Die 38. Austragung des Ryder Cup war eine der spannendsten in der Geschichte des Kontinentalwettbewerbs. Der Regen prasselte, der Kapitän navigierte, der Deutsche haderte und der Nordire wurde zum neuen Helden. Was sich an diesem Wochenende abgespielt hat, lesen Sie hier.
Martin Kaymer
Der zweite Deutsche Ryder-Cup-Spieler nach Bernhard Langer sah sich nach seinem Debüt in der Situation, eine überraschende Bekenntnis von sich geben zu müssen: "Ich war im Matchplay noch nie wirklich gut", sagte der Major-Champion. Zweieinhalb von vier möglichen Punkten scheinen diese Tatsache zu widerlegen, doch auch Kaymer, der in den kommenden Jahren sicherlich alles dafür tun wird, dieses Manko zu beheben (!Da muss ich was dran tun. Was, das weiß ich noch nicht genau"), weiß, dass er sich in den siegbringenden Vierern auf seine Partner Lee Westwood und Ian Poulter verlassen konnte - und im EInzel weit unter seinen Möglichkeiten blieb.
Der 25-Jährige liebt die Ruhe auf dem Golfplatz, das hochkonzentrierte Spiel, das Fehler vermeidet und Chancen nutzt, wenn sie sich einem bieten. In der aufgeheizten Atmosphäre eines Eins-zu-Eins gibt es diese Ruhe nicht und Kaymer macht weitaus mehr Fehler als gewohnt. Und wenn dann die Putts nicht fallen wollen, verliert man schnell 6&4 gegen Dustin Johnson. Doch Kaymer ist jung und bleibt auch sportlich ein wichtiger Bestandteil dieses Teams. Und wer sieht, wie unaufhörlich der Rheinländer bislang seinen Weg gegangen ist, weiß, dass Kaymer bald auch einmal in die Rolle des Helden schlüpfen kann.
Der Siegbringer
Die europäische Ryder-Cup-Geschichte hat einen neuen Helden. Und wieder einmal ist es ein Ire, ein Nordire in diesem Fall. Graeme McDowell war gar nicht so unglücklich über die Wahl seines Kapitäns, der ihn ans Ende der Einzel gesetzt hatte. Er freute sich auf eine entspannte Runde Golf, hoffend, dass die Teammitglieder das Ding schon vorher schaukeln würden.
Doch dann kam alles anders und der US-Open-Champion 2010 erlebte die härtesten Löcher seines Lebens. "Die hinteren Neun in Pebble Beach (bei den US Open, d. Red.) fühlten sich im Vergleich wie eine Runde mit meinem Vater an", sagte McDowell. Sein Birdie-Putt an der 16, der ihn zwei auf brachte und seine Nervenstärke an der 17, die ihm gegenüber dem sichtlich nervösen Hunter Mahan zum Sieg verhalf, sind jetzt schon klassische Momente des Ryder Cups.
"Es ist verrückt. Ich habe für die elf Teamkollegen, für die ganzen Fans, die Caddies, für Europa und für Monty gekämpft – und alle haben wir es für Seve (Ballesteros) getan." Europa hat wieder einmal als Team gewonnen. Einen Helden haben sie trotzdem.
Lesen Sie auf Seite drei von einem US-Team mit großen Hoffnungen