In the Bag: Martin Kaymer
Die deutsche Gelassenheit brachte Martin Kaymer seinen ersten Major-Titel. Er machte weniger Fehler und wartete auf seine Chancen. Wir werfen einen Blick in die Tasche des TaylorMade-Spielers, der auch mit dem Fußball umgehen kann.
"Mit 15 musste ich mich entscheiden. Will ich professionell Fußball oder Golf spielen? Ich entschied mich für Letzteres", beantwortete Martin Kaymer die Fragen der US-Presse über seine Kindheit. Dass er mit dieser Entscheidung genau richtig lag, war in Europa den meisten Experten bereits vor der 92. PGA Championship bewusst. Hier zählt er schon seit langem zu den besten Golfern. Spätestens seit dem vergangenen Sonntag dürfte Kaymer aber auch in Amerika für Aufsehen gesorgt haben und an Bekanntheit dazugewonnen haben. In einer spannenden Finalrunde mit einem dramatischen Playoff sicherte sich der Deutsche seinen ersten Major-Sieg, "hoffentlich einer von vielen Major-Titeln". Dass der Deutsche trotz seiner Entscheidung gegen den Volkssport Nummer 1, Fußball, hervorragend mit dem runden Leder umgehen kann, sieht man bei einem spaßigen Wettbewerb von Adidas in diesem Video.
Die Strategie, "hohe Scores und unnötige Fehler zu vermeiden", die Kaymer auf der Finalrunde (aber auch über das gesamte Turnier) verfolgte, ging auf. Der 25-Jährige musste nur sechs Bogeys notieren. Auf 72 Löchern. Damit gab es am Ende der Woche keinen Spieler, der weniger Bogeys als der Deutsche kassierte. Lediglich Steve Elkington und Matt Kuchar konnten da gleichziehen. Zum Vergleich: Bubba Watson kam auf neun Bogeys. Rory McIlroy kassierte sechs Bogeys und zwei Doppel-Bogeys. Phil Mickelson und Tiger Woods spielten jeweils elf Bogeys. Bei dem Weltranglistenersten kamen noch zwei Doppel-Bogeys hinzu.
Warum also gerielt Kaymer so selten in Bedrängnis? Die Antwort findet man in seiner, vielleicht typisch deutschen, Mentalität. "Man muss geduldig bleiben und auf seine Chancen warten. Ich wollte einfach nicht überaggressiv spielen", beschrieb Kaymer seine Vorgehensweise auf dem schweren Straits Course im Bundesstaat Wisconsin. "Manche würden das als langweilig bezeichnen, aber ich bin einfach kein verrückter Typ", was sich auch in seiner taktischen Entscheidung auf dem dritten Loch des Playoffs zeigte: Er chippte nur 20 Meter raus und ging aufs Bogey, anstatt alles auf eine Karte zu setzen. Anders tat es sein Kontrahent Bubba Watson. Die Geduld zahlte sich aus und die Fünf an der 18 reichte dem jungen Mann aus Mettmann für den Titel in Whistling Straits.
Mitte 2009 wechselte Martin Kaymer seinen Ausrüster. Im Laufe des Jahres hat er viele Schläger von TaylorMade getestet und begann in diesem Jahr mit einem fast kompletten Bag aus Herzogenaurach. Einzige Ausnahme bleibt weiterhin sein Putter: "Es gibt so viele unterschiedliche Putter-Modelle, da möchte ich mich ungern festlegen". Lieber spiele er mit dem Putter, der ihm am ehesten zusagt.
- Driver: TaylorMade “R9 SuperTri” (8,5 Grad; Schaft: Mitsubishi Rayon “Fubuki 70 Alpha”)
- Fairway-Hölzer: TaylorMade “R9” Holz 3 (13 Grad; Schaft:Mitsubishi “Rayon Fubuki Tour”)
- Eisen (2-PW): TaylorMade “RAC TP” (Schäfte: True Temper “Dynamic Gold Tour Issue”)
- Wedges: TaylorMade “RAC” (54 Grad), “TP xFT” (58 Grad; Schäfte: True Temper “Dynamic Gold Tour Issue”)
- Putter: Ping “Anser 2”
- Ball: TaylorMade “Penta TP”
ak
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