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Kaymer gewinnt 92. PGA Championship

 
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Kohler/Wisconsin: Was für ein Tag für das deutsche Golf: Martin Kaymer sichert sich in einem dramatischen Finale seinen ersten Major-Titel nach erst vier Jahren auf der Tour. Im Stechen verweist er Bubba Watson auf den zweiten Rang. "Ich weiß noch gar nicht, was das überhaupt bedeutet."

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Um 19.13 Uhr Ortszeit in Kohler, Wisconsin, sah die Golf-Welt, was dieser 25-jährige Deutsche aus Mettmann im Rheinland sympathischerweise noch nicht so beherrschte wie sein Golfspiel: den Ausdruck seiner Emotionen in so einem überwältigenden Moment. Als Martin Kaymer seinen finalen Putt zum Sieg bei der 92. PGA Championship lochte, schien er nicht zu wissen, was die Welt nun von ihm erwartete. Schüchtern ließ er sich von seinem Caddie umarmen, dem er zuvor in Verlegenheit und aus Gewohnheit den Putter in die Hand drücken wollte. "Ich habe mich nur darauf konzentriert, den Augenblick zu genießen, die Gefühle zu spüren", beschrieb Kaymer den Moment. "Ich bin eben ein normaler Typ, nicht verrückt. Der Putt war auch zu einfach. Wäre er so gewesen wie an der 18 auf der regulären Runde, dann wäre ich sicher ausgeflippt."

Und das zu recht. An diesem Sonntag krönte der Weltranglisten-13. eine sensationelle Woche, in der er vor allem durch seine Coolness und Nervenstärke die Golfwelt imponierte - neben der spielerischen Stärke der entscheidende Faktor auf dem Weg zum ersten deutschen Major-Champion seit Bernhard Langer.

17 Jahre nach dem Sieg des heute 53-Jährigen beim Masters in Augusta gewinnt somit wieder ein Deutscher eines der großen vier Turniere im Golf. Zudem ist er der jüngste Major-Champion seit Tiger Woods, der 1997 mit gerade einmal 21 Jahren das Masters gewann. Doch trotz seines geringen Alters half Kaymer auch die inzwischen erstaunliche Major-Erfahrung dreier TopTen-Ergebnisse in den letzten vier Groß-Events vor der PGA Championship. "Ich wusste, wie sich der Finaltag anfühlt. Das hat mir sehr geholfen heute." Der Deutsche fliegt nun mit 1,35 Millionen US-Dollar mehr auf dem Konto in den wohlverdienten Karibik-Urlaub, bevor es Anfang Oktober zum Ryder Cup geht.

PGA Championship 2010 - Finalrunde

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Dabei hatte erst ein starker Putt aus knapp fünf Metern an der 18 Kaymer bei elf unter Par (70) ins Stechen mit Bubba Watson (68) gebracht. Dustin Johnson, der ebenfalls mit elf unter vom 72. Grün schritt, bekam nachträglich zwei Strafschläge wegen Absetzen des Schlägers in einem Bunker. So gingen Longhitter Watson, der die Statistik des Majors vom Tee deutlich anführte, und der Deutsche gemeinsam zum zehnten Abschlag und zum Stechen über die drei Bahnen 10, 17 und 18.

Das Playoff:

Watson entscheidet Loch zehn für sich
An der Zehn spielt Kaymer den Ball mit dem Holz sicher Richtung Fairway, landet dort jedoch in hohem Gras, dass einen kleinen Bunker umgibt. Von dort kann er Ball zwar aufs Grün, nicht aber nahe genug ans Loch chippen. Es bleiben gut zehn Meter zur Fahne. Der Putt läuft ganz knapp links am Loch vorbei – Par für den Deutschen. Bubba Watson spielt sich hingegen sicher mit zwei Schlägen in Birdie-Position, erst ein gewohnt langer Drive, dann ein flacher Chip, der einen Meter am Loch liegenbleibt. Der US-Amerikaner geht mit einem Schlag in Führung.

Starkes Birdie an der 17
Auf der 17 glänzt Kaymer endlich wieder einmal mit dem Putter. Vom Tee ist er knapp drei Meter zu kurz - ein starkes Eisen. Unglaublich nervenstark verwandelt er zum Birdie. Neben sinem Putt am 72. Loch wohl der wichtigste Putt seiner bisherigen Karriere. Weil Watson zweimal puttet, geht es im Gleichstand auf die abschließende Bahn.

Watson im Wasser an der 18

Dort lassen beide ihren Abschlag mit dem Driver rechts im Rough. Linkshänder Watson bleibt ausnahmsweise kürzer vom Tee, hat aber die besser Lage. Diese kann er jedoch nicht nutzen. Der Ball landet links kurz im Wasser. Und Kaymer reagiert: Er legte den Ball selbst vor das Wasserhindernis und hat so im übertragenen Sinn einen Schlag Vorsprung. Das Eisen aufs Grün findet seinen Weg - und liegt gut drei Meter neben der Fahne. Mit zwei Putts geht es ins Loch - und zum historischen Sieg.

Die Finalrunde:
Kaymer war furios auf seine Schlussrunde gestartet und hatte schnell die Führung übernommen – auch weil die Konkurrenz schwächelte. Er spielte Birdie auf dem Par 5 auf der Zwei, ebenfalls auf dem schwierigen vierten Loch (Par 4). Beide Male waren ihm sensationelle Annäherungen mit dem Eisen geglückt, die er mit kurzen Putts erfolgreich abschließen konnte. In der Folge blieb die Annäherung des Deutschen Glanzdisziplin. Auf der Sieben und der Acht retteten ihm starke Chips das Par, auch an der Elf, als er mit drei Schlägen nur ins Rough am Grün gekommen war, ließ ihn das Wedge nicht im Stich. Zuvor war ihm auf der Zehn das Birdie gelungen, zu dritten Mal in dieser Woche.

Dann ging es an die Zwölf – und wohl zu einem entscheidenden Moment dieses dramatischen Sonntags. Kaymer zauberte den Ball vom Tee einen Meter neben die Fahne am schwierigen Par 3. Die Menge tobte, empfing ihn mit Standing Ovations. Die große Chance, 13 unter Par zu gehen und den Vorsprung auf zwei Schläge auszubauen war riesig. Doch Kaymer konnte sie nicht nutzen.

Es schien, als hätte der Weltranglisten-13. ab diesem Moment den Fokus verloren. Auf den abschließenden sechs Löchern konnte er sich keine sichere Birdie-Chance mehr erarbeiten. Vielmehr musste er ein ums andere Mal das Par retten. An der 15, nach einer schwachen Annäherung, ging es sogar auf elf unter Par. Und so lief er auf das 18. Grün. Nach einem verzogenen Eisenschlag neben das Grün, schaffte er das spektakuläre Up-and-Down mit einem starken Fünf-Meter-Putt. Der Putt, der ihn ins Stechen bringen sollte.

Teil zwei: Woods, Mickelson und eine tragische Figur
Teil drei: Was der Sieg für Martin Kaymer bedeutet


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