Der Cup ist zurück in Europa
Mit einer Punktlandung auf 14,5:13,5 sichert sich das europäische Team den Sieg in den 28 Ryder-Cup-Matches gegen die USA. Graeme McDowell holt den entscheidenden Zähler im letzten Match gegen Hunter Mahan. Martin Kaymer verliert gegen Longhitter Dustin Johnson.
Eine Handvoll Punkte benötigte das europäische Team von Colin Montgomerie aus den wegen starker Regenfälle auf Montag vertagten zwölf Einzeln noch, um die vor zwei Jahren in Valhalla verlorene Samuel Ryder-Trophäe zurückzuerobern.
Graeme McDowell erlöste die 35.000 angereisten Fans in der letzten Partie gegen Hunter Mahan erst auf dem 17. Grün des Celtic Manor Resorts - und holt mit seinem Sieg den langersehnten fünften Punkt. Mit einem Gesamtergebnis von 14,5:13,5 sichert sich das mit Spielern aus sieben Nationen bestückte europäische Ensemble denkbar knapp den Titel.
Lee Westwood machte am frühen Morgen den Auftakt. Der Engländer, der während der vorangegangen drei Tage mit 2,5 Punkten und aggressiven Golfschlägen überzeugte, lieferte sich mit Steve Stricker eine lange Zeit äußerst ausgeglichene Partie. Doch am Ende ging dem europäischen Führungsspieler die Luft aus und Stricker überzeugte mit beeindruckender Konstanz auf den Grüns. Ein sensationelles Eagle auf der 15, wohlgemerkt einem Par 4, sicherte der Nummer vier der Welt aus dem US-Bundesstaat Wisconsin einen Sieg von 2 und 1.
Im zweiten Match hatte es Rory McIlroy mit Stewart Cink zu tun. Der Nordire begann souverän und schien mit zwei gewonnenen Löchern auf der Eins und der Zwei sofort davonzuziehen. Doch der erfahrene Cink blieb cool, lochte, wie schon in den ersten Tagen, viel lange Putts und ging zwischenzeitlich sogar in Führung. McIlroy aber zeigte sein großes Kämpferherz, glich wieder aus und holte einen halben Punkt. "Stewart und ich haben uns jetzt drei tolle Matches geliefert. Ich hätte das Einzel natürlich gerne gewonnen, aber wir haben beide einen halben Punkt verdient", zeigte sich der "Celtic Tiger" nach der Partie zufrieden mit seinem Auftritt.
Zwei Engländer glänzen, Kaymer verliert klar
Ian Poulter und Luke Donald sorgten für zwei sichere Punkte der Europäer. Donald zeigte in seiner Begegnung gegen Jim Furyk, warum Colin Montogmerie ihn mit einer Wildcard versehen hatte: Sicheres Eisenspiel, wenig Fehler vom Tee und nervenstarke Putts brachten dem 32-Jährigen einen knappen aber verdienten Eins-auf-Sieg und seinen dritten Punkt für Team Europa in diesen Tagen. "Ich wusste, dass Jim ein harter Gegner wird. Wir spielen sehr identisches Golf. Am Ende war ich der Glücklichere", freute sich Donald über seinen gewonnenen Punkt. Ähnlich stark wie Luke Donald präsentierte sich Ian Poulter. Der extrovertierte Mann aus Hitchin spielte sich gegen Matt Kuchar in einen wahren Rausch und servierte den US-Rookie mit 5 und 4 ab. Eine herausragende Leistung: Poulter blieb ohne Bogey und brachte es auf vier Birdies und sogar ein phänomenales Eagle auf der Elf.
Ryder Cup 2010 - Das Finale
Alles andere als positiv verlief das Einzel-Debüt für Martin Kaymer. Der Deutsche, der mit zweieinhalb Punkten aus den ersten drei Einsätzen in den Schlusstag ging und damit einen neuen Rookie-Rekord aufstellte, startete sehr nervös und verlor gleich zwei der ersten drei Bahnen. Auf der Vier holte sich Kaymer dann mit einem starken Birdie ein Loch zurück. Doch direkt im Anschluss stellte Dustin Johnson den alten Spielstand wieder her. Kaymer versuchte viel - auf der Fünf zog er sich sogar die Schuhe aus, um einen Ball aus dem Wasserhindernis zu schlagen -, blieb aber ohne große Highlights. Mit einer Birdie-Serie auf den Löchern Elf bis 14 zog Johnson dann uneinholbar davon und holte den Punkt für das US-Team mit 6 und 4.
"Natürlich bin ich ein wenig enttäuscht über die Niederlage. Gerade die Situation, einen Punkt für das Team zu verlieren ist nicht gerade schön", war die Auskunft Martin Kaymers nach seinem Match. "Vielleicht waren die Erwartungen, die ich an mich selbst gestellt habe zu groß", fügte der 25-Jährige selbstkritisch hinzu.
Bis zur Elf sah Ross Fisher wie der logische Sieger in seinem Match gegen Jeff Overton aus. Dann verlor der Engländer den Faden. Overton scorte mit einem Par nach dem anderen sehr konstant und profitierte von drei Bogeys seines Kontrahenten. Die Partie ging mit 3 und 2 an die US-Jungs.
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