Wann wird's mal wieder richtig Sommer?
Jeder Golfer kennt das Übel: Endlich kommt der Frühling, endlich öffnet der Golfclub sein Clubhaus - doch zu Beginn der Saison setzen viele Anlagen noch einige Wochen auf Wintergrüns. Eine sinnvolle Maßnahme? Wir haben nachgefragt.
"Wir hatten Wintergrüns, aber seit Ende März ist der Platz komplett offen", sagt Florian Kohlhuber vom GC Feldafing. Die 18 Löcher des im Jahr 1926 gegründeten Clubs an der Westseite des Starnberger Sees glitzern in den Wintermonaten häufig in Weiß. "Dieses Jahr war es zwar sehr kalt, dafür gab es aber nicht so viel Schnee. Wir haben teilweise versucht, die Grüns nach Schneefall abzuräumen." Wintergrüns sind ein fester Bestandteil, werden aber so schnell wie möglich durch die richtigen Grüns ersetzt.
Der GC München Riem geht hingegen andere Wege. "Diesen Service sind wir unseren Kunden schuldig", hört man aus dem Sekretariat der 9-Löcher-Anlage, die zentrumsnah an München grenzt und viele Feierabend-Golfer nach Büroschluss anzieht. "Wir haben keine Probleme mit den Grüns, wir haben sogar mit die besten Grüns im Umkreis. Die Grüns sind zwar ein bisschen langsamer", aber das führen die Verantwortlichen auf die Mitglieder und Greenfee-Spieler zurück, die keine extrem schnellen Grüns wünschen. Wintergrüns - in Riem kein Thema.
Der Hamburger GC Falkenstein hat trotz des für Golfer günstigeren Klimas Wintergrüns bis Mitte März. Aktuell sind die Sommergrüns offen, Mitglieder und Gäste schlagen aber noch von Winterabschlägen ab. Das "Schonen bringt durchaus etwas", erfährt man aus dem Sekretariat. Und die Mitglieder seien es gewohnt, da dafür die Qualität im Verlauf des Jahres umso besser ist.
Sollte ein Club möglichst früh Sommergrüns anbieten oder lieber länger warten, um dann im Verlauf der Saison besser aufgestellt zu sein?
TooneyTiger sagt dazu:Diskutieren Sie mit!die Grüns im strengen Winter zu schonen und erst auch dann frei zu geben wenn diese die geforderte Spielqualität haben halte ich nicht nur für sinnvoll sondern auch nur für Fair gegenüber den Spielern ...
Im baden-württembergischen Spitzenclub St. Leon-Rot sind die beiden Plätze ganzjährig geöffnet, Wintergrüns werden nur gesteckt, wenn der Boden permanent gefroren ist. Laut Klaus Peter Sauer, Headgreenkeeper der Anlage, war das nur "zwei bis drei Wochen der Fall." Zwar kämpfen die Greenkeeper mit etwas mehr Schneeschimmel als in den vergangenen Jahren, doch die frühzeitige Öffnung gilt in der Region als "normal". "Bayern ist eine andere Hausnummer", weiß Sauer aber auch, denn dort erfordern die frostigen Temperaturen das Schonen der Grüns.
Das ist generell richtig. Es gibt aber auch Ausnahmen: In Straßlach, einem südlichen Vorort von München, verzichtet der Münchener Golf Club vollständig auf Wintergrüns. Dank 27 Löchern sind in den frühen Monaten die Kurse C-und B meist offen, lediglich die schattige A-Schleife bleibt im Winter vollständig geschlossen. Headgreenkeeper Hans Hientz sieht zwei Seiten der Medaille: "Einerseits ist das Feedback der Mitglieder natürlich sehr positiv", da schon zu einem frühen Zeitpunkt die Sommergrüns genutzt werden können. Andererseits wäre die "Winteralternative" aus seiner Sicht durchaus "sinnvoll." Aber der Vorstand und seine Mitglieder möchten Sommergrüns - insofern ist geöffnet, außer die Plätze werden wegen Frost generell geschlossen. Hientz merkt an: "Dem Platz, der über den Winter vier Monate geschlossen war, sieht man den deutlich besseren Zustand auf alle Fälle an."
tsz
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