Wein-Tipp

Zwei für unter fünf Euro

 
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Davon träumt doch jeder Weinfreak! Beim Markendiscounter im untersten Weinregal den verstaubten 100-Punkte-Wein zu entdecken, für 1,99 selbstverständlich. Passiert natürlich nie, aber es gehört zu meinen Hobbys, ab und an mal ein preiswertes, interessant anmutendes Fläschchen einzupacken – manchmal mit verblüffenden, teilweise sehr erstaunlichen Ergebnissen.

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Der Sauvignon Blanc ist ständiger Bestandteil des Weinsortiments bei Strauss Innovation, und den Cabernet Sauvignon gab es als Sonderaktion dazu. Auf der ergebnislosen Suche nach ein paar preiswerten Shorts gönnte ich mir zumindest zwei Probierfläschen. Zwei Tage später fuhr ich mit dem Wagen vor, um die gesamten Restbestände des Sauvignon Blanc und zwei Kisten Cabernet zu verladen. Richtig gute, saubere, leckere Trinkweine für wirklich kleines Geld. Den Sauvignon Blanc habe ich in Folge mal als Piraten bei einer Blindverkostung unters Weinkenner-Volk geschmuggelt und er konnte durchaus mithalten – auch gegen eine vielfach teurere Konkurrenz.



Südafrika, Cape Region – Goudini: Sauvignon Blanc "Mountainside" 2009; 4,50 Euro
Die Region Goudini 75 Kilometer nördlich von Kapstad ist bekannt für ihre Schaumweine auf der Basis von Sauvignon Blanc. Was liegt also näher, auch einmal einen sortenreinen Weißwein zu vinifizieren. Schließlich bieten die tägliche Sonnendosis und die kühlen Abendwinde des nahegelegenen Atlantiks mit seinen kalten Meeresströmungen die besten Vorausetzungen (Baron Achim von Arnim von Clos Cabrière aus Stellenbosch mit seinem Chardonnay und Pinot Noir hat es schließlich erfolgreich vorgemacht).

In der Nase erinnert dieser Wein an beste neuseeländische Sauvignon Blancs' – blümerant mit konzentrierten tropischen Früchten wie Mango und Litschi und ein kleines bisschen weißen Flieder. Spontan musste ich an meinen Lieblings-Sauvignon "Cloudy Bay" denken, der leider in astronomisch hohen Preislagen entschwunden ist.

Im Mund dann herrlich frisch, fast grasig mit den Aromen von grünen Feigen und den oben schon erwähnten tropischen Früchten. Ein idealer Begleiter zu Spargel, Seezunge, Sushi und Kalbsfilet (mein persönlicher Favorit) oder einfach nur pur zum Sonnenuntergang an irgendeinem Strand oder Baggerloch.

Tipp: Trinken Sie ihn nicht zu kalt! Am besten bei 14 bis 16 Grad genießen, ansonsten verlieren sich die feinen Fruchtnuancen.

Südafrika, Cape Region – Wellington: Cabernet Sauvignon "Mountainside" 2009; 4,50 Euro
Noch etwas südlicher und näher an Kapstadt liegt die Region Wellington, in der dieser hundertprozentige Cabernet Sauvignon gekeltert wird. Ein typischer Neue-Welt-Cabernet, im Glas ein dunkles Purpur-Rot, in der Nase der rebensortentypische Dreiklang von grüner Paprika, dunklen Beerenfrüchten, nasser Kalkwand und im Mund dann eine opulente, marmeladige Süße – gehalten und strukturiert von reifen Taninen. Fast schon ein bisschen überreif. Aber eben sehr verblüffend für seine Preisklasse und seine Jugend, fehlen doch die sonst für diese Preisklasse üblichen Bitteraromen fast vollständig.

Es handelt sich natürlich um keinen raffinierten Wein, aber statt Scarlett Johansson und 3-Sterne-Menü darf es doch auch einmal Katie Price und Burger King sein. Einfach mal zwölf Flaschen für die Freundesmeute zum Pizzaessen auf den Tisch stellen, Schraubverschluss auf und Prost!

Bezugsquelle: Strauss Innovation

Über den Autor

Michael Goerden ist Diplom-Golflehrer der PGA of Germany und B-Trainer des DGV. Zur Zeit ist er in Dresden, Ullersdorf tätig. In seinem Vorleben war er 14 Jahre lang Inhaber und Creative Director einer 30-köpfigen Werbeagentur in München. In dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für gute Weine und vertiefte diese über die Jahre bei zahlreichen Verkostungen und Sommeliere-Seminaren.

In seinen videounterstützten Einzelstunden unterrichtet Michael Goerden nach den Grundsätzen der modernen biomechanischen Trainingslehre, die er in den letzten drei Jahren bei mehreren Master- und Senior-Professionals der PGA kennenlernen durfte, u.a. Günther Kessler, Willi Hoffmann, Oliver Heuler, Marco Schmuck und Christian Neumaier.





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