Wein-Tipp

Ein Sommer-Rotwein mit 8° Grad

 
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Zum Sommerausklang mal was wirklich Exotisches. Franco, römisches Schlitzohr, Pächter unseres Clubrestaurants in Dresden und intimer Kenner italienischer Weine reagierte mit einem breiten Grinsen auf meine Frage nach einer ungewöhnlichen, unbekannten oder sonst wie gearteten Perle italienischen Weinschaffens.

Fünf Minuten später stand eine dunkle, vor Kälte beschlagene Rotweinflasche auf dem Tisch und mein Gesichtsausdruck muss wohl nicht der intelligenteste gewesen sein, seinem Lachen nach zu urteilen. Aber wer würde schon freiwillig am frühen Nachmittag bei 35 Grad im Schatten ein Glas eiskalten Rotweins trinken wollen oder überhaupt einen Rotwein mit einer empfohlenen Trinktemperatur von 6 bis 8° Grad?



Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen reinsortigen Negroamaro von Tormaresca aus Apulien. Und er schmeckte intensiv wie eine erfrischende Saftschorle nach Johannisbeeren mit leichten Veilchennoten, gepaart mit einer zarten Frucht und einer schönen Länge. Gar nicht schwer und voluminös, sondern leicht und am Gaumen leicht prickelnd, von einem hellklaren, transparentem Kirschrot.
Die empfohlene Serviertemperatur für diesen reinsortigen Negroamaro beträgt tatsächlich 6 bis 8 Grad Celsius, da er aufgrund seines zurückhaltenden Tannins besonders gut gekühlt zu genießen ist. Ein ganz neues Geschmackserlebnis und durchaus passend zur Tageszeit und Außentemperatur. Unbedingt mal als Rosealternative probieren! Aber nehmen Sie Ihre Unterrichtsstunde besser vorher.

Italien, Apulien – Weingut Tomaresca / Antinori
Ficimori Negroamaro 2009, 9,50 Euro

Apulien, der Absatz des italienischen Stiefels zählt zu den flachen, fruchtbarsten Regionen Italiens und hat sich mit großartigen Weinbergen in denen hauptsächlich die einheimischen Rebsorten Primitivo und Negroamaro angebaut werden, in den letzten Jahrzehnten zu einem erstklassigen Weinanbaugebiet etabliert. Marchese Piero Antinori hat hier das ungeheure Potenzial von Klima und Terroir erkannt und 1998 das Weingut Tormaresca erworben. Tormaresca selber besteht aus zwei Gütern: Bocca di Lupo, dessen 100 Hektar rund um die Stadt Bari liegen, und Masseria Maime, das sich mit 230 ha Weinbergen an der Küste entlang erstreckt – und auf dem nach biologischen Kriterien gearbeitet wird. Inzwischen werden auch Chardonnay, Aglianico und Cabernet Sauvignon angepflanzt und zu eleganten Weinen verarbeitet, die immer wieder begeistern.

Bezugsquelle: Il Golfino Franco
Tel. 03528/414 664, Fax 414 953, info@golfino-franco.de

Über den Autor
Michael Goerden ist Diplom-Golflehrer der PGA of Germany und B-Trainer des DGV. Zur Zeit ist er in Dresden, Ullersdorf tätig. In seinem Vorleben war er 14 Jahre lang Inhaber und Creative Director einer 30-köpfigen Werbeagentur in München. In dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für gute Weine und vertiefte diese über die Jahre bei zahlreichen Verkostungen und Sommeliere-Seminaren.

In seinen videounterstützten Einzelstunden unterrichtet Michael Goerden nach den Grundsätzen der modernen biomechanischen Trainingslehre, die er in den letzten drei Jahren bei mehreren Master- und Senior-Professionals der PGA kennenlernen durfte, u.a. Günther Kessler, Willi Hoffmann, Oliver Heuler, Marco Schmuck und Christian Neumaier.







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