Raue Küste, starke Plätze
Portugal ist als Golf-Destination weltbekannt. Allerdings zieht es den Großteil der Golf-Urlauber an die Algarve. Deutlich abgeschiedener, aber nicht weniger spektakulär sind jedoch die Kurse an der Küste Lissabons. Um Cascais fanden wir einige der besten Plätze am Atlantik.
Wer im Zusammenhang mit Golf von Portugal spricht, bezieht sich meist auf die Algarve. Das sollte sich in Zukunft ändern, denn die Plätze an der Westküste des Atlantiks sind denen rund um Faro durchaus ebenbürtig. Alleine das Drumherum ist weniger touristisch, die Küste etwas rauer und das Klima nicht ganz so sommerlich wie an der Algarve.
Als Standort empfiehlt sich das Umland des beschaulichen Städtchens Cascais, rund 30 Minuten westlich der Landeshauptstadt Lissabon. Hier gibt es erstklassige Fischrestaurants und einige spielenswerte Golfplätze. Außerdem entflieht man dem Stress der Stadt, ist aber mit dem Auto dennoch in wenigen Minuten in lebhaften Orten wie beispielsweise Estoril. Natürlich gibt es hier auch wunderschöne Strände, die unter der Woche meist nur von den Wellenreitern bevölkert werden.
Empfehlenswerte Hotels sind das VivaMarinha oder das sehr moderne Hotel Oitavos, das direkt am gleichnamigen Platz liegt. Beides 5-Sterne-Häuser, die auf golfspielende Kunden eingestellt sind. Im Package mit Greenfees gibt es Angebote ab circa 1.200 Euro pro Person im Doppelzimmer für eine komplette Woche.
Portugal - Cascais und Umgebung
Unbedingt aufteen sollte man in Oitavos Dunes, der als bester Kurs in der Region gilt und in der US-Zeitschrift Golf Magazin als einziger Platz Portugals unter den 100 besten Plätzen der Welt gelistet ist.
Direkt neben dem Hotel VivaMarinha liegt Quinta da Marinha, ein anspruchsvoller Resort-Kurs mit einigen Fairway-Villen und eigenem Hotel.
Ebenfalls zum Pflichtprogramm zählt Penha Longa. Die 18 Löcher samt umfangreicher Driving-Range sind stets in einem atemberaubend guten Pflegezustand. Außerdem hat der Club meist die schnellsten Grüns in der Umgebung.
Als Klassiker gilt Golf do Estoril, bereits 1929 entworfen von der schottischen Legende Philip Mackenzie Ross. Vor allem die Par-3-Löcher haben es in sich.
Ein etwas längerer Ausflug führt auf die Halbinsel Troia. Hier gibt es bereits den gleichnamigen Golfplatz, darüber hinaus wurde dieser Komplex als möglicher Austragungsort für den Ryder Cup im Jahr 2018 ins Rennen geworfen. Alleine die Anfahrt ist schon spektakulär: Aus Setubal setzt man am besten 15 Minuten mit der Fähre über. Von Cascais ist man insgesamt etwa zwei Stunden unterwegs.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Region Lissabon bereits bei den IAGTO-Awards 2003 (und auch 2007), eine Art Oscar der Reisebranche, als "aufstrebendste Golfregion der Welt" ausgezeichnet wurde. Erwähnenswert ist zudem die Herzlichkeit der Portugiesen.
Dazu eine kleine Geschichte: In Oitavos spielte ich mit einem Portugiesen im Flight. Am zweiten Abschlag warteten wir darauf, abschlagen zu können und unterhielten uns. Plötzlich drückte mir Carlos mit einem Lächeln eine 3er-Packung Titleist-Bälle in die Hand. Kurzzeitig dachte ich, es hätte an meinem verzogenen Drive an der Eins gelegen, doch mein belgischer Mitspieler erklärte mir, dass dies das Naturell der Portugiesen sei: Höflichkeit, Respekt und gerne mal ein Gastgeschenk.
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