Rehabilitation
Phoenix, Arizona: Kyle Stanley gewinnt mit einem abschließenden Par auf der 18 die Phoenix Open vor Ben Crane und Spencer Levin auf den Plätzen zwei und drei. Damit scheint sich der junge Amerikaner bereits nach einer Woche von der Niederlage in La Jolla erholt zu haben.
Nach der Finalrunde vor einer Woche rechneten die meisten damit, dass Kyle Stanley zu den tragischen Figuren der PGA Tour gehören wird. Mit einem Vorsprung von fünf Schlägen war er in die Finalrunde der Farmers Insurance Open gegangen. Nach einem verschobenen Doppel-Bogey-Putt aus einem Meter auf dem 72. Loch musste er ins Stechen, das er anschließend unglücklich gegen Brandt Snedeker verloren hatte.
Von ganz unten nach ganz oben
Nur eine Woche später ist der 24-Jährige rehabilitiert. Mit einem verwandelten Putt aus der selben Entfernung auf der 18 des TPC Scottsdale beendete er die Phoenix Open einen Schlag vor Ben Crane und holt sich den ersten PGA-Tour-Titel seiner noch jungen Karriere. Mit 500 Punkten im FedEx Cup übernimmt er zudem die Führung in der Jahreswertung und hat die Tourkarte bis zum Ende 2014 gesichert. "So ist Golf eben. Man muss sich mit den Hochs und Tiefs abfinden. Aber ich bin sehr dankbar für all die Unterstützung nach der vergangenen Woche", sagte Stanley nach einigen Minuten, in denen der Sieg sacken konnte. Direkt nachdem die Entscheidung auf dem Platz gefallen war, brachte der Amerikaner nicht mehr heraus als einen Dank an seine Eltern. "Sie haben so viel für mich gemacht. Ich bin einfach sprachlos."
Ein Spiegelbild der vergangenen Woche
Die tragische Figur in Phoenix war aber Spencer Levin, der einen ähnlichen Tagesverlauf erlebte wie Stanley vor einer Woche in La Jolla. Mit sechs Schlägen Vorsprung in den Tag gestartet, ging es für Levin stetig nach unten. Auf der 15 wurde es dann dramatisch. Den Abschlag verzog er in die Wüste und fand sich zwischen den Kakteen wieder. Mit dem Putter in der Hand brachte er den Ball ins Rough neben dem Fairway, aber nicht ohne sich das Hemd zu zerreißen und einige Kratzer am Rücken davonzutragen. Aus dem Rough versuchte er das Grün des Par 5 anzugreifen, blieb aber zu kurz und der Ball verschwand im Wasser. Mit dem Strafschlag notierte Levin auf der 15 ein Doppelbogey und musste erstmals seit mehr als zwei Tagen die Führung abgeben. Mit einem verschobenen Putt auf der 17 musste er dann bereits den zweiten Schlag auf der 18 einlochen, um ins Stechen mit Stanley zu kommen. Am Ende wurde es nur das Par und der alleinige dritte Platz bei -13. "Ich leide mit ihm. Das selbe habe ich auch schon erlebt", sagte Stanley über die Katastrophen-Runde von Levin.
WM Phoenix Open 2012 - Der Sonntag
Auf den zweiten Platz puttete sich im wahrsten Sinne des Wortes Ben Crane. Dank der lediglich 27 Schläge am Sonntag mit dem kürzesten Schläger in seinem Bag gelangen dem Amerikaner in der Finalrunde fünf Birdies und ein Eagle. Allein auf den ersten vier Bahnen des Tages verließ er das Grün jeweils mit einem Ein-Putt. Wenn man den Ball, wie er selbst in dieser Woche sagte, "nicht gut trifft", muss man das Ergebnis auf andere Weise retten.
adk
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