Reportage

Traumjob Clubmanager?

 
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Den ganzen Tag auf dem Golfplatz verbringen, sich mit den umgänglichen Clubmitgliedern austauschen und abends die Greenfee-Einnahmen zählen. Das hört sich nach einem großartigen Job an. Doch sieht so der Berufsalltag eines Clubmanagers aus? Wir haben uns erkundigt.

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Der Weg zum Clubmanager
"Das Feld ist emotional besetzt", sagt Andreas Dorsch vom Golf Management Verband Deutschland (GMVD). Der Verband mit mehr als 550 Mitgliedern wurde vor rund 15 Jahren gegründet und versucht, der Professionalisierung des Berufsbildes gerecht zu werden. "Viele Quereinsteiger wollen ihr Hobby zum Beruf machen, unterschätzen jedoch Art und Umfang der Tätigkeit." Dorsch war selber auf zwei Anlagen Manager, ehe er Geschäftsführer des neuen Verbandes wurde.

Läsker sagt: "Man muss ein Allrounder sein. Kaufmännisches Wissen und Rechtsfragen im Vereinsrecht sind gefragt. Dennoch lernt man jeden Tag dazu." Der 34-Jährige hat Sportmanagement studiert und gibt an, im Studium ein breites Spektrum von Vereinsrecht über profitorientierte Unternehmensführung bis hin zu medizinischen Gesichtspunkten bei Sportverletzungen abgedeckt zu haben. "Das kaufmännische Verständnis fehlt oft", klagt wiederum Thonig, ergänzt jedoch, dass man mit den Angeboten des DGV oder IST-Studieninstituts mittlerweile gut aufgehoben ist.

"Am Jahresende muss ich mit dem Wirtschaftsprüfer die Bilanz unterschreiben", zeichnet Thonig ein Bild seiner Arbeit. "Buchen und diskontieren muss ich nicht selber. In kleineren Clubs kann das aber durchaus zum Tagesgeschäft zählen", weiß der Betriebswirt, der sich in seinem Studium mit Steuer- und Wirtschaftsrecht auseinandergesetzt hat und dank seiner DGV-Funktion einen tiefen Einblick in Arbeit zahlreicher deutscher Clubs hat. "Ich muss mich auf den Rat anderer verlassen können", bestätigt Dresp, der rund 30 Mitarbeiter in Valley führt. Fachwissen kann da nicht schaden.

"Wer Old Tom Morris war, sollte man schon wissen", bemerkt Thonig noch, der den Wittelsbacher GC 2006 überarbeiten ließ. "Die Wahl des Platzdesigners ist vergleichbar mit der Beauftragung eines Architekten beim Hausbau." Klar, dass da ein wenig Kenntnis über die wichtigen Player im Markt nicht verkehrt ist.
Nicht zu vergessen ist die Kommunikation – "auch gegenüber den Mitarbeitern", wie Bücker betont, der Sportökonomie an der Universität von Bayreuth und Montpellier studiert hat. Man ist als Clubmanager von Menschen umgeben. Und damit sollte man gut umgehen können.

Die Zukunft
"Es gibt zu wenig Professionalität im Markt", meint Schulz-Hanßen vom durchaus sehr professionell geführten GC St. Leon-Rot. In acht Jahren bei SAP erwarb sich der 39-Jährige Familienvater viel unternehmerisches Know-how, das er nun im Club einbringen kann. "Wir sind noch nicht so erwachsen wie in Nordamerika, es wird aber in den letzten zehn Jahren immer besser." Die Wirtschaftsberatung KPMG geht immer mehr in den Golfmarkt, das US-Unternehmen Troon Golf expandiert in den letzten Jahren ebenfalls stärker nach Europa. Deutschland ist hier sicherlich ein Kandidat, der für die erfahrenen Berater ein lukrativer Kunde wäre.

Das Gehalt
"Zwischen 40.000 und 100.000 Euro" verdient ein Clubmanager. Meist hängt das Gehalt von Erfahrung und Mitarbeiteranzahl der Anlage ab. "Bis 120.000 Euro geht es schon rauf", ergänzt Andreas Dorsch vom GMVD, Bücker hingegen meint: "Ein sechsstelliger Betrag ist in der Golfbranche selten."

Ach ja, über das Gehalt auf der Traumanlage auf Koh Samui kann man nur spekulieren. Der Job in Thailand ist mittlerweile aber vergeben.

tsz

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