"Das war der perfekte Start"
Kohler/Wisconsin: Martin Kaymer spielte nur sechs Löcher am zweiten Tag der PGA Championship, doch auf diesen machte er fast alles richtig. Der Deutsche geht als geteilter 18. ins Wochenende und hat noch ein paar Bahnen, auf die Spitze aufzuholen. Doch er weiß, dass das nicht nur an ihm liegt.
Die Schar der Experten bei der PGA Championship war sich einig: Die Nachmittagsgruppe - die aufgrund erneuter Nebelverzögerungen eigentlich eine Abendgruppe war - konnte nur verlieren. Besonders die, die auf den ersten neun Löchern zu starten hatte. Es war deutlich stürmischer geworden am Lake Michigan, zudem verschlechterte sich die Sicht und der Regen prasselte mitunter stärker vom dunklen Himmel. Hände weg von Doppelbogeys, so musste die Devise heißen.
Martin Kaymer startete an der Eins. Er startete am Abend. Es ging für ihn also darum, nichts zu verlieren. Und der Deutsche verlor nichts. Im Gegenteil. Kühne Optimisten trauten der zweiten Gruppe einen bogeyfreien Auftakt (mehr war aufgrund der Tageszeit nicht drin) zu, vielleicht ein Birdie an einem der Par 5 oder der kurzen Sechs. Bei Kaymer wurden es vier Par und zwei Birdies, auf der Fünf und der Sechs. "Ja, das war genau das, was ich mir vorgenommen habe: Ein perfekter Start", sagte der 25-Jährige, bevor er das Shuttle in Richtung Clubhaus, Hotel und Bett bestieg.
Es war halb Acht in Whistling Straits und zwischen sechstem Grün und siebtem Abschlag liegen für Kaymer, Sergio Garcia (+5) und Stewart Cink (+2) gerade einmal gut zwölf Stunden. "Jetzt noch schnell was essen, dann schlafen", plante der Weltranglisten-13. den kurzen Abend. Über das Wetter am Samstag machte er sich noch keine Gedanken, nur über die 30 Löcher, die noch kommen und die ihm Respekt einflößen ("ein sehr, sehr langer Tag"). Dabei könnte es am dritten Tag zu Gewittern kommen, auch ein verlängerter Sonntag ist damit nicht ausgeschlossen.
PGA Championship 2010 - Runde zwei
Doch Kaymer versucht, gedanklich fürs Erste beim Sportlichen zu bleiben. Und da sieht es durchaus ganz gut aus. Mit zwei unter Par liegt er zurzeit auf dem geteilten 18. Rang. "Ich versuche morgen einfach, unter Par zu bleiben", so sein bescheidener Fahrplan. Berechtigung für höhere Ziele würde es durchaus geben: Kaymer blieb vom Tee trotz Wind relativ sauber und musste nur einmal, an Bahn sechs, eine missliche Lage meistern, als der Ball im Grünbunker landete. Von dort rettete er sich jedoch stark mit dem Sandwedge einen Meter an die Fahne und lochte zum zweiten Birdie in Folge.
An der Drei und der Vier hatte er zuvor mit schönen Chips bereits zweimal das Par gerettet, als ihm der Gegenwind die prognostizierten Probleme bereitete. "Ich wollte den Ball eigentlich flach halten und unter dem Wind durchspielen. Aber dann ist er doch hochgestiegen und dadurch kurz geblieben", erkärte er. Das erste Birdie war ihm an der fünften Bahn gelungen, als er das Grün des Par fünf mit dem zweiten Schlag über das Wasser angegriffen hatte und gut zehn Meter entfernt von der Fahne im Vorgrün gelandet war. Von dort reichten ihm zwei Schläge mit dem Putter, mit welchem Kaymer diesmal nicht die Fehler des Vortages machte, als, wie er selbst sagte, die Ausrichtung fehlte.
Hoffen auf gutes Wetter
Zur Spitze sind es für Kaymer momentan sechs Schläge, aber auch zwölf Löcher Zeit, diese teilweise aufzuholen. Doch er weiß, dass das nicht nur an ihm liegt. "Die Ziele hängen natürlich auch vom Wetter ab", sagt er und verabschiedet sich in die Nacht. Es wird eine kurze werden.
fpf
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