Zum Sterben schön
Der Dominikanischen Republik haftet in uneingeweihten Kreisen immer noch der Ruf des Billigtourismus an, geprägt durch all-inclusive-Angebote. Dabei gibt es hier wahre Luxusenklaven und Golf spielen hat einen regelrechten Promi-Status: Hollywood-Stars und Ex-Präsidenten zieht es jedes Jahr auf die östliche Hälfte der Insel Hispaniola.
Für Golfspieler ist die Dominikanische Republik ein wahres Paradies. Mehr als dreißig abwechslungsreiche Anlagen, gestaltet von den renommiertesten Golfplatz-Architekten der Welt, stehen zur Verfügung.
Darunter spektakuläre Kurse wie der "Punta Espada Golf Course", der aus der Feder von Golflegende Jack Nicklaus stammt. Ein Golfplatz, der sich bereits kurz nach seiner Eröffnung 2006 im Ranking von "Golf Digest" auf Position 75 der besten Golfplätze dieser Erde geschossen hat. Dem allerdings ging ein Investment von 18 Millionen Dollar voraus, was das luxuriöse Clubhaus mit einschließt, und garantiert, dass es sich bei jedem Halm der hier wächst, um Paspalum-Gras handelt, resistent gegen Salzwasser und in einem leuchtenden Grün. Das im Kontrast mit den schneeweißen Sandbunkern, dem strahlenden Blau des Himmels und der türkisfarbenen See - das sind Farben, berauschender als karibischer Rum. Jack Nicklaus hat hier ein grandioses Layout verwirklicht, hinein gebaut in eine der herrlichsten Küstenlandschaften die Gott erschaffen hat. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: wer Punta Espada spielen will, sollte sich beeilen. Man munkelt, dass er bald nur noch für Mitglieder geöffnet sein wird. Doch hoffentlich erst dann, wenn der zweite und der dritte Jack Nicklaus-Platz in Cap Cana eröffnet werden.
Weitere Informationen zum "Punta Espada Golf Course" sowie den Platztest von Angelika Lerche finden Sie hier.
Klotzen, nicht kleckern!
Diese werden ihrem Vorgänger wohl kaum in Schönheit nachstehen, denn Cap Cana, am puderfeinen Juanillo-Strand, wurde als exklusivstes Ferienwohnprojekt in Lateinamerika konzipiert, und das schließt die Golfplätze mit ein. Schließlich soll Cap Cana zu einem "unschlagbaren Golf-Dorado der Luxusklasse" werden, drückte sich bescheiden Donald Trump aus. Zwei Milliarden US-Dollar investierte der amerikanische Unternehmer, der etliche Hektar Land auf einem Plateau von Cap Cana erwarb und bereits die meisten der 68 Parzellen zum Errichten von veritablen Villen zu Preisen zwischen vier und 13 Millionen Dollar verkauft hat. Sie wurden ihm regelrecht aus der Hand gerissen. Einen Golfplatz auf dieser luftigen Höhe hat er ebenfalls konzipiert. Einen von fünf, die es dann insgesamt auf dem 120 (!) Quadratkilometer großen Areal von Cap Cana geben wird. Hubschrauberlandeplätze, damit die künftigen Gäste und Eigentümer standesgemäß anreisen können, gibt es bereits. Auch eine Marina für 1000 Schiffe wartet auf die Käufer. Klotzen, nicht kleckern ist die Devise!
Und wer keine von Donald Trumps Parzellen ergattern konnte, wohnt eben in 5-Sterne-Herbergen wie etwa dem Secrets Sanctuary Cap Cana Hotel. Im Stil eines Kolonialdorfes mit Glockenturm, Piazza und einem Castillo bietet es von jeder seiner 176 Suiten einen unübertrefflichen Blick auf das karibische Meer und einen privaten, puderzuckerweißen Strand. Mehrere Restaurants mit Top-Gastronomie aus aller Herren Länder, diverse Pools, ein exquisites Spa, Casino und teure Geschäfte machen den Luxus perfekt.
Puntacana zieht nach
Um hier mithalten zu können, ließen die vier Investoren vom benachbarten Puntacana Resort & Club – darunter der Modeschöpfer Oscar de la Renta und der nicht weniger bekannte Sänger Julio Iglesias (die übrigens auch Besitzer des Flughafens Punta Cana sind) - gründlich renovieren. Das Resort-Hotel und die Strand-Casitas wurden außerdem um das mit dem "AAA Five Diamond Award" ausgezeichnete Hotel Tortuga Bay, 15 exklusive Villen sowie einem Six Senses Spa ergänzt. Der vorhandene Golfplatz wurde ebenfalls renoviert, zwei weitere sind hinzugekommen. Für all diese Anstrengungen ernannte die IAGTO das Puntacana-Resort zum Golf-Resort des Jahres 2011.
Der von P.B. Dye (Sohn von Pete Dye) entworfene "La Cana Golf Course" bietet von 14 Fairways herrliche Ausblicken aufs Meer und seine stark bewachten Grüns begeistern sowohl Golf-Connoisseurs als auch Spieler, die Herausforderungen lieben. Doch der Star der Anlage ist sicher der von Altmeister Tom Fazio konzipierte "Corales Golf Course", der direkt oberhalb der Steilküste in die zerklüftete Landschaft hinein gebaut wurde. Der dritte, sich noch im Bau befindende Platz "La Hacienda", stammt wiederum aus Dye’s Feder und wird – wie man jetzt schon sehen kann - ebenfalls ein Meisterstück.
Weiter Informationen zu den beiden Plätzen sowie die Platztests von Angelika Lerche finden Sie hier (La Cana Golf Course) und hier (Corales Golf Course).
Wenn dann bei all diesen faszinierenden Golfplätzen die Ausschüttung der Endorphine so hoch ansteigt, dass man befürchten muss, des Nachts vor Aufregung nicht mehr schlafen zu können, ist es empfehlenswert, sich nach jedem Spiel zu entspannen. Etwa im Six Senses Spa oder im Beach Club bei einem Rum Cocktail, einem karibischen Bier und einem ebensolchen Sonnenuntergang. Die Herren vielleicht auch bei einer Zigarre, die gefertigt von exilkubanischen Profis, viel preisgünstiger sind, als auf der Nachbarinsel.
Reise-Ticker - Dominikanische Republik
Casa de Campo zeigt die Zähne
Vorreiter dieser Luxus-Oasen war Casa de Campo, eine Ferienanlage, zehn Kilometer östlich von La Romana, der alten Zuckerrohrstadt im Süden der Insel. 1974 eröffnet, bietet das Resort einen beeindruckenden Yachthafen, herrliche puderzuckerfeine Strände, die größte Polo-Pony-Herde der Welt, Polofelder, auf denen regelmäßig internationale Turniere stattfinden, und den bekanntesten Golfplatz der Karibik: "Teeth of the Dog". Stararchitekt Pete Dye gab ihm diesen Namen, weil die Einheimischen die Küste, an der sieben Bahnen des Kurses entlanglaufen, "diente del perro" nennen. Und so sehen die scharfen Korallenklippen dort auch aus. Wie die Zähne eines riesigen Hundes. Vermutlich schnappen sie nach den Golfbällen, die nicht brav auf den Grüns landen, sondern im Wasser der Karibik.
Einen ausführlichen Test des "Teeth of the Dog" finden Sie hier.
Etwas zahmer und mehr dem Binnenland zugeneigt zeigt sich "The Links", die zweite von Pete Dye gestaltete Golfanlage innerhalb des Resorts. 2003 allerdings setzte sich der Altmeister mit seinem dritten Platz im Casa de Campo Resort ein weiteres Denkmal. Der Course, der nach seinen Plänen gebaut wurde, liegt zum größten Teil auf einem Plateau 300 Meter hoch über dem Urwaldfluss Chavón, in dessen Auen der Klassiker "Apocalypse Now" gedreht wurde. Wer die sattgrünen Landschaften dieses Filmes in Erinnerung hat, weiß, dass "Dye Fore" Anblicke zum Sterben schön bietet.
Die Platztest sowie genauere Informationen zu den beiden Plätzen finden Sie hier (The Links) und hier (Dye Fore).
Text: Angelika Lerche
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