Gonzo trotzt dem Wüstensand
Doha, Katar: Gonzalo Fernandez-Castaño gelingt beim Qatar Masters trotz zunehmendem Wind die beste Runde des Tages. Er führt mit einem Schlag vor John Daly. Martin Kaymer und Marcel Siem befinden sich bei eins unter Par in Schlagdistanz.
Die Verantwortlichen des Qatar Masters rechnen schon seit Tagen damit, dass das Turnier in eine Montags-Verlängerung gehen muss. Besonders für den Freitag wird mit orkanartigen Winden gerechnet, bei denen sie die Spieler nicht auf den Platz lassen können. Als Vorsichtsmaßnahme und Voraussetzung, das Turnier überhaupt über vier Runden spielen zu können, ließen die Greenkeeper in den vergangenen Tagen die Rasenmäher stehen, damit die Bälle nicht schon zum Auftakt vom Grün geweht werden.
So ähnelten die Puttflächen eher den Fairways beim Masters als einem Grün auf der European Tour. Das Problem beim Putten suchten die Pros aber dennoch nicht bei der fehlenden Graspflege. "Der Wind und die ondulierten Grüns machen das Spiel zu einer echten Herausforderung", sagte Richard Finch (geteilter Fünfter) nach seiner Runde.
Fernandez-Castaño, der Wüstenspieler
Davon war bei Gonzo, der Spitzname von Fernandez-Castaño, wenig zu sehen. Der Spanier benötigte lediglich 27 Putts und nutzte damit viele Chancen, sich zu verbessern. Trotz des immer stärker werdenden Winds auf dem Doha GC gelangen ihm insgesamt neun Birdies, allein vier auf den letzten fünf Löchern des Tages. "Das Birdie auf der 16 war wichtig und gab mir nochmals einen Schub." Mit diesem starken Finish konnte der Spanier John Daly von der Spitze des Leaderboards verdrängen und geht am zweiten Tag mit einer frühen Startzeit auf den Platz.
Daly dagegen wird erst spät in die zweite Runde starten und rechnet bereits damit, diese nicht zu Ende spielen zu können. Aber zuerst war er einmal mehr als zufrieden damit, wie er seine erste Runde nach über fünf Wochen Pause gespielt hatte. "Ich war selbst überrascht von mir. Dass ich in solchen Bedingungen fünf unter Par spielen kann, damit habe ich nicht gerechnet." Scherzhaft verglich er den Golfplatz mit einem Badestrand, "nur mit etwas mehr Sand."
Qatar Masters 2012 - Der Sonntag
Einen Schlag hinter Daly auf dem dritten Rang liegen der Südkoreaner K.J. Choi und Jason Day aus Australien bei vier unter Par. Es folgen fünf Spieler bei drei unter Par, darunter Nicolas Colsaerts, Paul Lawrie, Richard Finch und Peter Hanson, der eine einfache Erklärung für sein gutes Ergebnis hatte: "Es gibt hier einfach kein Rough. Deswegen ist es nicht so schlimm, wenn man die Fairways verfehlt." Der Schwede wusste wovon er sprach, traf er doch lediglich fünf Spielbahnen am Donnerstag.
Kaymer und Siem in Schlagdistanz
Martin Kaymer und Marcel Siem hatten lange Zeit ein hervorragendes Tagesergebnis von drei unter Par, ließen zum Ende ihrer Runden aber Schläge liegen. Siem begann direkt auf den ersten Löchern mit drei schnellen Birdies und nutzte die ruhigeren Bedingungen aus - wobei man bei rund 20 km/h noch lange nicht von Windstille reden konnte. Danach schob er aber reihenweise Putts am Loch vorbei. 32 Mal kam sein Broomstick am Donnerstag zum Einsatz - der deutsche Longhitter musste drei Bogeys notieren. Am Ende stand eine 71 auf seiner Scorekarte. Damit teilt er sich den 15. Rang unter anderem mit Francesco Molinari, José Maria Olazábal und Martin Kaymer.
Kaymer, der auf der Zehn startete, begann ebenfalls mit drei Birdies auf seinen ersten sieben Löchern, strauchelte aber gegen Ende. Nur sechs getroffene Fairways und 12 Grüns "in regulation" zeugen von den schwierigen Bedingungen am ersten Tag. Hinzu kamen 29 Putts und nur in drei von sechs Fällen konnte er von jenseits des Grüns das Up-and-Down spielen. So unterschrieb auch der aktuell beste deutsche Golfer eine 71 und wird, wie Siem, am Freitag mit der späten Startzeit auf nicht allzu dramatisches Wetter hoffen.
Der dritte Deutsche im Feld, Alex Cejka, begann zwar mit einer 73, +1, liegt damit aber immernoch im oberen Mittelfeld auf dem geteilten 52. Rang und kann noch aufs Wochenende hoffen. Cejka hätte noch deutlich besser liegen können, wäre da nicht der Ausrutscher auf der Neun gewesen. Für das 580 Meter lange Par 5 benötigte er acht Schläge.
adk
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