Kaymer glänzt - und hadert dennoch
Kohler/Wisconsin: "Es ist schon ein bisschen frustrierend" - kritische Worte nach einer starken Runde. Martin Kaymer spielte sich am Samstagmorgen bei der PGA Championship mit einer 68 in die erweiterte Spitzengruppe. Dennoch war er nicht zufrieden. Der Deutsche ließ ein noch besseres Ergebnis auf den Grüns liegen.
Wie gut die zweite Runde eines Golfers war, lässt sich an der Schar der Journalisten ablesen, die einen Spieler in der Mixed Zone belagern. Entweder sie reichte nicht für den Cut - dann muss der Gescheiterte vielen Reportern die Misere erklären. Gesehen bei Padraig Harrington an diesem Samstagmorgen in Whistling Straits. Großes Interesse wecken aber vor allem diejenigen, die sich vor den abschließenden Runden in den Kreis der Sieganwärter gespielt haben. So ging es Martin Kaymer, der direkt neben Harrington gegenüber US-Journalisten seine saubere 68 von Freitagabend und Samstagmorgen analysieren sollte.
Der Deutsche hatte also für Aufsehen gesorgt mit seiner bogeyfreien Runde von vier unter Par. Darauf hatte er am Donnerstag noch insgeheim gehofft. Zufrieden war er dennoch nicht. "Es ist schon ein bisschen frustrierend", sagte der 25-Jährige. "Ich hatte allein heute zehn realistische Birdie-Chancen. Und wenn man davon nur zwei macht... Die Hälfte wäre schon super gewesen." Und wirklich: Kaymer zeigte sich bei besseren Bedingungen als am Freitagabend immer auf der Höhe - zumindest bis zu den Grüns. Diese traf er am Vormittag zu 100 Prozent. Doch mit dem Putter wollte es wie schon auf der ersten Runde nicht so richtig klappen. 31 Putts auf den zweiten 18 Löchern sind für eine 68 ein ungewöhnlich hoher Wert.
PGA Championship 2010 - Runde zwei
"Es ist ein sehr schwieriger Kurs", sagte Kaymer noch, auch wenn es so schien, als würde er an diesem Tag das Gegenteil beweisen.Die Hoffnung ruht nun auf der dritten Runde, die gleich im Anschluss gestartet wird. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt nicht an diesem Tag, an dem der Weltranglisten-13. voraussichtlich 30 Bahnen absolvieren muss. Auch für den fitten Kaymer kein Spaziergang. "Normalerweise esse ich zwei bis drei Riegel und ein bis zwei Bananen pro Runde. Aber bei diesen Bedingungen hier werden es schnell vier bis fünf Riegel und drei bis vier Bananen", sagte er.
Der Urlaub naht
Mit insgesamt vier unter Par liegt Kaymer nun auf dem geteilten 16. Rang. Zur Spitze fehlen nur noch vier Schläge. Die guten Aussichten in Wisconsin verbessern auch die Chance auf nahenden Urlaub. Sollte es mit der guten Platzierung beim Major klappen, könnte er den geplanten Trip in die Karibik starten. Dann wäre der Ryder Cup gesichert. Sollte es mit der Qualifikation für den Kontinentalwettstreit jedoch noch nicht ganz klappen, steht eine Reise nach Schottland an. "Aber natürlich will ich in Gleneagles nicht spielen müssen", gestand Kaymer.
fpf
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