weltuntergang. Aber es ist gemessen am Woods, der in den ersten Jahren dieses Jahrtausends die Golfwelt dominiert hatte, ein Manko, das sich in Relation zur früheren Stärke, in wichtigen Momenten immer das Richtige zu tun, zum auffälligen Schwachpunkt entwickelt. Wenn Tiger Woods in früheren Tagen so nahe am wichtigen Sieg war, dann holte er ihn in den meisten Fällen auch. Während der sportliche Glanz vergangener Tage durchaus wieder präsent ist - niemand ist derzeit so erfolgreich -, vermisst nicht nur Woods seine ehemals alles überstrahlende Aura. Diese erarbeitet man sich nicht in stinknormalen Turnieren der US PGA Tour - umso mehr dürfte es ihn ärgern, dass es beim Masters und der US Open in diesem Jahr nicht richtig klappen wollte.

Gerade bei der US Open überraschte Woods mit noch einmal gesenkter Reizschwelle und agierte nicht nur auf dem Kurs so verbissen, als ginge es um den ersten Major-Sieg (nach vier Jahren fühlt es sich vielleicht sogar so an). Woods definiert seine Karriere über Major-Siege. Dass er nun mit 74 Siegen alleiniger Zweiter der ewigen Titel-Rangliste ist: geschenkt. Die Frage, warum Woods mit viel Trainingsarbeit seinen Schwung umstellt, beantwortet die Major-Statistik, die immer noch Jack Nicklaus mit 18 Titeln anführt. Das ist das Ziel, dafür schwitzt er. Vielleicht zu sehr.

In dem Moment, in dem wir entspannt loslassen, wird uns alles geschenkt. Es braucht kein Poesie-Album, um das zu sehen. Vor dem Turnier in Bethesda am Wochenende vertrieb sich Woods die Zeit mit seinen Kindern. Die Schläger blieben im Bag. Das Ergebnis ist bekannt. Vielleicht sollte er nicht alleine zur British Open reisen. Und damit meinen wir nicht seinen Coach.

fpf




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