Auf den Spuren der Links
Sonne, Strand und Palmen: langweilig. Stattdessen stehen reichlich Wind, unendlich viele Sorten Whisky und wahnsinnig gute Golfplätze auf dem Programm. Eine Reise-Empfehlung für den perfekten Buddy-Trip.
Strahlender Sonnenschein, Meer und Sandstrand – so sieht für viele der perfekte Urlaub aus. Golfer machen da keine Ausnahme. Mallorca ist beliebt, auch Golfreisen ins spanische Festland oder nach Portugal werden gerne genommen. Besonders wichtig: den deutschen Regentagen ein Schnippchen schlagen.
Wir hätten jedoch einen anderen Vorschlag. Eine Sache für echte Männer. Nein, kein Fußball-Abend mit Grillsteaks und Bier. Sondern richtig gute Golfplätze. Bei Regen. Bei Wind. Bei Kälte. Zum Aufwärmen gibt es dann im Clubhaus auch einen 16 Jahre alten Jameson-Whisky.
Die Rede ist von Links-Plätzen, wie sie nur in Großbritannien oder Irland zu finden sind. In Deutschland gibt es eigentlich keine echten Links, eine Ausnahme ist vielleicht der relativ neue GC Budersand auf Sylt an der Nordseeküste. Doch was macht Links-Golf eigentlich aus?
Echte Links-Plätze sind auf sogenanntem Linksland entstanden. Diese Dünenlandschaft ist der Streifen zwischen Meer und Land und stammt wahrscheinlich vom englischen Verb "to link" (verbinden) ab. Charakteristisch sind hochstehendes Dünengras, ein sehr salzhaltiger Sandboden mit vergleichsweise wenig Graswuchs und eine Vegetation mit Sträuchern und dunkelgelben Ginster.
Irlands Norden - Übersicht der Plätze
Die Open wird nicht in Augusta gespielt
Da Bäume eher selten sind, fegt der Wind meist ungehindert über die Bahnen. Regenschauer oder große Hitze können Links-Plätzen meist nichts anhaben, alleine die Optik ist bei einem heißen Sommer eine andere. Bestes Beispiel war die Open Championship von 2006 in Royal Liverpool: Braun und karg sahen die Fairways im TV-Bild aus, dennoch war der Kurs in respektablem Zustand, um das Major auszutragen.
Der Nachteil von Links-Plätzen? Sie sind schwierig zu spielen. Besonders für Golfer, die nicht am Meer leben. Gefragt sind alle Aspekte des Spiels. Flache Bälle gegen den Wind, verschiedene Flugkurven, eine variantenreiches kurzes Spiel und viel Einfallsreichtum. Oft muss man den Bump-and-Run einsetzen, eine Art flacher Dackeltöter, der richtig dosiert sein will, wenn er auf den welligen Grüns stoppen soll. Außerdem kann es kalt sein, regnen, eventuell sogar richtig stürmen. Aber wie heißt es so schön: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung.
Daher unser Tipp: Packen Sie ordentliche Regenkleidung sowie einen warmen Rollkragenpullover ein und lassen sie Ehefrauen, Freundinnen und zu sensible Clubkameraden zuhause. Mitnehmen sollten Sie Golferverrückte, die bereit sind, spielerisch und wettertechnisch an ihre Grenzen zu gehen. Im Gegenzug spielen Sie auf genialen Plätzen, erleben traditionsreiche Clubhäuser und sehen vielleicht sogar einen Typen wie Darren Clarke auf dem Abschlag stehen.
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