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Blade versus Cavity

 
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Zugegeben, optisch sind sie schon eine Augenweide und welcher sportlich ambitionierte Golfer träumt nicht davon, einmal ein Blade in seiner Tasche zu haben? Wirft man jedoch einen Blick in die Tasche der Top 30 der aktuellen Weltrangliste, wird ersichtlich, dass das klassische Blade selbst unter den besten Spielern der Welt auf dem Rückzug ist.

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Gerade mal fünf Profis spielen noch ein reines Blade, dagegen sind ganze 21 Spieler mittlerweile mit einem eindeutigen Cavity-Eisen (Erklärung siehe unten), progressiven Cavity- oder Combo-Satz unterwegs. Und dass, obwohl das Trefferbild eines Tourprofessionals auf dem Schlägerblatt die Dimension einer 20-Cent-Münze hat.



Was passiert, wenn man den Ball nicht mittig trifft?
Nur ein Treffer, bei dem der Schwerpunkt des Balles horizontal mit dem Schwerpunkt des Schlägerkopfes auf einer Linie liegt, also weder zu weit außen noch zu weit innen, ist ein optimaler Schlag, bei dem keine Energie verloren geht. Bei nichtmittigen Treffern verdreht sich die Schlagfläche im Impact. Findet der Ballkontakt zu weit außen statt, öffnet sich das Schlägerblatt, ebenso schließt es sich bei einem Kontakt zu weit innen. In beiden Fällen ist ein Verlust der Schlagweite, Richtungsgenauigkeit, Gefühl/Feedback und eine Zunahme an Seitendrall/Sidespin des Balles die Folge. Trifft man den Ball 2,5 Zentimeter neben dem idealen Mittelpunkt der Schlagfläche, reduziert sich die Schlagweite bei einem Eisen 5 um circa 8 bis 10 Prozent. Bei einem 160-Meterschlag entspricht das rund 13 bis 16 Metern.

Cavity hilft
Um dieses Verdrehen bei off-center-hits zu reduzieren, entwickelte der US-Amerikaner Karsten Solheim von Ping in den 60er Jahren das erste Cavity-Eisen. Er verlagerte Gewicht an den seitlichen Rand, in die Sohle und die Top-Line des Schlägerkopfes, das sogenannte Perimeter-Weighting. Solheims Veränderungen im Schlägerkopfdesign führten zu einer Erhöhung des Trägheitsmoments des Schlägerkopfes und dadurch zu einer wesentlich verbesserten Spielbarkeit von Eisen für die große Masse der Golfer. Dennoch wird sich ein Schlägerkopf mit stark ausgeprägtem Cavity bei nichtmittig getroffenen Bällen verdrehen, der Energieverlust ist durch die höhere Trägheit dieser Eisen jedoch deutlich geringer als beim klassischen Blade.

Modern: Ein Cavity-Eisen

Fazit
Machen Sie es sich nicht zu schwer. Cavity-Eisen verfügen durch ihr Design über eine deutlich höhere Fehlerverzeihung bei ungenauen Treffern und führen zu besseren Ergebnissen auf dem Platz. Ein Blade als Trainingsschläger, für Spieler mit höheren Zielen, ist dennoch empfehlenswert.

Überprüfen Sie Ihr Trefferbild einmal selbst, idealerweise verwenden Sie dazu spezielle Impact-Labels. Hat Ihr Trefferbild die Größe des besagten 20-Cent-Stücks, müssen Sie sich über Cavity wenig Gedanken machen. Ist Ihr Trefferbild jedoch über die gesamte Schlagfläche verteilt, wählen Sie beim kommenden Schlägerkauf so viel Cavity wie möglich.

Klassisch: Ein Blade-Eisen

Die gängigen Zuordnungen bestimmter Eisendesigns zu einer bestimmten HCP-Klasse sind fragwürdig, da man unter vermeintlich gleich starken Golfern sehr häufig große Unterschiede in Bezug auf Ihre Schlaggenauigkeit findet. Es gibt nun mal gute Scorer oder gute Striker mit gleicher Spielvorgabe.

[Cavity: engl. Aushöhlung; Vertiefung auf der Rückseite eines Eisens;  progressives Cavity: von den kurzen zu den langen Eisen hin zunehmendes Cavity; Combo-Satz: ZB. Blades von PW bis zu Eisen 6, anschließend Cavity]

Text: Thorsten Singelmann





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