Woods schon wieder Top-Favorit
Norton/Massachusetts: Vor einem Monat war er der große Verlierer. Dann ließ Tiger Woods als Zwölfter bei The Barclays aufhorchen. In der zweiten Runde der FedEx-Playoffs gilt er nun bereits wieder als Sieganwärter Nummer eins. Obwohl sich eigentlich ein anderer aufdrängt.
Alle waren pünktlich an diesem Mittwochvormittag. Kanonenstart um elf Uhr Ortszeit im TPC Boston, Red Sox Pro-Am. Auch am Donnerstag beim offiziellen Pro-Am, die Deutsche Bank Championship beginnt erst am Freitag und geht bis Montag, waren bis auf Phil Mickelson alle Stars am Start. Die Nummer zwei der Welt ließ sich jedoch regelkonform entschuldigen und nimmt am Freitagabend zum Ausgleich an einer Sponsoren-Veranstaltung teil.
Unter normalen Umständen ist das alles keine Meldung wert. Doch seit Jim Furyks Handy-Wecker vor einer Woche vom leeren Akku außer Gefecht gesetzt wurde und er daraufhin seinen Start beim Pro-Am verpasste, was ihm die Qualifikation für The Barclays einbrachte, ist die Pünktlichkeit ein großes Thema. Oder eben doch nicht mehr. Denn bis zum Ende der Saison wurde die heftig kritisierte Regelung (an vorderster Front: Mickelson) jetzt fürs Erste ausgesetzt. So konnte auch Furyk nichts passieren, der durch seinen Lapsus von Platz drei auf Position acht im FedEx-Ranking rutschte.
Drei Turniere sind in den Playoffs noch zu spielen, dennoch hat der US-Golfer noch alle Chancen auf den großen Jackpot. Die zu vergebenden FedEx-Punkte sind zahlreich, die Konkurrenz schrumpft zudem von insgesamt 100 auf 70 in der kommenden Woche bis 30 beim Tour Championship Ende September. Während sich der verpasste Cut von Alex Cejka in der ersten Runde gleich sehr negativ bemerkbar machte und das Ausscheiden vor der Deutsche Bank Championship bedeutete, katapultierte sich Matt Kuchar mit seinem Sieg an die Spitze des FedEx-Rankings.
Weltrangliste 2010 - Veränderungen in der 35. Woche
Nun wird es also langsam richtig ernst. Verschlafen ist da noch eine der kleinen Sünden. Jeder kleinste Fehler wird von der Konkurrenz sofort ausgenutzt. Wie breit die Spitze im Golf derzeit ist, verdeutlicht die Tatsache, dass keiner der Top 50 der Rangliste als Favorit ins Turnier in Norton, Massachusetts, geht. Die Buchmacher in Las Vegas schicken Tiger Woods mit den niedrigsten Quoten in das mit 7,5 Millionen US-Dollar dotierte Turnier. Die Nummer eins rangiert auf Platz 65 im Ranking und ist alles andere als sicher in Runde drei (ein Platz in den Top 50 müsste reichen).
Nicht einmal einen Monat, nachdem er nach indiskutablen Leistungen den Kreis der ständigen Sieganwärter verlassen musste, wird nach seinem geteilten zwölften Rang der Vorwoche schon wieder das Maximale vom ehemaligen Überflieger erwartet. Aber wer drängt sich sonst auch auf? Phil Mickelson ist schon lange nicht mehr der Mann des Masters im April, Jim Furyk wird ausgeruht und motiviert sein – aber auch fähig?
Die Antwort wäre: Steve Stricker. Der Titelverteidiger kommt langsam wieder in Form. Die John Deere Classic im Juli gewann er eindrucksvoll, in New York am Wochenende war er Dritter. Doch der zurückhaltende Mann aus Wisconsin ist kein Freund der Wettanbieter. Ganz im Gegensatz zu Dustin Johnson, der in der wichtigen Kategorie Publikumszuspruch so langsam die Top-Werte von Woods und Mickelson erreicht.
Neue Generation im Windschatten
Verantwortlich sind sein Alter (26), sein selbstbewusstes Auftreten, der Erfolg und die Tragik die ihn seit US Open und PGA Championship umspielt. Schon im vergangenen Jahr war er Vierter in Boston, in der vergangenen Woche ging er im letzten Flight auf die Finalrunde. Damit gilt er als Anführer der neuen Generation im zweiten Turnier der Playoffs. An seiner Seite: der Australier Jason Day, Rory McIlroy und mit Abstrichen natürlich Spitzenreiter Matt Kuchar.
Johnson ist derzeit Sechster im FedEx-Ranking, wer die Playoffs gewinnen will, muss vor der abschließenden Tour Championship mindestens Fünfter sein. Zwei Turniere bleiben dem Shooting-Star bis dahin noch. Ebenso Jim Furyk auf Position acht, der seine gute Ausgangsposition eigenverschuldet aufgab. Der Routinier verbrachte am Mittwoch mehrere Stunden in der Practice Area, ausgeschlafen und ausdauernd. So schnell wird man dem 40-jährigen keine Unpünktlichkeit mehr vorwerfen können. Dass er eventuell der letzte von sieben Disqualifizierten seit Einführen der Pro-Am-Regel im Jahr 2004 war, wird ihm dabei kein Trost sein.
fpf
Ähnliche Artikel
-
AT&T Pebble Beach National Pro-Am
Woods und Cejka starten in US-Saison
08.02.2012 - Pebble Beach, Kalifornien: Tiger Woods kehrt nach vielen Jahren zum AT&T Pebble Beach National Pro-Am zurück. Nach zuletzt starken Leistungen ... weiterlesen
-
Waste Management Phoenix Open
Rehabilitation
06.02.2012 - Phoenix, Arizona: Kyle Stanley gewinnt mit einem abschließenden Par auf der 18 die Phoenix Open vor Ben Crane und Spencer Levin auf den Plätzen ... weiterlesen
-
Waste Management Phoenix Open
Levin kontrolliert das Geschehen
05.02.2012 - Phoenix, Arizona: Spencer Levin baut seine Führung bei der Phoenix Open weiter aus. Vor der Finalrunde hat er bereits sechs Schläge Vorsprung ... weiterlesen
Meine Turniere
Turnierkalender einsehen »
zum Turnier anmelden »
Ergebnisse abrufen »
Handicap abfragen »













