Kaymer/Westwood knapp in Führung
Martin Kaymer und Lee Westwood gehen mit einem Ergebnis von eins auf gegen Phil Mickelson und Dustin Johnson in die Verlängerung der ersten Fourball-Matches. Starke Regenfälle führten zu einer siebenstündigen Unterbrechung der Auftaktpartien. Team USA hat in zwei Partien den Vorteil, Tiger Woods und Steve Stricker stehen all square gegen Ian Poulter und Ross Fisher.
Nur kurz war sie am Freitag Vormittag im Celtic Manor Resort zu spüren, die so mitreißende Stimmung, die man von unzähligen Begegnungen zwischen Europa und den USA aus der Vergangenheit kennt. Dann war es auch schon wieder vorbei. Der Regen war einfach zu stark, um die Akteure weiterspielen zu lassen. Nach nur anderthalb Stunden auf dem Platz einigten sich die beiden Kapitäne Colin Mongomerie und Corey Pavin darauf, dass die Bedingungen zu schlecht für einen fairen Wettkampf seien, und die Spieler wurden vom Platz geholt.
Zuvor waren Martin Kaymer und Lee Westwood um 7:45 Uhr Ortszeit unter lauten "Europe, Europe"-Sprechchören in die erste Fourball-Begegnung gegen Phil Mickelson und Dustin Johnson gestartet. Und die Europäer erwischten einen guten Start. An der Eins rettete Martin Kaymer nach einem zu lang geratenen zweiten Schlag mit einem starken Putt das Par und das Loch wurde geteilt. Danach übernahm Lee Westwood das Ruder und brachte das Team mit einem Birdie und drei weiteren Pars auf zwei auf. "Ich habe bislang noch nicht mein bestes Golf gezeigt, hoffe aber, so schnell wie möglich meine Form zu finden. Lee hat uns aufgefangen. Er hat unglaublich solide gespielt, machte das wichtige Birdie auf der Zwei und brachte uns eins auf nach nur zwei Löchern", erläuterte der einzige deutsche Teilnehmer im diesjährigen Ryder Cup seine Leistung am frühen Vormittag. "Die Unterstützung der Zuschauer ist fantastisch, das trägt einen ungemein!“
Europa mit dem besseren Start
Ebenfalls von einer Welle der Begeisterung getragen wurden in den Morgenstunden die beiden Nordiren Rory McIlroy und Graeme McDowell. Dem zweiten Team der Europäer reichten vier Pars auf den ersten vier Löchern zu einer Führung von einem Loch gegen Stewart Cink und Hunter Mahan. Auf nur drei gespielte Spielbahnen kam die Begegnung Ian Poulter und Ross Fisher gegen Steve Stricker und Wildcard-Inhaber Tiger Woods. Mit einem gelochten Putt aus über fünf Metern auf der Drei brachte der Engländer Poulter die Europäer auch im dritten Fourball in Führung. Das vierte und letzte Match dominierten vor der Unterbrechung Jeff Overton und Bubba Watson. Mit zwei Birdies auf den beiden Auftaktlöchern enteilten die beiden Ryder Cup-Rookies ihren Kontrahenten Luke Donald und Padraig Harrington direkt mit zwei auf.
Ryder Cup 2010 - Der Freitag
Nach dem Abbruch ging es für die Spieler auf direktem Weg ins Clubhaus – die Zeit totschlagen. Einige vergriffen sich an der Spielkonsole, Padraig Harrington machte es sich auf dem Boden der Umkleidekabine für ein kleines Schläfchen gemütlich. Die Europäer relaxten, so gut es eben möglich war, schrieben Autogramme und verteilten Geschenke an die wartenden Fans. Sergio Garcia nutze die Zeit für ein aufmunterndes Gespräch mit Martin Kaymer. "Versuch es nicht zu erzwingen! Du weißt, wie gut du bist, genieß es da draußen“, soll der Spanier zum deutschen Rookie gesagt haben. Kaymer wirkte in der ersten Session etwas nervös und versenkte zwei Bälle im Wasser.
Weniger entspannt war die Stimmung im US-Lager. Meldungen drangen nach außen, dass die Regenbekleidung des Teams undicht sei und die Spieler völlig entnervt und durchnässt in die warmen Clubräume gestapft kamen. Kurzerhand wurde ein komplett neues Outfit besorgt.
Steigerung der US-Spieler
Die Unterbrechung dauert bis 17:00 Uhr an. Am besten kam Stewart Cink aus dem Clubhaus. Der Open-Sieger von 2009 lochte Putt um Putt und brachte sich und Matt Kuchar in eine Führung von zwei Schlägen gegen Rory McIlroy und Graeme McDowell, bevor die Partien wegen Dunkelheit erneut unterbrochen werden mussten. Die Nordiren haben allerdings noch sieben Löcher, um das Match eventuell noch zu drehen. In der vierten Partie konnten Luke Donald und Padraig Harrington mit einem starken Birdie auf der Acht auf einen Zähler gegen Bubba Watson und Jeff Overton verkürzen. Tiger Woods und Steve Stricker liegen gleichauf mit Ian Poulter und Ross Fisher nach zehn Bahnen.
Martin Kaymer kam mit einer stark verbesserten Form aus dem Clubhaus und steuerte einige wichtige Schläge in der Partie mit Lee Westwood gegen Phil Mickelson und Dustin Johnson bei. Die beiden Europäer gehen mit einem hauchdünnen Vorsprung von einem Punkt bei noch sechs zu spielenden Löchern in die Verlängerung am Samstag. "In der Unterbrechung habe ich zweieinhalb Stunden geschlafen, das hat mir sehr geholfen", so der Deutsche nach dem langen Tag in Celtic Manor. "Ich bin froh, dass ich am Nachmittag beweisen konnte, zurecht im europäischen Team zu sein."
Veränderte Spielfolge wegen Verzögerungen
Nachdem an Tag eins wegen des immensen Regens ganze sieben Stunden und 18 Minuten an Spielzeit verloren gingen, einigten sich die Verantwortlichen beider Teams auf eine etwas veränderte Spielfolge an den nächste Tagen: Am Samstag werden zuerst die bereits angefangenen Fourballs zu Ende gespielt. Danach gehen alle qualifizierten Spieler zu sechs Foursomes-Matches auf den Platz. In einer weiteren Session werden dann zwei weitere Klassische Vierer zusammen mit vier Fourball-Begegnungen losgeschickt, ehe es am Sonntag zu den finalen zwölf Singles kommt. Die Wettervorhersage für den Samstag ist recht freundlich, daher will man versuchen, so viele Matches wie möglich durchzubringen, um eine eventuelle Verlängerung des Turniers auf Montag zu vermeiden.
sta
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