Vielleicht gehören Sie zur Generation, deren Sprechgesang vor mehr als 35 Jahren durch die Straßen hallte: "Schluss mit dem Krieg, dem Krieg in Vietnam". Eventuell haben Sie dann immer noch die schrecklichen Bilder von damals vor Augen. Doch seit Vietnam sich 1990 dem Tourismus geöffnet hat, ist es wieder zum Land des Lächelns geworden und empfängt selbst Besucher der ehemaligen Kolonialmächte mit Offenheit und Freundlichkeit.
Nur 20 Kilometer außerhalb Saigons befindet sich der Vietnam Golf & Country Club, die erste 36-Löcher-Anlage Vietnams. Angelegt auf 300 Hektar Land mit altem Baumbestand, musste kaum Erde bewegt werden, die Umgebung war wie geschaffen für ein Golfresort. Fährt man von hier ein kurzes Stück weiter nach Osten, erreicht man den Long Thanh Golf Club, mit ebenfalls zwei herrlichen 18-Löcher-Plätzen. Die Fairways, auf einem Plateau angelegt, bieten wundervolle Panoramablicke auf die darunter liegenden Reisfelder und den Dong Nai River, bis zur Skyline von Saigon. Wer die verkehrsreiche Straße aus der Stadt heraus meiden will, kann sich mit dem Boot bis zum Hafen von Vung Tau bringen lassen und sichert sich damit ein spezielles Erlebnis.
Rund 30 Minuten nördlich von Ho Chi Minh City, wie Saigon offiziell heißt, bietet das Song Be Golf Resort vor allem Entspannung. Ferien-Appartements, Villen, ein Restaurant mit gut sortiertem Weinkeller, private Bibliothek, Kunstgalerie, Felsengarten mit Koi-Teich, Felsen-Reflexionspark, Wasserfall-Swimmingpool, Tennisplätze und Sportstudio, gruppieren sich um eine Golfanlage vom Feinsten. Hier, wie fast in allen Golfanlagen Vietnams, stehen einem weibliche Caddies zur Seite, die gerne mit "great shot" und "nice drive" die Spieler motivieren.
Fast eine Stunde dauert die Fahrt zum Dong Nai Golf Resort, doch der Aufwand lohnt sich für diese 27-Löcher-Anlage, die inmitten unverfälschter Natur liegt dem Golfer nicht nur ein schönes Spiel bietet sondern auch fantastische Aussichten.
Tatsächlich sind sie alle schön, die Golfplätze Vietnams. Und folgt man der Straße vom Dong Nai Resort vier Stunden weiter nach Norden, findet man auf der Hochebene von Dalat ein wahres Prachtstück und einen der Top-Kurse Asiens. Natürlich würde ein Flug von Saigon dorthin nur 35 Minuten dauern, doch ist es auch schön die abwechslungsreiche Landschaft zu genießen. Reisfelder weichen Bananenhainen, dann kommt der Dschungel, und später die endlosen Tee-, Kaffee- und Ananasplantagen des Hochplateaus von Lam Dong. Obwohl Dalat in den inneren Tropen liegt, herrscht hier in rund 1.500 Metern Höhe ständig ein mildes Klima. Das schätzten schon die französischen Kolonialisten und bauten sich ein "Le Petit Paris" mit Eiffelturm, exzellenten Restaurants, luxuriösen Hotels und natürlich einen Golfplatz, der mehrmals als bester Vietnams ausgezeichnet wurde. Trotz einiger Herausforderungen, verströmt der Dalat Palace Golf Club eine entspannte Atmosphäre und begrüßt seit seiner Eröffnung 1922 Spieler aus aller Welt. Diese wohnen vorzugsweise im ebenfalls 1922 erbauten Sofitel Dalat Palace Hotel, das maßgeblich dazu beigetragen hat, Dalat zum berühmtesten Erholungsort Indochinas zu machen.
Doch auch die herrlichen Strände bei Phan Thiet sind eine beliebte Ferienregion. Nick Faldo hat hier einen Platz gebaut: "Wir haben die Dünen den Verlauf und das Aussehen des Kurses bestimmen lassen, Spielbarkeit und Eindruck sollten an die frühen Küstenplätze von England erinnern, eben nur in einem tropischen Klima", sagt er dazu. Und tatsächlich ist ihm hier ein Meisterwerk gelungen. Bahn 9 vom Ocean Dunes Golf Club, ein kurzes Par 3, wird vom amerikanischen Golf Magazine gar als eines der schönsten Löcher der Welt bezeichnet. Wenn von hier der Blick durch die Bäume auf das schimmernde Südchinesische Meer mit seinen puderweißen Stränden fällt, mag man dem zustimmen. Warum also nicht ein paar Tage hier bleiben und sich jeden Morgen von der Sonne zu einem neuen, herrlichen Golftag wecken lassen, zumal mit dem Sea Links Golf Course im 15 Minuten entfernten Mui Ne ein weiterer atemberaubender Platz lockt.
Text: Angelika Lerche