Schellen für Westwood
Lee Westwood wird von seiner eigenen Mutter zurechtgewiesen, zieht seine Lehren daraus und greift zu drastischen Eigen-Sanktionen. Außerdem im Fokus: 'Was verdient ein Caddie?' und 'Das Duell Mickelson vs. Woods', das nicht nur die Zuschauer freute.
Es gibt sicher zahlreiche Spitzenspieler, die neidisch auf die bisherigen Saison-Ergebnisse von Lee Westwood blicken. Nach zwei Top-20-Ergebnissen in Abu Dhabi und Katar, spielte er in Dubai lange um den Sieg mit und verpasste diesen nur um einen Schlag. Damit eroberte Westwood auch den zweiten Platz der Weltrangliste von Rory McIlroy zurück. Doch der Engländer, der seit Saisonbeginn verstärkt an der Fitness arbeitet und gänzlich auf den Genuss alkoholischer Getränke verzichtet, zeigte sich ob der Leistung nicht wirklich erfreut.
Schon in Katar schimpfte Westwood nach einem missratenen Abschlag derart in die Mikrofone, dass ihm seine Mutter kurzerhand eine Entschuldigung abforderte. Kleinlaut sprach er diese dann via Twitter aus. Stolz war die Nummer zwei der Welt dann nach der Finalrunde von Dubai vor allem darauf, die Wutprobe dieses Mal bestanden zu haben und sich ohne Fluchen oder Schlägerwerfen ins Clubhaus gerettet zu haben. Das lange Spiel war in Dubai zu jeder Zeit absolut konkurrenzfähig, mit dem Putter aber funktionierte so gut wie gar nichts.
Weltrangliste 2012 - Veränderungen in der 7. Woche
Die Konsequenz: Westwood hat seinem Caddie Billy Foster nach dem Putt-Fiasko eine neue Aufgabe zugewiesen. Foster ist ab jetzt nicht nur dafür zuständig, die richtigen Längen durchzugeben und beim Lesen der Puttlinie zu helfen, sondern soll seinem Chef bei jedem zu kurz gelassen Putt eine Ohrfeige verpassen. Ein interessanter Auftrag!
Weil es so schön war: Hier noch einmal das Video zu Martin Kaymers erstem Hole-in-one. Das Ass kam aus 162 Metern (180 Yards) mit einem 8er Eisen zustande.
Phil Mickelson über die Paarung mit Erzrivalen Tiger Woods beim AT&T Pebble Beach National Pro-Am: "Ich liebe es, mit ihm zusammen zu spielen. Er weckt das beste Golf in mir." So war es. So zog er sicher zum 40. PGA-Tour-Erfolg im 447. Start auf der amerikanischen Tour. Außerdem überholte er Cary Middlecoff und Tom Watson in der PGA-Bestenliste und rangiert nun auf Rang neun. Nächster Kandidat wäre Walter Hagen auf Platz acht mit 45 PGA-Titeln.
Tiger Woods hingegen sah weniger vergnügt aus: Der große Konkurrent spielte ihn an die Wand, auch Amateur-Spielpartner Tony Romo lässt ihn ein ums andere Mal alt aussehen. Und am Ende liefert er eine beinahe desaströse Vorstellung auf den Grüns: Die einstige Nummer eins der Welt verpasste es am Finaltag aus Entfernungen von unter drei Metern sieben Mal, den Putt zu lochen. Drei Mal lief sogar der Versuch aus rund einem Meter am Loch vorbei. "Es war frustrierend", kommentierte er den Absturz von Platz zwei auf Rang 15. Zum zweiten Mal im zweiten Start 2012 hat Woods jetzt einen Flight-Partner siegen sehen. Selbst konnte er nicht mehr mitkämpfen um den Sieg. Für einen, der früher die Sonntage dominiert hatte, eine harte Entwicklung.
Dafür darf sich die übertragende TV-Anstalt CBS Sports über die besten Quoten in den vergangenen 15 Jahren freuen. Nach dem speziellen US-Rating verbesserten sich die Zahlen nach Angaben des Senders um 96 Prozent zum Vorjahr. Das Rating war das Beste, seit Mark O'Meara 1997 Woods und David Duval bezwungen hatte.
Der Südafrikaner Branden Grace, 23, wurde von der European Tour als "Golfer of the Month for January" geehrt. Grace holte sich bei der Joburg Open seinen ersten Sieg auf der Tour und gewann gleich im Anschluss das Volvo Golf Champions in Fancourt. Dabei gewann er im Stechen gegen seinen Idole Ernie Els und Retief Goosen. Grace hatte sich in der Qualifying School die Tourkarte für 2012 erspielt, nachdem er in der zweiten Liga auf Rang 24 in der Geldrangliste nur knapp die reguläre Karte verpasst hatte.
Rory McIlroy reist nach Platz fünf in Dubai ins Nachbar-Emirat Katar. Dort unterstützt er seine Freundin Caroline Wozniacki, die ein ATP-Turnier in Doha bestreitet.
US-Reporterin Stephanie Wie hat ein interessantes Interview mit Kip Henley, dem Caddie von Brian Gay, geführt, das auf Golf.com zu lesen ist. Darin zu finden: Der wichtigste Punkt in der Caddie-Spieler-Aufgabenverteilung. Putt-Linien und Grüns im allgemeinen lesen! Das Thema Bezahlung wird auch angesprochen: "5/7/10 ist immer noch sehr populär", wird der Taschenträger zitiert. "Fünf Prozent für jeden Cut, sieben Prozent bei den Top Tens und zehn Prozent bei einem Sieg."
Der Golfplatz-Immobilienbetreiber Cliffs Communities, zu dessen Projekten auch der mit Tiger Woods entworfene Platz 'Cliffs at High Carolina' zählt, meldet Konkurs nach dem amerikanischen Insolvenzrecht Chapter 11 an. Der Hauptgesellschafter ClubCo, der 80 Prozent der Anteile hält, hat bereits 50 Millionen Dollar Schulden auflaufen lassen. Laut dem Nachrichtenmagazin News 4 wird jedoch die Carlile Group den Konkurrenten übernehmen und dann das Gespräch mit Woods und auch Gary Player suchen, der ebenfalls einen von ihm entworfenen Cliffs-Kurs in Planung hat.
Laut der Chicago Tribune wird die BMW Championship nicht mehr auf dem Cog Hill’s Dubsdread Course, sondern auf der Anlage Conway Farms ausgetragen. Der von Rees Jones in 2008 umgebaute Dubsdread Course wurde von zahlreichen Profis heftig kritisiert: "Es wird das letzte Jahr sein, in dem wir hier spielen. Also lasst und das Beste daraus machen und dann endlich verschwinden", blaffte Mickelson.
2012 wird die BMW Championship in Indiana (Crooked Stick) ausgespielt, 2013 folgt der neue Turnierort Conway Farms in Chicago, ehe es 2014 nach Denver (Cherry Hills) geht. 2015 stünde dann wieder Chicago auf dem Plan.
Dem eher umbekannten US-Profi Joseph Bramlett glückte auf der 528 Yards langen Elf in Spyglass Hill ein Albatross. Er lochte seinen zweiten Schlag aus 187 Yards mit einem Eisen 6 ein.
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