Schönes Mädchen, böse Buben
Sandra Gal freut sich über die etwas andere Auszeichnung - und nennt ihren persönlichen Favoriten bei den Männern. Auf der PGA Tour gibt es deftige Meinungsverschiedenheiten und einen erfrischend ehrlichen US-Golfer. Charl Schwartzel würde gerne den Grill nach Augusta mitnehmen.
Sandra Gal ist "Hottest Female Golfer" – gewählt von den Lesern des Golf Digest. So weit, so schön. Doch weil die Deutsche im Gegensatz zu anderen sportbeheimateten Aushilfsmodels Erfolg in ihrem Beruf hat, kann sie gelassen alle Huldigungen entgegen nehmen und sie als das annehmen, was sie sind: Nebenschauplätze in der Winterpause.
Der Sieg "freut mich schon", lässt sie Golf.de wissen. "Aber meine sportliche Karriere als Golfer ist mir wichtiger." Das muss gesagt sein, zumal sie ja dort durchaus auch Modelerfahrung sammelt. "Es ist schon ein Teil meiner Karriere, wie beispielsweise in den Modekatalogen von Callaway." Die Fotoshootings machen ihr nach eigener Aussage Spaß. Ebenso wie wohl der Blick auf das Ranking der männlichen Kollegen, das Rickie Fowler für sich entschied. Gals Favorit ist jedoch ein anderer: "Definitiv Adam Scott."
Nachrichten mit unangenehmen Geschichten im Golfsport, in denen Rory Sabbatini eine Rolle spielt, sind leider nicht seltener als ein Major. Doch die neueste Episode in der Reihe "Rory und die starken Männer" hat nach ersten Interpretationsversuchen einen anderen Bösewicht. Der Südafrikaner bestritt seine dritte Runde bei der Sony Open an der Seite von Vijay Singh. Als dieser am ersten Loch einen 2-Meter-Putt am Loch vorbeigeschoben hatte, beschimpfte er Sabbatinis Caddie nach Aussage einiger Marshals auf eher ungebührliche Art und Weise, weil er meinte, dieser habe sich im Schwung bewegt.
Weltrangliste 2012 - Veränderungen in der 3. Woche
Sabbatini verteidigte seinen Caddie, woraufhin auch er ein paar Fluch-Salven abbekommen haben soll. Die New York Times zitiert einen Mann des Sicherheitsdienstes, der zu Protokoll gab, so etwas in zwei Jahrzehnten als freiwilliger Helfer bei diesem Turnier nie gesehen zu haben. Singh meinte später, die Sache sei erledigt. Sabbatini sieht es anders. Er will sich bei der PGA Tour beschweren. Die Herren dort kennt er ja. Zuletzt wurde er selbst wegen Verspätung zu zwei Strafschlägen verdonnert. Im vergangenen Jahr hatte er ebenfalls nicht nur einmal verbal Grenzen eingerissen. Bei "Opfer" Sean O’Hair entschuldigte er sich und gelobte Besserung. Und wechselte nun die Seiten.
Apropos böse Buben: Auch Matt Every gilt im braven Amerika als ein solcher, seit er drei Monate von der Tour verbannt wurde, weil er in unmittelbarer Nähe von Marihuana angetroffen wurde. Er sagt bis heute, dass er keine Drogen nehme. Er sagt aber nicht - und das schockiert auch manche berühmte Golf-Journalistin -, dass ihm alles leid tue, er keinen Kontakt zu Marihuana-Rauchern mehr habe und dass er nun ein besserer Mensch sei. Er sagt: "Ich bin immer noch die gleiche Person. Ich denke nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe. Ich kenne mehr Menschen, die Marihuana rauchen, als solche, die es nicht tun. Es passieren hier viel schlimmere Dinge als das, für was ich in Schwierigkeiten geraten bin. Mehr sage ich dazu nicht."
Er war ehrlich, er war erfrischend – und eben ganz und gar unangepasst. "Wahrscheinlich werde ich dafür gekreuzigt, weil es nicht politisch korrekt war. Aber das ist dumm", sagte er dem Blog Wei Under Par. Ganz so schlimm wurde es nicht, viele unterstützten Everys Kreuzzug gegen die Bigotterie. Dennoch, der Aufruhr war groß, der 28-Jährige definitiv abgelenkt. Von Rang eins am Samstag ging es auf Rang sechs. Wichtig war es ihm jedoch sicherlich, diesen Standpunkt einmal klar gemacht zu haben.
Vier Tage im Turnier, für Sergio Garcia, wie für andere Golfer, heißt das: Preisgeld. Nun auch beim Ausflug an den Pokertisch beim PokerStars Caribbean Adventure auf den Bahamas. 10.000 US-Dollar brachte Garcia mit, 35.000 US-Dollar steckte er ein - Platz 51 unter 1071 Spielern. Ein schönes zweites Standbein. Und ein netter Nebenverdienst.
Mancher Equipment-Wechsel zahlt sich aus – selten jedoch wie bei Brendon de Jonge. Der Mann aus Zimbabwe griff vor Runde zwei der Sony Open zum alten Putter. Aus einer 71 wurde eine 62, die beste Turnierrunde, 24 Putts. "Ich habe zurück zum Putter gewechselt, den ich fast das komplette vergangene Jahr gespielt habe. Ich weiß nicht, warum ich überhaupt davon abgekommen bin. Es war offensichtlich ein Fehler."
Ein Novum auf dem heiligen Rasen von Augusta? Charl Schwartzel, Masters-Sieger von 2011, will für das Champions Dinner am Dienstag vor dem Major nicht nur das Menü bestimmen, er will es auch selber zubereiten. Und zwar unter der berühmten Eiche vor dem Augusta National Clubhouse. "Wir haben eine Anfrage gestellt", teilte Schwartzel der Global Golf Post mit. "Ich fände es toll, dort ein Braai zu veranstalten." Zum südafrikanischen Braai sagt der US-Amerikaner gerne Barbecue, den Geschmack der Spieler wird er sicherlich treffen damit. Ob auch die Führungsetage in Augusta begeistert sein wird, bleibt abzuwarten.
fpf, tfi
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