In the Bag: Robert Rock
Er besteht den Test, mit Tiger Woods in der letzten Gruppe zu spielen und gewinnt die Abu Dhabi Championship. Der Engländer gewinnt mit einem hervorragenden Eisenspiel und wenigen Schlägen auf den Grüns. Wir werfen einen Blick in die Tasche des Titleist-Spielers, dessen Bag aber keinen einzigen Schläger von Acushnet beinhaltet.
Mit Tiger Woods in der Finalrunde zu spielen, daran scheiterten vor Robert Rock bereits einige große Namen. "Aber zum Glück war es nicht das erste Mal, dass ich ihn getroffen habe", erklärte der Engländer im Interview nach der Runde und fügte mit einem Grinsen hinzu: "Schon gestern habe ich mich kurz mit ihm unterhalten können." Seine Nervosität vor dem ersten Abschlag wollte Rock aber nicht leugnen und war mehr als glücklich, dass er bereits nach zwei Löchern in seinen Rhythmus fand. "Wenn man von Anfang an die Schläge verzieht, kann sich das schnell aufschaukeln, aber zum Glück konnte ich mein Spiel zusammenhalten."
Die Angst war verflogen, der Respekt geblieben
In den Jahren, bevor es Rock auf die European Tour geschafft hatte, verfolgte er intensiv die Siege von Woods und dessen Dominanz auf dem Golfthron. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, dass ich mit ihm in einem Flight spielen durfte." Und eins ist ganz sicher: "Ich werde noch in 20 Jahren von dem Tag erzählen, an dem ich Tiger Woods besiegt habe."
Doch der Respekt vor der ehemaligen Nummer eins schien kurzzeitig verflogen, dann nämlich, als er auf dem zehnten Abschlag Woods ein erbostes "Stand still, please" entgegenwarf. "Das war mir so peinlich." Denn es handelte sich nur um eine Verwechslung: "Als wir am Abschlag standen ging ein Mann an der Seite auf und ab und machte ziemlich viel Lärm. Bei meiner Schlagvorbereitung habe ich das wieder gehört und gedacht, es sei der selbe Typ." Der Übeltäter war aber Woods, der über den Anpfiff seines Flightpartners nur lachen konnte. "Er hatte kein Problem damit", war Rock erleichtert über das Verständnis seines Idols, dessen Statistiken der 34-Jährige vor der Finalrunde genauestens studiert hatte. "Er war bei den Greens in regulation ganz oben dabei und auch ansonsten waren seine Werte gut", sagte Rock in der Pressekonferenz. Dies geschah allerdings weniger aus der Motivation, sich auf das einstellen zu können, was ihn erwartete, als vielmehr aus reinem Interesse an der Form der ehemaligen Nummer eins. "Sean Foley scheint einen guten Job gemacht zu haben. Er wird sicher wieder zurückkommen, kein Zweifel."
Abu Dhabi Golf Championship 2012 - Runde 4
Von den Statistiken des Tigers zu denen des Siegers, denn auch das Spiel von Rock konnte sich mehr als sehen lassen. Mit etwas über 50 Prozent getroffener Fairways rangierte er zwar nur im Mittelfeld (Platz 33), verfehlte die Spielbahnen aber an den richtigen Stellen. Das zeigt sich beim Blick auf die getroffenen Grüns. Mit knapp 78 Prozent verfehlte er nur vier Mal pro Runde das Ziel mit den Eisen (Platz 5) und trotzte dem "extrem schweren Rough." Auch auf den Grüns des Abu Dhabi GC schien Rock gut zurecht zu kommen. Nur 1,64 Putts benötigte er pro getroffener Puttfläche und gehörte damit auch in dieser Statistik zu den besten Fünf des Feldes.
Ein Markenzeichen des ehemaligen Club Pros ist, dass er nie mit Kappe auf der Runde zu sehen ist. "Ich mag das Gefühl einfach nicht", erklärte er sich am Sonntag. In einem früheren Interview erzählte er zudem, dass er ob seines großen Kopfes mit Kappe merkwürdig aussehe. Deswegen sei es auch mehr als unwahrscheinlich, dass er in der Zukunft mit einer Kopfbedeckung zu sehen seien wird. "Vielleicht höchstens einmal ein Visor, wenn wir an richtig heißen Orten spielen."
Außerdem ist auffällig, dass er keinen wirklichen Schlägersponosr hat. Zwar trägt sein Caddie eine Titleist-Tasche, doch in seinem Bag findet sich lediglich ein Schläger mit dessen Logo. Der Grund: Rock hat bei dem Hersteller der Fila-Gruppe nur einen Ballvertrag. Ein weiterer seiner Partner ist Taylor Made, der aber nur beim Driver ein Wörtchen mitreden darf. Ansonsten will sich Rock alle Möglichkeiten offen halten und spielen, mit was er gerade gut zurecht kommt.
- Driver: Taylor Made "R11" (9 Grad; Schaft: Aldila "NV ProtoPype 70 X")
- Fairwayholz: Callaway "RAZR Hawk" (13 Grad; Schaft: Aldila "NV-70 X")
- Hybrid: Titleist "910H" (19 Grad)
- Eisen (3-PW): Callaway "X-Forged" (Schäfte: True Temper "Dynamic Gold X100")
- Wedges: Callaway "X-Tour Forged" (52 Grad) und Cleveland "CG16" (58 Grad; Schäfte: True Temper "Dynamic Gold X100")
- Putter: Odyssey "Black Series #i1"
- Ball: Titleist "Pro V1x"
- Handschuh: Titleist "Players"
- Schuhe: FootJoy "FJ Icon"
- Bekleidung: J. Lindeberg
adk
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